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Unbekannte drohen Amoklauf an der Rastbachtal-Schule an

Burbach. „Amoklauf am 15. November“ – ein Satzbrocken, der eine Lawine auslösen kann. Die Drohung stand auf einer Bank in der Gesamtschule Rastbachtal. Eine ernst zu nehmende Drohung oder nur ein geschmackloser Scherz? Als Schulleiterin Ulrike Kleer vor zwei Wochen davon erfuhr, reagierte sie sofort: Sie rief die Polizei an und nahm Kontakt mit dem Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) auf, das Lehrer auf Krisensituationen vorbereitet. Die Polizei ermittelte an der Gesamtschule Rastbachtal. Ergebnis: keine Gefahr.

Schulleiterin Kleer konnte aufatmen – aber nur kurz. Die Drohung sprach sich schnell herum, Schüler verbreiteten sie im sozialen Netzwerk Facebook, Trittbrettfahrer drohten an anderen Schulen Amokläufe an. Kleer informierte die Eltern darüber, dass die Polizei Entwarnung gegeben hatte, überließ ihnen aber die Entscheidung, ob sie ihre Kinder gestern zur Schule gehen lassen – oder nicht.

Gestern, am 15. November, blieben viele Stühle in den Klassen leer. Polizisten in Zivil sicherten das Schulgelände, auch ein LPH-Mitarbeiter war vor Ort. Ob sie ihnen garantieren könne, dass den Kindern nichts passieren würde – das hätten Eltern sie gefragt, sagt Kleer, die seit 1982 an der Gesamtschule Rastbachtal unterrichtet und seit 2002 Schulleiterin ist.
„Ängste sind geblieben – auch wenn wir alle notwendigen Schritte eingeleitet haben und die Polizei Entwarnung gegeben hat“, sagt Ulrike Kleer und fügt hinzu: „Nach den Vorfällen in Erfurt und Winnenden sorgt schon das Stichwort ‚Amok’ für helle Aufregung.“ Etwa zwei Drittel der Schüler blieben zu Hause. Einige der Anwesenden spielten in der Pause ausgelassen Fußball, andere bekannten, dass sie „ein komisches Gefühl“ hätten.

„Wir unternehmen viel, um Amokläufe zu verhindern. Wir fördern unsere Schüler und legen großen Wert auf ein gutes Miteinander“, sagt die Rektorin. Die Pinnwand hinter ihrem Schreibtisch unterstreicht ihre Aussage. Dort hängen unter anderem Broschüren der Sozialarbeiter und Mediatoren, die sich um die Schüler kümmern. Schüler, die in Sportarten wie Fußball oder Handball gut sind, bekommen ein Spezial-Training.
Es gibt zahlreiche Projekte an der Schule, zum Beispiel „Erwachsen werden“. Das Programm der deutschen Lions-Clubs soll zehn- bis fünfzehnjährigen Jugendlichen Werte vermitteln und ihnen dabei helfen, Konflikte zu lösen sowie Selbstvertrauen zu gewinnen.

Darüber hinaus haben Lehrer der Gesamtschule Rastbachtal bereits vor der Drohung an Kursen des LPH teilgenommen, um in Krisensituationen angemessen reagieren zu können. Sie haben gelernt, wie man potenzielle Amokläufer erkennt, Gewalt vorbeugt und im Ernstfall handelt.
Als in den vergangenen Tagen auf Facebook verbreitet wurde, der Amoklauf würde nicht in Burbach, sondern an Schulen in Klarenthal und Gersweiler stattfinden, hat der Kriminaldauerdienst auch dort ermittelt – und festgestellt, dass keine Gefahr droht. „Es handelte sich um eine Ente. Wir gehen solchen Ankündigungen nach, intensiv, aber diskret – weil wir Trittbrettfahrern keine Bühne bieten wollen. Deshalb wollen wir solche Ereignisse auch nicht groß publikmachen“, sagt Georg Himbert, Sprecher der Landespolizeidirektion Saarbrücken.

Auch Schulleiterin Kleer will das Ereignis nicht aufbauschen und Trittbrettfahrern keine Bühne bieten. Trotzdem will sie den Vorfall nicht unter den Teppich kehren, sondern ihn gemeinsam mit ihren Schülern und Lehrern aufarbeiten, um vorzubeugen: „Wir können das Thema nicht totschweigen, müssen aber sensibel damit umgehen. Wie können wir Amokläufe verhindern? Wie sollten wir mit solchen Trittbrettfahrern umgehen? Wie sollten wir mit unseren Ängsten umgehen? Diesen und anderen Fragen wollen wir uns intensiv widmen.“

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