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Trotz sinkender Umsätze: Immer mehr Friseure im Saarland

Zunahme der Kleinstbetriebe hat negative Folgen

Die zunehmende Konkurrenz in der Branche belegt ein Beispiel aus Saarbrücken: Heinz Gehse ist Geschäftsführer von Coiffeur de Paris, einem Traditionsbetrieb in der Saarbrücker Innenstadt. Nicht weit davon entfernt hat vor kurzem eine Filiale der Kette Speed-Hair eröffnet und bietet Haarschnitte zu weitaus niedrigeren Preisen. Er sieht die Entwicklung ungerne, glaubt aber dennoch an das Konzept seines Salons. „Unsere Kunden wollen exzellenten Service, eine angenehme Atmosphäre und gut ausgebildete Friseurinnen.“ Von der Stammkundschaft habe er darum auch noch niemanden verloren. „Bei der spontanen Laufkundschaft spürt man die wachsende Konkurrenz aber schon“, sagt Gehse.

Zwei Speed-Hair-Filialen gibt es bereits in Saarbrücken, eine dritte wird Anfang August folgen. „Unser Preis scheint auf den ersten Blick niedrig“, erklärt Wilfried Knauf, Geschäftsführer der Kette, „dafür haben wir aber höhere Preise beim Färben. Wir planen über eine Mischkalkulation.“ Eine Abfertigungspflicht gebe es bei ihm jedenfalls nicht, seine Mitarbeiter, derzeit 50 im Saarland, seien in einer Ketten-eigenen Friseurschule drei Jahre lang ausgebildet worden. Kritik gegen seine Kette erklärt Knauf mit Unwissenheit. Aber auch er weiß von „desaströsen Verhältnissen“ im Handwerk. „Wenn ein Haarschnitt unter acht Euro kostet, ist das bedenklich.“

Und die Zukunft? „Unterm Strich wird sich eine gute Schicht an Betrieben halten können“, glaubt Landesinnungsmeister Ruffing. Er fordert aber vom Staat mehr Kontrollen von Kleinstbetrieben. Schließlich gingen ihm durch Schwarzarbeit große Steuersummen verloren.

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