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Studie: Ärzte verordnen oft schädliche Medizin

Mediziner verordnen nach einer Studie massenhaft Risikomedizin.

Mediziner verordnen nach einer Studie massenhaft Risikomedizin.

So bringen nach seiner Darstellung bei den von Millionen Frauen eingenommenen Antibabypillen neue Präparate deutlich höhere Risiken als ältere Mittel: Bei älteren Präparaten der zweiten Generation komme es – berechnet auf 100 000 Frauen und die Einnahme über ein Jahr – zu 15 bis 20 Fällen gefährlicher Thrombosen. Bei vielen neueren Präparaten seien es 30 bis 40 Fälle solcher Gefäßverschlüsse.

Dass trotzdem die neuen Mittel „Topseller“ sind, erklärt sich laut Glaeske mit gezieltem Marketing. Für ältere Pillen seien die Patente abgelaufen, die Gewinn-Margen der Hersteller gering. Scharf kritisierte der Arzneimittelexperte die zu häufige Verordnung sogenannter Neuroleptika zur Ruhigstellung altersverwirrter Menschen in Pflegeheimen. Als Hintergrund vermutet er Personalmangel. Die Mittel erhöhten das Risiko eines vorzeitigen Todes. Für einen „Kunstfehler“ hält er es zudem, dass gut 13 Prozent der Alkoholkranken sogenannte Benzodiazepine bekämen, obwohl diese Schlafmittel Suchtpotenzial hätten.

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller wies die Kritik Glaeskes zurück. Alle Antibabypillen erhöhten das Thromboserisiko. Es sei zudem nicht nachvollziehbar, dass die Studie nur auf dieses Kriterium abziele. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warf den Autoren eine Pauschalisierung vor. Die Ärzte stützten sich bei ihren Verordnungen selbstverständlich auf die aktuellen medizinischen Leitlinien.

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