A8 Luxemburg Richtung Saarlouis Dreieck Saarlouis Vollsperrung in Richtung A8 Dillingen-Süd, Bauarbeiten, Dauer: 18.05.2018 18:00 Uhr bis 22.05.2018 05:00 Uhr (18.05.2018, 06:54)

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Warum Saar-Schulen weg müssen vom "Kasernen"-Design

Der Erweiterungsbau der Grundschule Folsterhöhe ist nach Ansicht
von Architekt Heiko Lukas ein positives Beispiel.

Der Erweiterungsbau der Grundschule Folsterhöhe ist nach Ansicht von Architekt Heiko Lukas ein positives Beispiel.

Die Schulen in Deutschland sind zu abweisend – das sagt der Stuttgarter Architekt und Pionier der pädagogischen Architektur, Professor Peter Hübner. Vor allem, weil es in Zukunft immer mehr Ganztagsschulen geben wird. In einem Interview bemängelte Hübner jüngst, dass deutsche Schulen viel zu lang und zu groß seien und Schüler so ausgebremst würden.

Ähnlich argumentiert Heiko Lukas, der Präsident der Architektenkammer des Saarlandes. Für Ganztagsschulen brauche man andere Baukonzepte. Denn in Ganztagsschulen würden die Schüler nicht nur lernen, sondern auch leben. „Es gibt Lernphasen, Aktionsphasen und Ruhephasen. Darauf muss ein Gebäude reagieren können“, sagt Lukas. Häufiger gebraucht würden Räume, die zum Versammeln einladen, und Rückzugsorte für die Zeit zwischen den Schulstunden. Dies gelte nicht nur für Schüler.

Das Lehrpersonal solle in den Planungsprozess eingebunden werden. „In Dänemark gibt es Schulen mit etlichen Sitzgruppen und Lesenischen. Der Unterricht wurde teilweise mit einem Beamer auf offenen Flächen gehalten – und es hat funktioniert“, so Lukas. Auch Cafeteria und Bibliothek würden in Zukunft wichtiger, weil dort mehr Zeit verbracht werde. Also weg von dem „Kasernen“- Design, wie Peter Hübner sagt. Für Lehrer empfiehlt Architekten-Präsident Lukas Rückzugsräume, die sogar akustisch gedämpft sein könnten, um dem Pausenlärm zu entkommen. „Ein langer Flur und eine Abfolge von Räumen sind nicht mehr sinnvoll“, erklärt Lukas.

Räumliche Vielfalt sei das Stichwort, einladend und überschaubar. Dabei könne der Flur auch als Aufenthaltsfläche dienen. Nach Meinung der beiden Architekten müssten solche Vorhaben nicht unbedingt teurer sein als die alte Bauweise. Die Schule solle ein Heimatgefühl wecken, sagt Heiko Lukas. Dass das Saarland in dieser Hinsicht fortschrittlich plant, darauf setzt er große Hoffnungen. Für die Architekten bedeute ein solches Konzept eine reizvolle Aufgabe: „Architekten haben vor allem bei solchen Projekten auch eine soziale Verantwortung.“


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