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Völklingen: Stadt beseitigt Nazi-Schmierereien

(Symbolbild)

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Völklingen. Die Klasse 8 M 1 der Völklinger Erweiterten Realschule Am Sonnenhügel hat nun mit ihrer Aktion gegen Nazi-Schmierereien in der Innenstadt (siehe „Rückschau“) zumindest einen Teilerfolg erzielt. Die Mitglieder des Völklinger Sicherheitsbeirates fanden bei einem Ortstermin am Mittwochnachmittag zu ihrer eigenen Überraschung die Unterführung hin zum Alten Brühl zum großen Teil gereinigt vor.

So sieht es nun dort aus: In dem Abschnitt hin zur Stadtmitte, der mit Fliesen verkleidet ist, sind die Schmierereien bis auf einige, nur noch als Schemen erkennbare Rückstände verschwunden. Der zweite Abschnitt in Richtung stadtauswärts besteht aus schwerer zu reinigendem Beton-Untergrund. Dort sind die Hassparolen und -symbole zumindest mit weißer Farbe übertüncht worden – in der Form großen Heftpflastern ähnlich. Auf einer dieser Flächen prangt aber bereits ein neues, auch Polizeichef Werner Michaltzik bisher unbekanntes Zeichen.

Wer gereinigt hatte, war am Mittwochabend noch unklar. Gestern Morgen bestätigte dann Jürgen Manz, Persönlicher Referent von Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU), dass der Fachdienst Betrieb Öffentlicher Einrichtungen auf Anweisung seines Chefs eingeschritten war. Manz bat um Verständnis, dass die Naziparolen auf der Betonfläche nur überstrichen worden seien. Um diese Flächen komplett zu reinigen, sei ein Neuanstrich mit Fassadenfarbe und anschließender Behandlung mit Anti-Graffiti-Schutz erforderlich. Dafür würden Kosten in Höhe von rund 8000 Euro entstehen.

Wegen der bisher noch ausstehenden Genehmigung des Haushaltes sei zur Zeit leider noch keine weitere Aktivität der Stadt möglich. Die Verwaltung werde aber mit erhöhter Aufmerksamkeit regelmäßig die infrage kommenden Flächen kontrollieren, um schnellstmöglich für erforderliche Reinigungen zu sorgen. Zur Zeit würden die Eigentümer der privaten Flächen ermittelt, die mit Schmierereien versehen worden sind. Die Stadt werde diese Eigentümer bitten, die jeweiligen Flächen ebenfalls zu reinigen, so Klaus Lorigs Sprecher.

Der Oberbürgermeister hatte sich bereits zuvor per Brief an Schulleiterin Gisela Bodamer für das Engagement der Schule und der Jugendlichen bedankt. Er habe die zuständigen Fachdienste beauftragt, die Orte zu überprüfen und umgehend Maßnahmen einzuleiten. Lorig: „Ich würde mich freuen, wenn die Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft die Augen offen halten und solche Schmierereien umgehend melden.“


Meinung

Schnell weg mit dem Dreck

Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Oberbürgermeister Klaus Lorig hat sein Wort gegenüber den Schülerinnen und Schülern gehalten. In einer (für Behörden) noch einigermaßen akzeptablen Zeit wurden die schlimmsten Schmierereien auf städtischen Flächen beseitigt. Nun sind die betroffenen Privateigentümer gefordert, Gleiches zu tun.

Es fragt sich nur, warum niemand von den in der Stadt Verantwortlichen vorher genau hingesehen hat. Musste da zuerst der Weckruf von den jungen Leuten kommen? Jeder sollte jederzeit darauf achten, dass die Stadt und ihr Ruf sauber bleiben. Der Sicherheitsbeirat hat schon vor Jahren eine schnelle Eingreiftruppe gegen Graffiti angeregt.

Rückschau

Am 22. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, war die Klasse 8 M 1 in Kleingruppen auf Streifzug durch die Völklinger Innenstadt gegangen. Binnen zwei Stunden entdeckten die Realschüler 57 ausländerfeindliche und rassistische Schmierereien. Die entsprechende Dokumentation ging am 2. April an Oberbürgermeister Klaus Lorig. Lorig versprach mit Schreiben vom 10. April an die Schulleitung Abhilfe. er
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