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Terex Zweibrücken: Jetzt drohen Kündigungen

Ein Ende der Krise ist beim Kranbauer Terex-Demag noch immer nicht in Sicht.

Ein Ende der Krise ist beim Kranbauer Terex-Demag noch immer nicht in Sicht.

Zweibrücken. Bei der Firma Terex-Demag wird es weiteren Personalabbau am Standort Zweibrücken geben. Das bestätigte Personalgeschäftsführer Michael Wöhler (Foto: pm/voj) auf Merkur-Anfrage: "Es wird in einem Jahr weniger Stellen geben." Grund sei die weiterhin schwierige wirtschaftliche Situation beim Kranbauer: "Auch für das Jahr 2012 gibt es keine Verbesserung der Auftragslage", sagt Wöhler. Zwar gebe es einzelne neue Aufträge, insgesamt sei aber sogar mit einer leichten Verschlechterung der Situation im Vergleich zum Jahre 2011 zu rechnen.

Wie genau der Personalabbau vonstatten gehen soll, darüber führt die Geschäftsführung derzeit Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall Homburg-Saarpfalz. Deren Gewerkschaftssekretär Ralf Cavelius spricht von einer "hochdramatischen Situation". Auch betriebsbedingte Kündigungen bei der Stammbelegschaft stehen im Raum. "Die Gerüchteküche brodelt", sagt Cavelius, der bislang allerdings keine Prognose über Art und genauen Umfang des Stellenabbaus abgeben will. Auch Wöhler hält sich in der Hinsicht noch bedeckt. In den vergangenen zwei Jahren hat Terex-Demag bereits hunderte Stellen abgebaut - damals betraf es Befristete und Leiharbeiter.

Dass dieses Mal auch im größeren Umfang Kündigungen in Stammbelegschaft ausgesprochen werden müssen, wollen alle Beteiligten möglichst vermeiden. Laut Wöhler führt die Geschäftsführung deshalb bereits Gespräche mit mehreren Mitarbeitern über ein freiwilliges Ausscheiden aus dem Unternehmen. Mit der IG Metall und dem Betriebsrat geht es zudem über Maßnahmen wie eine Ausweitung der Kurzarbeit. Laut Cavelius will die Gewerkschaft einen Beschäftigungssicherungsvertrag aushandeln, der im Gegenzug zum Verzicht auf Kündigungen eine Absenkung der Arbeitszeit vorsieht.

Seit etwa zwei Wochen laufen die Gespräche zwischen der Terex-Führung und den Arbeitnehmer-Vertretungen, sagt Cavelius. Dass die Geschäftsführung das Gespräch gesucht hat, bewertet der Gewerkschaftssekretär als ausgesprochen positiv. Er betont allerdings auch, dass Terex selbst kein Interesse an betriebsbedingten Kündigungen haben könne. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben wären davon vor allem jüngere Beschäftigte betroffen - die das Unternehmen selbst ausgebildet hat. "Damit würde sich Terex ins eigene Fleisch schneiden", meint Cavelius. Auf der anderen Seite gebe es deutliche Sparvorgaben von Seiten des amerikanischen Mutterkonzerns.

Denn seit 2010 haben die drei hiesigen Werke in der Dinglerstraße, in Bierbach sowie in Wallerscheid mit einer schwachen Auftragslage zu kämpfen. "Wir sind in einem sehr zyklischen Markt unterwegs", sagt Wöhler. Dieser sei von langen Auf- und Abschwungwellen geprägt. Die Geschäftsführung habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich die Lage mittelfristig wieder entspannt. Ansonsten würde man ja Instrumente wie die Kurzarbeit gar nicht einsetzen, betont Wöhler. Deshalb stehen die drei Werke derzeit auch nicht zu Diskussion: "Zweibrücken bleibt für uns ein ganz wichtiger Standort", betont Wöhler. "Es wird in einem Jahr weniger Stellen geben."

Michael Wöhler, Geschäftsführer Personal bei Terex-Demag

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