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Terex Zweibrücken: Belegschaft verunsichert

Während die Gespräche um ein
»freiwilliges« Verlassen der Firma
bei Terex weitergehen,
wächst in der Belegschaft die
Verunsicherung.

Während die Gespräche um ein »freiwilliges« Verlassen der Firma bei Terex weitergehen, wächst in der Belegschaft die Verunsicherung.

Zweibrücken. Von den bisher betroffenen IG-Metall-Mitgliedern wollen offenbar nur wenige das Terex-Angebot annehmen, gegen eine Abfindung freiwillig das Unternehmen zu verlassen. Man sehe keine Alternative, habe keinen neuen Job in Aussicht und die Abfindung bringe mittelfristig nichts. Diese Tendenz schilderte gestern IG-Metall-Gewerkschaftsekretär Ralf Cavelius auf Merkur- Nachfrage. Die Gespräche werden diese Woche fortgeführt. Nach Informationen unserer Zeitung sollen von etwa 300 Mitarbeitern bis zu 180 zum Gehen bewegt werden (wir berichteten). Den Mitarbeitern wird jeweils eine Woche Bedenkzeit eingeräumt. Terex- Personalgeschäftsführer Michael Wöhler sagte gestern Abend: „Es gibt eine Reihe von Mitarbeitern, die dem Aufhebungsvertrag zugestimmt haben.“ Kommende Woche wolle man mit IG Metall und Betriebsrat über die Ergebnisse der Gespräche und weitere Schritte beraten. Ein betroffener Mitarbeiter schildert, wie so ein Gespräch abläuft: Ihm sei dabei der Aufhebungsvertrag vorgelegt worden, auf dem Abfindungssumme und Kündigungsfrist gestanden hätten. Auch habe sich Terex mit der Arbeitsagentur in Verbindung gesetzt und Stellenangebote eingeholt, die man ihm bei dem Gespräch präsentiert habe. Falls er nicht unterschreibe, sei ihm eine betriebsbedingte Kündigung andeutet worden. Eine Woche habe er Zeit zum Unterschrieben, solange sei er freigestellt. Seinen Arbeitsplatz solle er nach Vertragsunterschrift räumen.

Warum die Mitarbeiter gleich freigestellt werden, wollte Michael Wöhler nicht näher kommentieren: „Die Situation ist für die Mitarbeiter schwierig genug.“ Da eine mögliche Trennung ein großer Lebenseinschnitt wäre, sollten die Mitarbeiter Gelegenheit haben, in Ruhe zu überlegen, mit ihrer Familie oder einem Anwalt zu sprechen. Derweil wächst nach Merkur-Informationen in der Belegschaft auch der Unmut auf den Zweibrücker Terex- Betriebsrat – einen Gesamt- oder Konzernbetriebsrat gibt es nicht. Auf Merkur- Anfrage war dort auch gestern niemand zu sprechen.

Aus dem Betriebsratsbüro kam einmal mehr nur der Hinweis, dass die Betriebsräte den Abfindungsgesprächen beiwohnen müssten. „Das Problem ist, dass die Leute vom Betriebsrat in so einer Situation erwarten, dass er die Welt bewegt“, erklärt Ralf Cavelius von der IG Metall. Dabei stünden die Betriebsratsmitglieder selbst unter Druck. Am 5. Dezember finde eine Betriebsversammlung in der Dinglerstraße stattfinden. Weil diese ohnehin geplant gewesen sei, habe man sie nicht vorgezogen, so Cavelius, der mit bis zu 1600 Teilnehmern rechnet. IGMetall- Mitglieder seien durch ein Schreiben von IG Metall und Betriebsrat über die aktuelle Entwicklung informiert worden.

Zu dem Gerücht, dass die Vertriebssparte aus der Rosenstadt ausgelagert werden soll, wiederholte Wöhler gestern: „Zweibrücken ist unser größter Standort und einer der wichtigsten. Wir haben ein tolles Produkt und wissen, was wir an der Belegschaft haben. Es gibt keine Planungen, den Standort zu schließen oder zu verkaufen.“ Da stimmt Cavelius zu: „Terex hat viel Geld in qualifizierte Arbeitskräfte gesteckt. Man würde sich ein Standbein wegschneiden, wenn man sich nun von ihnen trennen würde.“

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