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Trotz Sparzwang: Saarbrücker Kulturdezernent will Kultur-Projekte sichern

Gesichert sind aber trotz der Mittelsperre durch das Land, alle festen freien Einrichtungen wie das Theater im Viertel.

Gesichert sind aber trotz der Mittelsperre durch das Land, alle festen freien Einrichtungen wie das Theater im Viertel.

Saarbrücken. „Es herrscht eine gewisse Unsicherheit, aber keine Hoffnungslosigkeit“, sagt Kulturdezernent Erik Schrader und meint damit die möglichen Auswirkungen der erneuten Sparauflagen für die Kultur. Noch gibt sich der Dezernent eher gelassen – auch angesichts der Tatsache, dass bei der ohnehin schon darbenden Kultur nur noch homöopathische Summen zu sparen wären. „Der Verlustausgleich an die städtische Gesellschaft GIU beträgt fast fünf Millionen, die Schwimmbäder kosten 1,5 Millionen, der Zoo braucht zwei bis 2,2 Millionen als Defizit-Abdeckung: Vor diesem Hintergrund bin ich zuversichtlich, dass nicht über die 94 000 Euro für Projekte der freien Szene gestritten wird“.

Ein Lieblingskind des Dezernenten ist ohnehin noch rechtzeitig in die Gänge gekommen: Der Ausbau des ehemaligen Feuerdrachens, des Seitentrakts der Alten Feuerwache, als neues Domizil für das freie Theater im Viertel steht nicht mehr zur Debatte. „Das ist ein Zug, der rollt, den hält man nicht mehr auf“.

Schraders Sparziel: 50 000 Euro

Dennoch ist natürlich auch ein Kulturdezernent gefordert, wenn das Land den städtischen Haushalt mal wieder nicht genehmigt und weiter harte Sparauflagen zu erwarten sind. Etwas früher als gedacht wird er deshalb zum Beispiel mit dem neuen Leiter des städtischen Filmhauses Michael Jurich über mögliche Sparmaßnahmen sprechen. „Ich mache mir keine Sorgen um das Filmhaus“, meint er, „aber man muss prüfen, ob man das gleiche Programm mit weniger Zuschuss machen kann, wo man Kosten reduzieren und Einnahmen steigern kann.“ Schraders Sparziel: 50 000 Euro.

Was ihn an den Sparauflagen besonders grämt, ist weniger die Angst, dass noch mehr gekürzt werden könnte – da vertraut er auch auf eine Resolution von SPD, Linke und Grünen, die „Kürzungen bei Bildung und Kultur explizit ausgeschlossen haben“.

„Unsere Sparbemühungen werden leider nicht belohnt“

Schrader ist eher erbittert darüber, dass er Gelder, die er – etwa beim Kleinen Theater – eingespart hat, nicht im Kulturetat behalten kann. Das heißt, was die Kultur derzeit einspart, verschwindet alles im großen Haushaltsloch der Stadt. Noch vor ein paar Monaten hoffte der Dezernent, wenigstens einen Teil des Eingesparten für andere Kulturangebote verwenden zukönnen. „Unsere Sparbemühungen werden leider nicht belohnt“.

Gesichert sind aber trotz der Mittelsperre durch das Land, alle festen freien Einrichtungen wie das Theater im Viertel. „Sie haben ihr Geld fürs erste Halbjahr schon bekommen. Auch den Festivals haben wir ihr Geld schon ausgezahlt, im Rahmen der Kompetenz der Oberbürgermeisterin“.

Weniger rosig ist die Lage bei Projekten der freien Szene. „Da können wir diesen eleganten Weg nicht leider nicht gehen“. Auch wenn das keine großen Summen seien, für die eine oder andere Gruppe bedeutet das womöglich, dass sie ihre Premieren verschieben oder absagen müssen. „Es wäre besser gewesen, wenn die Ratsmitglieder so mutig gewesen wären, die Gelder im Februar freizugeben“, meint Schrader.

Auch Kulturamts-eigene Projekte sind betroffen. „Wenn es ganz schlimm endet, würde 2010 die freie Szene nichts machen können, und das Kulturamt müsste im zweiten Halbjahr sehr ruhig agieren.“

Hintergrund

Die Stadt Saarbrücken hat bekanntlich in diesem Jahr einen starken Akzent auf Kunst im öffentlichen Raum gesetzt. Dies ist weitgehend nicht von der Haushaltssperre betroffen. „Die Gelder sind zwar noch nicht ausgezahlt, aber die Verträge sind abgeschlossen, und die Stadt muss sie einhalten“, sagt Schrader.

Und die Bauarbeiten für das „Tor de France“ (Foto: Maurer), die beiden Kreisel-Skulpturen des Künstlers Michael Sailstorfer auf dem Eurobahnhof-Gelände, kämen so schnell voran, dass auch da nichts mehr zu stoppen sei. „Das kommt uns zupass“, meint Schrader. Denn natürlich könnte solch ein Bauprojekt ansonsten zumindest hinterfragt werden. bre

© WhatsBroadcast
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