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US-Filmregisseur Mick Garris kommt am Samstag nach Saarbrücken

Eine banale Frage, die sich dennoch aufdrängt: Wovor fürchtet sich ein Horror-Regisseur privat? „Donald Trump als US-Präsident. Das ist das Schrecklichste, was ich mir vorstellen kann“, sagt Mick Garris, der sich mit Schrecken bestens auskennt. Der Regisseur, Produzent und Autor ist vor allem bekannt für seine Stephen-King-Verfilmungen, darunter „The Stand“ (1994), „Riding the bullet“ (2004) und „Bag of bones“ (2011). 1997 hat er Kings „The Shining“ fürs Fernsehen adaptiert – für manche ein Sakrileg, hatte Stanley Kubrick den Roman doch 1980 unvergesslich mit Jack Nicholson verfilmt. Doch Garris nahm das gelassen, schrieb ihm doch King selbst das Drehbuch, weil der am Kubrick-Film laut Garris nicht mochte, dass er sich „von der sehr persönlichen Vorlage so weit entfernt hat“. Dass die Mini-Serie damals im Kubrick-Vergleich gut ankam, habe ihn aber erleichtert, sagt Garris. Seine liebsten King-Filme (von anderen) sind „Stand by me“ von Rob Reiner, Frank Darabonts „Die Verurteilten“ und „The dead zone“ von David Cronenberg – da kann man ihm kaum widersprechen.

Morgen ist der 64-Jährige in Saarbrücken zu Gast, bei der „Splatterday Night Fever“-Filmnacht im Cinestar. Zu solchen Fantreffen oder Festivals geht Garris gerne, „es ist einfach nett, Leute zu treffen, die dasselbe mögen wie ich“. Zumal, so scheint es, die Gemeinde der Gruselfreunde zusammenhalten muss, gilt das Genre doch bei konservativeren Kinogängern nach wie vor als Schmuddelkind. „Horrorfilm wird abgetan und landet in der kulturellen Gosse“, sagt Garris, „aber gute Horrorfilme tun das, was schon Buñuel und Dalí 1929 mit ‚Ein andalusischer Hund' getan haben: Sie erschrecken mit einer neuen Bildwelt, sie brechen Tabus.“ Zudem seien sie ein präzises Abbild aktueller Stimmungen. „Schauen Sie sich einen Horrorfilm an, der bei seinem Erscheinen ein großer Erfolg war – Sie bekommen ein gutes Bild von dem damaligen Zeitgeist und den Ängsten.“

Deshalb sind für ihn die meisten Horrorfilmer, die mehr an Schrecken als an Ekel interessiert sind, „nachdenklicher und reflektierter als etwa gutgelaunte Menschen in einem Football-Stadion“. Garris glaubt (und nimmt sich dabei nicht aus), dass die meisten Künstler im Genre des Phantastischen in ihrer Jugend nicht besonders beliebt waren. „Viele von Ihnen waren Außenseiter und dadurch mit den dunkleren Seiten des Lebens vertraut. So können sie sich noch heute mit den Ausgestoßenen identifizieren und Schreckenerregendes oder Andersartiges eher akzeptieren und verstehen.“

Garris, ein Fan des deutschen expressionistischen Kinos, hat als Filmjournalist und Drehbuchautor begonnen, darunter für die Spielberg-Produktion „Das Wunder in der 8. Straße“; er produzierte Reportagen über Dreharbeiten und führte unzählige Interviews mit Darstellern, Regisseuren, Autoren, Maskenbildnern – etwas, was er heute noch gerne tut: Fürs Fernsehen befragt er seit 2009 in der Reihe „Post Mortem“ Kollegen wie William Friedkin, Roger Corman und Rob Zombie. „Regisseure arbeiten fast immer allein, so bleibt das die einzige Möglichkeit, sich darüber auszutauschen, wie und wie unterschiedlich wir arbeiten.“ Für die TV-Anthologie „Masters of Horror“ (2005-2007) hat er Regisseure wie Dario Argento, Joe Dante, Takashi Miike, John Landis und John Carpenter zusammengebracht. Garris, so scheint es, ist mindestens ebenso ein Fan des Genres wie eben Filmemacher. Kollege Carpenter meinte einst, seine Filme seien mittlerweile weniger erschreckend, weil ihn die Welt weniger ängstige. Bei Garris liegt der Fall anders: „Für mich ist die Welt an sich und ganz besonders die USA im Moment so furchterregend wie seit langer Zeit nicht mehr. Horrorfilme machen mir im Vergleich nicht besonders viel Angst.“

Kein Schrecken im klasssischen Sinne, aber doch ein enormes Ärgernis sind für ihn die diesjährigen Oscar-Nominierungen, die so wirken, als wollten die Weißen unter sich bleiben – keine neue Entwicklung. „Es ist schockierend, dass so wenige verschiedene ethnische Gruppen in den vergangenen Jahren bei den Nominierungen berücksichtigt wurden.“ Amerika sei ein Schmelztiegel und eine Heimat für Menschen vieler Hautfarben. „Wenn dann fast nur Weiße nominiert werden, ist das der blanke Hohn.“

Termin: Samstag 20 Uhr, im Cinestar. Es läuft ein Überraschungsfilm von Mick Garris, dazu gibt es eine Diskussion und Autogrammstunde. Es laufen auch die Produktionen „Imprint“ und „Tales from the crypt“. Einlass ab 18 Jahren.

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