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Waderner Bauer ackert mit GPS-Unterstützung

Wadern. Fast schnurgerade fährt der Traktor in der Spur auf einem schräg abfallenden Feldstück in der Nähe von Büschfeld, einem Stadtteil von Wadern. Landwirt Jochen Vogt sitzt entspannt in der Fahrerkabine des Traktors. Mit der 210-PS-Maschine, die einen Pflug hinter sich herzieht, bearbeitet er den Ackerboden. Soweit scheint alles normal. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Traktor als ein mit Hightech bestücktes Spezialfahrzeug. Auf dessen Dach befindet sich ein Empfänger für Satelliten-Signale. Über das so genannte Global Positioning System (GPS) empfängt der Traktor die Signale und errechnet daraus seine aktuelle Position. Je mehr Signale der Traktor von den Satelliten empfängt, desto genauer ist die Navigation.

„Im Grunde ist das GPS nichts anderes als ein Navigationsgerät, das aber weitaus exakter arbeitet als ein solches. Das GPS kann mir meine Position auf zwei, drei Zentimeter genau angeben“, erklärt Vogt, der auf einem Familienbetrieb in Wadern-Büschfeld arbeitet. Er gehört, wie er sagt, der ersten Generation an, die mit den Hightech-Traktoren arbeitet. Rechts neben dem Lenkrad hängt ein kleiner Bildschirm – sozusagen der Bordcomputer, der den Traktor automatisch steuert. Ein kurzer Blick auf den Schirm des Minicomputers und Vogt sieht das Ackerfeld grafisch dargestellt: blaue Linien markieren die bereits abgefahrene Spuren, eine weiße Linie die aktuelle Spur, die der GPS-Traktor fährt. Links am Bildschirmrand die Feldgrenze, pinkfarben angezeigt.



Über eine andere Anzeige auf dem Schirm kann Vogt sehen, um wie viele Zentimeter der Traktor in jeder Sekunde von der Soll-Spur abweicht. Nach wenigen Minuten erreicht der Traktor das Ende der Spur. Der pinkfarben markierte Feldrand ist in der Natur eine Baumreihe. Ein Signal ertönt. Vogt legt wieder die Hände ans Lenkrad. Im selben Moment schaltet sich der „Auto-Pilot“ ab. Er dreht das Lenkrad nach rechts. „Ist eine Spur abgefahren, dann folgt die nächste. Zuvor hat der Computer alle Spuren mit dem exakt gleichen Abstand berechnet“, erläutert Vogt. Dann legt er einen Schalter um und aktiviert wieder das automatische Lenksystem. „Es ist viel einfacher, mit einem GPS-Traktor zu fahren als früher mit den alten Maschinen. Damals musste sich der Fahrer auf mehrere Sachen gleichzeitig konzentrieren: Er musste die Maschine im Auge behalten, die Spur halten und noch auf den Pflug achten“, sagt der Landwirt.

Zum Fuhrpark des Hofguts Vogt gehört auch ein Traktor, der schon seit 42 Jahren im Einsatz ist. Dazu sagt Vogt: „Anders als unsere zwei Traktoren eines namhaften US-amerikanischen Herstellers kann der nicht mit der GPS-Technik fahren.“ Und die komfortable Technik hat ihren Preis: Etwa 20 000 Euro kostet die GPS-Technik, schätzt Vogt. Doch die Anschaffung rentiere sich wegen etlicher Vorteile. Vogt spart Arbeitszeit durch ein exakteres Bearbeiten des Ackerbodens, wird durch die Technik ein Stück weit entlastet, weil sie ihm das Fahren erleichtert, und er benötigt durch das präzise Arbeiten auch weniger Kraftstoff, Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Selbst nachts kann Vogt dank des GPS-Systems fahren, wenn „es denn die Wetterlage zulässt“, sagt er und fährt weiter fast schnurgerade Pflugspuren auf dem Acker ab.

© WhatsBroadcast
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