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Tag der Organspende: Lebacherin erzählt von ihrem neuen Leben

Der Tag der Organspende am Samstag regt auch zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben an. Und zum Nachdenken darüber, ob eine Organspende in Frage kommt.

Lebach/Homburg. Diesen einen Satz hat Tina Schneider schon so oft gehört. Und gesagt. Er nutzt sich dennoch nicht ab. An jedem neuen Morgen ist er wieder wahr: Eine Organspende schenkt Leben. Für Tina Schneider begann mit einer Spenderniere vor acht Jahren eine neue Zeitrechnung. Und heute blickt sie auf ein doppeltes geschenktes Leben.

Während die 29-Jährige aus Lebach in ihrem Wohnzimmer am Esstisch sitzt, von Krankheit, Bangen und Hoffen erzählt, suchen ihre Augen immer wieder Darlene. Ihre vierjährige Tochter tollt auf einem Minitrampolin herum und hört kaum zu, wenn die Mama davon spricht, wie alles begann: „Ich bin das Kind, das in den Brunnen gefallen ist.“

Mitten im Winter stürzt die acht Jahre alte Tina durch die Eisschicht eines zugefrorenen Brunnens in Heusweiler. „Bis ich zuhause war, waren meine Kleider gefroren“, sagt sie. Tage später klagt sie über Schmerzen in der Nierengegend. Eine Nierenbeckenentzündung diagnostiziert der Arzt. Doch das Antibiotikum schlägt nicht an. Immer wieder hat sie hohes Fieber. „Fast wäre ich daran gestorben“ – ein Satz, den sie in einem Ton sagt, als erzähle sie von einem Schnupfen.

Drei Jahre Dialyse

Es folgt eine „Odyssee“ von einem Arzt zum anderen, ehe die Mediziner feststellen: Tina Schneider hat nur noch eine Niere und die arbeitet eingeschränkt. Eine jahrelange Behandlung in der Homburger Uniklinik folgt auf diese Diagnose. „Ich war oft krank, fehlte viel in der Schule“, berichtet die junge Frau, deren linker Unterarm von Narben gezeichnet ist – Folgen einer Operation, die zur Vorbereitung auf die Dialyse, die lebenswichtige Blutwäsche, notwendig war.

Mit 17 Jahren braucht ihr Körper diese technische Hilfe, weil auch die vorhandene Niere weggeschrumpft ist. Zuvor hatte sie ein Jahr lang gewartet, wann ihre Blutwerte den kritischen Wert erreichen: „Das war eine der anstrengendsten Zeiten, die ich hatte. Mitten in meiner Jugend.“ Tina Schneider kann nicht mehr zur Schule gehen. Drei Jahre dauert diese Phase ihres Lebens. „Es war eine Zeit, die mich sehr geprägt hat und mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin.“

„Und da hat sich mein ganzes Leben verändert“

Sie blickt nachdenklich vor sich hin, während sie das sagt. Ihr Blick hellt sich allerdings auf, als sie erzählt, was sie heute mehr noch als früher genießt: „Ich brauche keine materiellen Dinge. Ich genieße jede Jahreszeit. Ich genieße die Zeit mit meinem Kind.“ Bevor sie allerdings an eine für Transplantationspatientinnen ungewöhnliche Schwangerschaft überhaupt denken kann, muss sie eine neue Niere bekommen. Am 30. Dezember 2001 wird die junge Frau operiert. Tags zuvor saß Tina Schneider mit ihrem heutigen Mann in einem Restaurant, als auf dem Handy ein Anruf blinkte. Ihr Vater war dran, sagte nur ihren Namen. „Ich wusste sofort, was los ist“, erzählt sie. Vier Wochen nach der Operation kommt Tina Schneider nach Hause: „Und da hat sich mein ganzes Leben verändert.“ 2005 wird sie schwanger, obwohl ihr die meisten Ärzte von einer Schwangerschaft abraten. Doch sie blieb bei ihrem Standpunkt und sagt rückblickend: „Darlene ist das schönste Risiko, das ich je eingegangen bin.“

© WhatsBroadcast
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