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Tote und Erkrankte: Landesamt warnt vor Asbest

Die
Gefahr, die von Asbest ausgeht,
wird häufig nicht ernstgenommen.

Die Gefahr, die von Asbest ausgeht, wird häufig nicht ernstgenommen.

Saarbrücken. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt (IG BAU) zwei Bauarbeiter im Saarland an Asbestose gestorben. Insgesamt habe es 62 Erkrankungen gegeben, die auf den Kontakt mit Asbest zurückzuführen seien. Anlässlich des Inkrafttretens des Arbeitsschutzgesetzes mahnt die IG BAU deshalb zur Vorsicht im Umgang mit Asbest bei Sanierungsarbeiten. In Nachtspeicherheizungen, Abdeckplatten oder im Bodenbelag – krebserregende Asbestfasern seien nach wie vor eine große Gefahr für Bauarbeiter, warnt der Bezirksvorsitzende der IG BAU, Heinrich Weber.

Oft reicht ein Atemzug

Aber auch Hausbesitzer seien gefährdet: „Luftdicht versiegelt ist Asbest selten eine Gefahr. Aber beim Abriss oder Umbau werden die feinen Fasern aufgewirbelt. Mit Pech reicht da schon ein einziger Atemzug, um dann nach Jahren an Asbestose, Lungen- oder Kehlkopfkrebs zu erkranken.“ Man führe regelmäßig Gespräche mit den Berufsgenossenschaften, ergänzt Weber, wenn brisante Themen, Unfälle oder Krankheiten aufträten. „Oft sind es kleinere Dachdeckerbetriebe, die meinen, sie kennen sich aus im Umgang mit Asbest und legen dann selbst Hand an.“ Dabei werde oft die Vorsicht beim Abbruch und der Entsorgung des giftigen Stoffs beiseite geschoben. Der Gewerkschafter empfiehlt Hausbesitzern daher dringend, die Zusammenarbeit mit dem saarländischen Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). „Wer vor Beginn der Bauarbeiten die Behörden informiert, ist auf der sicheren Seite. Um letzte Zweifel zu beseitigen, reicht ein kurzer Baustellen-Check in den meisten Fällen aus.“

Das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz, das die fachliche Aufsicht über das LUA führt, weist darauf hin, dass der Umgang mit Asbestzementplatten täglich ein Thema sei und leider immer wieder sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten sei.

Grundsätzlich besteht, laut Ministerium, beim Umgang mit Asbest eine Gefahr für die Gesundheit derjenigen, die dort arbeiten, und andere Menschen im Umfeld. Baustellen oder Bauvorhaben, bei denen es um asbestbelastete Materialien geht, sind nach der Gefahrstoffverordnung anzeigepflichtig.

Auch muss ein Arbeitsplan aufgestellt werden, der die Schutzmaßnahmen nennt, die getroffen werden. Ist ein Gebäude mit Asbest belastet, dürfen Abbruch- und Sanierungsarbeiten nur von Fachbetrieben durchgeführt werden. Allerdings schreibt die Gefahrstoffverordnung in diesen Fällen eine Sanierung nicht zwingend vor.

AUF EINEN BLICK

Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) gibt, ebenso wie Entsorgungsunternehmen, Hinweise zum fachgerechten Umgang mit dem gefährlichen Müll.

Ausgebaute asbesthaltige Produkte dürfen bis auf wenige Ausnahmen nicht erneut verwendet werden. Sie müssen als asbesthaltige Abfälle in speziell dafür zugelassenen Anlagen beseitigt werden.

Gewerbsmäßig darf der Sondermüll nur mit Genehmigung eingesammelt und transportiert werden; für Privatleute gilt die Ausnahme. Sie können den Asbestmüll in „haushaltsüblichen“ Kleinstmengen in geeigneten Behältern bereitlegen. Kommunale Entsorgungsbetriebe holen gegen Gebühr den Sondermüll ab. hcr

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