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TÜV-Plaketten sollten in Homburg zu Geld gemacht werden

Ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle in Homburg soll mit TÜV-Plaketten gehandelt haben. Foto: dpa

Ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle in Homburg soll mit TÜV-Plaketten gehandelt haben. Foto: dpa

Im Landratsamt des Saarpfalz-Kreises in Homburg reißen derzeit die Unregelmäßigkeiten nicht ab. Erst benutzten die saarpfälzischen Jusos einen Transporter der kreiseigenen gemeinnützigen Gesellschaft Aquis, um den Wahlkampf der SPD in Rheinland-Pfalz zu unterstützen, obwohl der Kleinbus offiziell nur zum Transport von Fahrrädern für Flüchtlinge deklariert war. Der Ärger von Landrat Theophil Gallo ( SPD ), der über diese Eskapade nicht informiert war, war kaum verraucht, als schon einen Tag später neues Ungemach im Homburger Landratsamt ins Haus stand: Ein Mitarbeiter der Zulassungsstelle der Kreisverwaltung hat offenbar mit TÜV-Plaketten und roten Nummernschildern gehandelt. Nach Informationen unserer Zeitung soll der Angestellte tief in den Schulden gesteckt haben und sah den Verkauf von TÜV-Plaketten wohl als Möglichkeit, an Bargeld zu kommen.

Da er der Freizeitbeschäftigung des Pferdehaltens nachgeht, sollen sich angeblich die Rechnungen, die sich aus diesem kostspieligen Hobby ergaben, zu so hohen Forderungen summiert haben, dass der Mitarbeiter zu illegalen Mitteln griff. Die Polizei ermittelt derzeit bereits auch wegen anderer Verdachtsmomente gegen den Mann. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte der Landrat die Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in der Kfz-Zulassungsstelle der Kreisverwaltung am Homburger Forum. Konkret sollen mindestens zwei TÜV-Plaketten und zwei rote Kennzeichen, die angeblich zu Geld gemacht werden sollten, bei der Behörde abgegeben worden sein.

Aufgrund der Sachlage seien arbeitsrechtliche Schritte und interne Untersuchungen in die Wege geleitet worden. Darüber hinaus sei „der Sachverhalt strafrechtlich angezeigt“ worden. Der betroffene Mitarbeiter sei bis auf Weiteres vom Dienst freigestellt, informierte Gallo. Weitere Details können gegebenenfalls erst nach Abschluss der laufenden internen und strafrechtlichen Ermittlungen durch die eingeschaltete Staatsanwaltschaft mitgeteilt werden, so der Landrat weiter.

Der Mann von der Zulassungsstelle könne sich derzeit nicht zu der Sachlage und den Vorwürfen äußern, da er sich wegen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus befinde. Wie der Landrat betonte, habe er trotz der Vorfälle eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Mitarbeiter, weswegen er keine weiteren Einzelheiten über den Vorgang verlauten lassen wolle: „Noch handelt es sich um eine interne, arbeitsrechtliche Angelegenheit.“

Wie hoch der Schaden liegt, der dem Saarpfalz-Kreis durch den möglichen „Plaketten-Handel“ entstanden sein könnte – darüber konnte Landrat Gallo noch keine Angaben machen: „Das kann erst überprüft werden, wenn der Mitarbeiter wieder ansprechbar ist.“
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