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Waren die Einbrecher dilettantische Anfänger? Urteil erst im Oktober

Symbolfoto.

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Am Freitag wurde im Landgericht der Prozess gegen drei Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien fortgesetzt. Sie sollen mehrfach vergeblich versucht haben, ein Sulzbacher Ehepaar auszurauben. Die Schwester eines Angeklagten ist mit dem Sohn des Paares verheiratet.

Nach dem Verlauf des Prozesstages ergeben sich sehr unterschiedliche Bilder. Die Frau aus Sulzbach berichtete, dass ihr Mann am 21. Februar morgens nach dem Aufstehen Einbruchsspuren entdeckt hatte. „Angela, ruf die Polizei “ habe er gerufen. Die Versicherung hat den Schaden an der Haustür von 640 Euro übernommen.

„Gab's da was zu holen?“ fragte der Richter. Nein, das Paar verfügt weder über Schmuck noch über Bargeld. Die Täter sollen 150 000 bis 200 000 Euro in der Wohnung vermutet haben.

Der mitangeklagte Schwager des Sohnes der ausersehenen Opfer hat ein Entschuldigungsschreiben geschickt. Er schreibt, er sei auf die schiefe Bahn geraten. Für den Mann ist der Fall damit erledigt. Mit seinem Sohn, dessen Frau und deren Familie hat er nichts zu tun. Er war damals schon gegen die Heirat. Eine merkwürdige Rolle spielt der Sohn des Ehepaares. Als Schwager eines Angeklagten hat er ein Aussageverweigerungsrecht. Aber er will aussagen. Und nur das: „Mein Schwager ist unschuldig, das weiß ich genau“. Er bleibt trotz des Geständnisses bei seiner Aussage.

Doch möglicherweise befand sich das Sulzbacher Paar in höchster Gefahr. Nach der Zeugenaussage eines leitenden Kriminalbeamten gibt es enge Verbindungen zwischen den gescheiterten Einbrechern und einer hochkriminellen Bande aus dem ehemaligen Jugoslawien. Diese Leute begehen nach polizeilichen Erkenntnissen in wechselnder Zusammensetzung seit Dezember 2013 Raubüberfälle mit massiver Gewalt. Für Tippgeber, wo sich Einbrüche lohnen, soll es eine Belohnung von 30 Prozent geben. Die Bande habe es geradezudarauf abgesehen, dass die Bewohner zu Hause sind. Mann könne sie so befragen und brauche sich nicht mit langen Suchen aufzuhalten.

Für dieses „Befragen“ hatte die Bande einen Spezialisten. In Saarlouis-Picard soll ein Mann mit einem Bügeleisen gequält worden sein. Er wurde so lange gefoltert, bis er das Versteck von 50 000 Euro in seinem Haus preisgab. Auch mit anderen Fällen bundesweit wird die Bande in Verbindung gebracht. Das Sulzbacher Ehepaar hatte demnach großes Glück. Der „Mann fürs Grobe“ war für den Besuch schon eingeteilt – aber er hatte Zahnschmerzen und der Chef verschob den Termin.

Dem gegenüber sehen die Verteidiger der drei gescheiterten Einbrecher bisher keine Beweise dafür, dass es in Sulzbach zu einer derartigen Tat kommen sollte. Sie haben für alle die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Bisher ohne Erfolg. Das Gericht hat weitere Verhandlungstermine bis in den Oktober hinein anberaumt.
© WhatsBroadcast
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