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Sulzbacher Einwohner sagen Rattenplage den Kampf an

Sulzbach. Es war einer dieser seltenen Termine, bei denen man nicht recht glauben will, was man sieht. Bürger eines Sulzbacher Wohngebiet haben die SZ vor wenigen Tagen zu Hilfe gerufen, weil sie selbst sich nicht mehr zu helfen wissen. In diesem Wohngebiet, das durchweg geprägt ist von manierlichen bis schmucken Häusern inklusive Garten, lebt ein älterer Mann das Dasein eines Eremiten.

Angeblich will er keinerlei Kontakt zu seiner Umwelt, lehnt jede staatliche Hilfe ab, kommt ohne Heizung und Strom aus und geht selbst niemandem auf die Nerven. Wäre da nicht sein von Ratten bevölkertes Grundstück.

Beim Ortstermin bei einem Nachbarn kann man die Vierbeiner munter wuselnd unter und neben einem wild verstreuten Haufen von Sperrmüll besichtigen. Wieviele es sind, kann man nur erahnen, gezählt hat sie noch niemand. Doch es sind viele, wie eine längere Beobachtung zeigt. Zumindest ein Exemplar liegt derweil verwest hinter einer Fensterscheibe.

Die Nachbarn sind verzweifelt. Schon vor vielen Monaten, so erzählen vier Anwohner, hätten sie Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, weil sie den Zustand nicht mehr länger ertragen. Sie wagen sich nicht mehr in ihre Gärten, weil Ratten, die etwas Essbares riechen, kaum fernzuhalten sind. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Regionalverband hat sich bereits im Juli 2011 in der betroffenen Straße eingefunden. Wie Regionalverbandssprecher Stefan Kiefer am Mittwoch erklärte, habe man auch „massiven Rattenbefall“ festgestellt. „In dieser Sache“, so Kiefer, „können wir aber nichts anordnen, wir sind hier nur beratend tätig“. Die Ortspolizeibehörde der Stadt Sulzbach müsse tätig werden. Mehrmals vor Ort waren auch schon Beamte der Polizei-Inspektion Sulzbach. Sie stellten fest, dass der Mann „nicht kooperativ“ sei. Allerdings könne man nur dann eingreifen, wenn „akute Selbstgefährung“ zu vermuten sei. Und das sei hier nicht der Fall. Das Ratten-Problem liege indes allein in der Verantwortung der Ortspolizeibehörde.

Dem Mann wurde im Übrigen vor geraumer Zeit ein Berufsbetreuer zur Seite gestellt. Dieser jedoch will sich in der Öffentlichkeit nicht äußern.

Offenbar jedoch können die betroffenen Anwohner jetzt endlich aufatmen, denn: Es gibt allen Grund zur Hoffnung. Auf SZ-Anfrage erklärte gestern der Pressesprecher der Stadt Sulzbach, Elmar Müller, dass sich demnächst etwas tun wird. „Wir haben unserer Auffassung nach das rechtlich Mögliche getan, um das Problem zu beseitigen“, schickt er voran. „Zuletzt haben wir den Betreuer des betroffenen Grundstückseigentümers aufgefordert, unverzüglich die Rattenbekämpfung vornehmen zu lassen und zwar unter Androhung der Ersatzvornahme“.

Die Frist ende am kommenden Montag, 23. April. Wenn bis dahin nichts passiert sei, werde die Stadt Sulzbach einen Experten mit der Rattenbekämpfung beauftragen. Dieser soll den Biestern nun also endgültig den Garaus machen.

Ein Betroffener, der gestern Nachmittag von der guten Nachricht aus dem Rathaus erfuhr, sagte im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung: „Wir sind erleichtert und hoffen inständig, dass jetzt ganz schnell was passiert.“ Nach „insgesamt viereinhalb Jahren mit der Rattenplage in der Nachbarschaft" sei das eine Erlösung.

Alle, die hier leiden mussten, hätten im Übrigen ein sehr wachsames Auge darauf, dass die Bekämpfungsaktion auch von Dauer sei.
© WhatsBroadcast
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