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Völklinger City soll zum großem Gemüsegarten für alle werden

Bewaffnet mit Hacke, Schaufeln und Besen versenkte das Team rund 100 Pflanzen in allerbester Komposterde, eine Spende der Stadtgärtnerei. „Alles ist essbar, und aus den Ringelblumen kann man Tee machen, Salbe oder Seife“, erklärt Ellen Philipp. Und zählt die Sorten auf, die bald gepflückt werden sollen von den Völklinger Bürgern. Es gibt schwarze und rote Johannisbeere, Brombeere, Himbeere, Kartoffeln der beliebten Sorte, Kohlrabi und Wirsing. Beim Kürbisgewächs ist sich Ellen Philipp nicht ganz sicher: „Ich glaube, es ist gelbe Zucchini, könnte aber auch Gurke sein.“ Bei der Buschbohne habe sie eine besonders hübsche, weil rotblühend, gewählt.

Daneben kommen auch Kräuter-Freaks auf ihre Kosten: Kerbel, Minze, Büschel von Oregano, Dill, Kapuzinerkresse, Sauerampfer, könnten manches Gericht in Völklinger Kochtöpfen aromatisch bereichern. Auch für die Kräuter gilt ausdrücklich, sie sollen abgeerntet werden von Passanten. Zwischen den Pflanzen säten die Bürgerarbeiter Samen von Rucolasalat und Radieschen aus. Viele der Pflanzen wurden im Bürgergarten (früher VHS-Ökogarten) in Fürstenhausen vorgezogen. Auch der wird von den Bürgerarbeitern um Ellen Philipp betreut – ebenfalls als Projekt des ZBB.

„Wir haben noch einiges in petto“, kündigt Ellen Philipp an. „Wenn die Leute brav sind“, will sie noch Thymian, Salbei und Rosmarin setzen. Auch sollen die Salate und Kräuter immer wieder ersetzt werden, wenn sie abgeerntet wurden. Dass ihre Angst vor Vandalismus nicht ganz unbegründet ist, zeigen die vereinzelten Reaktionen von Passanten. Rosemarie Petri lobt das Projekt: „Ich fürchte aber, die Pflanzen werden ausgerissen“. Auch die ältere Dame, die von ihrem Balkon aus die Pflanzaktion beobacht hatte, rechnet mit Besuch von Vandalen. Die beiden Teamchefinnen des ZBB wollen sich jedoch nicht entmutigen lassen. Ellen Philipp ist gespannt, wie es läuft. „Ich schaue täglich vorbei, der Platz liegt auf meinem Weg zur Arbeit.“ Auch die Mitarbeiter haben ein Auge drauf: Zweimal wöchentlich gießen sie und jäten Unkraut.

Auf einen Blick

Das Völklinger Gartenprojekt orientiert sich an dem der Stadt Andernach, wo in öffentlichen Grünanlagen seit 2010 Gemüse angebaut wird. Auch in Saarbrücken gedeiht allerlei unter dem Motto „Essbare Stadt“. Das Projekt „Wir bringen den Garten in die Stadt“ wird finanziert vom Land und Jobcenter, erklärt Susann Gerber. Teamchefin Ellen Philipp würde gerne in ähnlicher Form auch mit Kindertagesstätten und Schulen zusammenarbeiten, wie sie sagt. red

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