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Tierschützer krisitieren Angel-AG

An der Schule an Orscholz gibt es eine Angel-AG – dagegen laufen die Tierschützer von PETA Sturm. Foto: Rolf Ruppenthal</p>

An der Schule an Orscholz gibt es eine Angel-AG – dagegen laufen die Tierschützer von PETA Sturm. Foto: Rolf Ruppenthal

Naturschutz, Gewässerkunde, der Gebrauch von Angelausrüstungen und vieles mehr: Seit über zehn Jahren drücken Schüler an der Gesamt- und Gemeinschaftsschule Mettlach-Orscholz die Schulbank, um in einer Arbeitsgemeinschaft den Angelschein zu erwerben. Gegen diese AG läuft die Tierrechtsorganisation PETA jetzt Sturm. „Das Töten von empfindungsfähigen Tieren darf kein Lernangebot sein“, sagt Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Die Schule hat einen Lehrauftrag und sollte Kinder und Jugendliche für andere Lebewesen sensibilisieren – im Angelunterricht hingegen wird den Schülern ihr natürliches Mitgefühl abtrainiert.“ Für PETA ist es ein Unding, friedliche Tiere mit einem Köder anzulocken und ihnen einen Haken durch den Mund bohren. Fische sind laut der Tierrechtsorganisation neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten und einem komplexen Sozialleben. Die Tiere kommunizierten auf vielfältige Weise und würden Freundschaften schließen. Zudem beweisen laut PETA internationale Studien, dass Fische Schmerzen spüren. So komme auch das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Ergebnis, dass „ Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“.

Auf die Ermahnung von PETA, dass Töten von Lebewesen kein Lernangebot sein darf, hat Georg Dillschneider, Schulleiter der Gesamt- und Gemeinschaftsschule, nach seinen Worten noch nicht geantwortet. „Nicht das Quälen oder Töten von Tieren steht in der Arbeitsgemeinschaft im Mittelpunkt, sondern Natur- und Umweltschutz. Die zehn bis 15 Schüler lernen neben Gewässerkunde die Zuordnung der Fische , ihre Laichgewohnheiten und Laichzeiten sowie ihre bevorzugten Aufenthaltsplätze.“ Auch der Respekt vor der Natur und den Tieren ist laut Dillschneider ein Thema. Natürlich lernten die Schüler auch Techniken, wie Fische schonend abgehakt werden. „In der Regel findet der Unterricht in der Schule statt“, sagt der Schulleiter. „Wir haben kein Gewässer in unserer Nähe.“ Anders als bei der Fischerei auf der Hochsee, bei der die Tiere auf den Schiffen oft einen langsamen und grausamen Tod durch Ersticken erlitten, sei dies beim Angeln anders. Das Tier müsse nicht lange leiden, sondern werde mit einem gezielten Schlag auf den Kopf getötet. Überhaupt hält seiner Meinung nach die Forderung von PETA mit der Realität nicht stand. „Wir sind angehalten, in unserer Mensa neben einem Fleischgericht jeden Tag in der Mensa ein vegetarisches Gericht anzubieten. Einmal in der Woche muss – wegen einer ausgewogenen Ernährung – auch Fisch auf dem Speiseplan stehen. Im vergangenen Jahr war sogar zweimal Pflicht.“

Die Schule nur auf die Angel-AG zu reduzieren, ist nach Ansicht von Dillschneider der falsche Ansatz. „Wir bieten jede Menge Arbeitsgemeinschaften für unsere Schüler an – vom Chorgesang bis zur Gitarren-AG, vom Werken bis hin zu verschiedenen Sportarten oder Tanz und Theater. Die Angel-AG ist eine unter vielen und mittlerweile Modellprojekt, das von anderen Schulen übernommen worden ist.“

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