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Völklingen: Jugendliche von der Straße holen

Völklingen. Als die Streetworker Klaus (Name geändert) kennen lernen, ist er obdachlos und drogenabhängig. Der junge Mann lebt in einem Keller eines Mehrfamilienhauses, ist nicht krankenversichert und hat keine Einnahmen. Außerdem macht ihm eine große eiternde Wunde am Hals zu schaffen. Er nimmt gerne Hilfe an: Die Streetworker stellen ihn bei den Ärzten der ambulanten Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes vor, eine Krankenversicherung wird beantragt. Mit dem Job-Center handelt man aus, dass Klaus Essensgutscheine erhält. Inzwischen hat er eine eigene Wohnung. Nach der Entgiftung nimmt der 21-Jährige an einer Fördermaßnahme teil. Jetzt soll er zu einer Langzeittherapie motiviert werden.

Die Geschichte von Klaus schildern die Streetworker Jana Keller und Frank Hanke in ihrem Bericht an den Stadtratsausschuss für Kinder, Jugend und Soziales. Seit knapp zwei Jahren suchen die Mitarbeiter des SOS Kinderdorfs Saarbrücken im Auftrag der Stadt junge Leute auf, die sich auf öffentlichen Plätzen treffen. Die beiden sprechen nicht nur mit Gruppen. In den ersten drei Quartalen des Jahres zählten sie 32 Einzelfallhilfen. Mittlerweile, berichtete Hanke am Dienstag in der Ausschusssitzung, gebe es in Völklingen mehrere obdachlose Jugendliche. Die Stadt fördert auch die Kinderbetreuungsbörse im Völklinger Carré. In diesem Jahr, erklärte die Leiterin Lisa Weber, gab es bisher 180 Anfragen. Ein neues Angebot richtet sich an Alleinerziehende und Empfänger von Arbeitslosengeld II.



Um ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, wird die bereits bestehende Internet-Liste mit den Profilen der Kindertagesstätten im Regionalverband vervollständigt. Im kommenden Jahr will sich die Börse weiter um die Akquise von Betreuungspersonen für die Innenstadt kümmern. Dort ist der Bedarf noch nicht gedeckt. In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um das Stadtteilmütter-Projekt. Sieben Frauen unterschiedlicher Herkunft wurden für die Tätigkeit qualifiziert.

Von März bis Oktober kümmerten sich die Stadtteilmütter um 62 Rat suchende Menschen. Sie vermittelten Sprachförderangebote, übersetzten Behördenbriefe oder halfen in versicherungsrechtlichen Fragen. Das Projekt läuft im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort“. Am 31. Dezember endet die Förderung. Wegen der steigenden Nachfrage ist geplant, das Projekt fortzuführen. Dafür braucht man städtische Mittel: 6000 Euro aus dem Haushalt wären nötig, um das Angebot im nächsten Jahr zu sichern. Das Stadtteilforum Innenstadt würde sich mit 1000 Euro beteiligen. Das Projekt wäre dann nicht mehr auf das bisherige Fördergebiet beschränkt, könnte auf die gesamte Stadt ausgedehnt werden.

© WhatsBroadcast
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