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Tanz-Flashmob gegen Gewalt an Frauen

Eine Millionen Mädchen und Frauen weltweit erleiden tagtäglich Gewalt. symbolFoto: Rainer Jensen/dpa

Eine Millionen Mädchen und Frauen weltweit erleiden tagtäglich Gewalt. symbolFoto: Rainer Jensen/dpa

Fast 30 Frauen und sogar zwei Männer haben sich an diesem Morgen in den St. Arnualer Praxisräumen von Nartan Zemelko eingefunden. Die Tanztherapeutin drückt auf die Taste an ihrer Musikanlage, und dann geht es los.

Viermal auf der Stelle stampfen, Arme halb heben, dann den rechten Arm ganz hoch, zur Decke gereckt. So beginnt sie, die kurze Choreografie zur Hymne „Break the chain (sinngemäß: Sprengen wir die Ketten!)“, die hier fast alle schon kennen und noch einmal zum Mut machen üben. Denn am Sonntag, 14. Februar, gehen sie damit auf die Straße.

Als Teil der weltumspannenden Kampagne „One billion rising (eine Milliarde erhebt sich)“ will die Gruppe an diesem Sonntag, dem Valentinstag, wieder einen Tanz-Flashmob veranstalten. Möglichst viele Saarbrücker will sie zum Mitmachen gewinnen, um so für ein Ende der Gewalt zu demonstrieren, die weltweit eine Milliarde Frauen und Mädchen erleiden. Schon zum vierten Mal organisiert die Psychotherapeutin Nartan Zemelko in Saarbrücken die Aktion. Unterstützt wird sie dabei von Aktivistinnen des Vereins „Frauenmantel – Frauen im Zentrum“. Im ganzen Bundesgebiet haben sich laut der Kampagnen-Webseite www.onebillionrising.de in Deutschland bisher Gruppen in 125 großen und kleinen Städten zur Teilnahme angemeldet.

„Die Ereignisse an Silvester spielen uns in die Karten“, sagt Anita Maas, Vorsitzende des Vereins Frauenmantel. „Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf die Gewalt gelenkt, die hier existiert und die lange unter den Teppich gekehrt wurde.“

Dolly Hüther, Urgestein unter den Saarbrücker Frauenaktivistinnen, erzählt von einem Vorfall, den sie erst kürzlich mitten in der Bahnhofstraße miterlebt habe: Ein Mann habe seine Ehefrau geschlagen. Hüther stellte sich vor ihn und rief die Polizei . „Die Frau ist jetzt im Frauenhaus, ich bleibe dran“, sagte sie. Beim Thema Gewalt an Frauen nur Flüchtlinge in den Blick zu nehmen, davon hält die Gruppe denn auch gar nichts und fürchtet auch nicht, von Rechtsextremen vereinnahmt zu werden.

„Der ganze Flashmob ist was Internationales, das widerspricht all dem, was die Rechten wollen“, unterstreicht Melanie Steinmetz. „Die Rechten konzentrieren sich doch auf Deutschland, am besten mit einer Mauer drumherum. Und das wollen wir eben nicht, sondern Freiheit und Menschenrechte und hier eben mit dem Blick auf Frauen. Wir treten auch für die Flüchtlingsfrauen ein“, sagt die Saarlouiserin.

Nartan Zemelko wiederum erklärt: „Ich tanze auch für viele meiner Patientinnen, die Gewalt erfahren haben und sich nicht trauen werden, zu kommen. Wir tanzen auch, um als Frauen unsere Verbundenheit auszudrücken und der Gewalt etwas Positives entgegenzusetzen.“

Die Aktion beginnt am Sonntag, 14. Februar, um 15 Uhr auf dem Schlossplatz. Von dort ziehen die Frauen mit einer Trommelgruppe aus Saargemünd gemeinsam über die Alte Brücke zum St. Johanner Markt. Dort findet gegen 16 Uhr der Tanz-Flashmob statt, gefolgt von Gesang. Schirmfrau Petra Messinger, die Frauenbeauftragte der Stadt Saarbrücken , und der Frauennotruf werden Ansprachen zum Thema Gewalt an Frauen halten.

Für die Herstellung von Flyern und Plakaten sowie für GEMA-Gebühren rechnen die Organisatorinnen mit rund 400 Euro an Kosten. Zur Unterstützung hat sie zudem ein Spendenkonto eingerichtet.



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