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Warum in Luxembug tanken nicht immer billiger ist

Zapfsäule an einer Tankstelle. Foto: Becker & Bredel

Zapfsäule an einer Tankstelle. Foto: Becker & Bredel

Von SZ-Redakteur Johannes Kloth

Saarbrücken. Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel: Pünktlich zu Ostern erhöhen die Mineralölkonzerne kräftig die Preise, sehr zum Ärger der Urlauber. Und trotz der derzeit ohnehin rekordverdächtigen Spritpreise (ein Liter Super E5 kostete an vielen Markentankstellen im Saarland am Mittwoch stolze 1,72 Euro) ist zu befürchten, dass es auch in diesem Jahr nicht anders kommen wird. Der Autoclub Europa rät daher Reisenden aus Deutschland, ihren Tank jenseits der Grenzen aufzufüllen. Für Saarländer, die über die Ostertage in Richtung Westen unterwegs sind, macht es daher in jedem Fall Sinn, mit halbem oder Vierteltank loszufahren und in Luxemburg – zum Beispiel im Grenzort Schengen – vollzutanken.

Immerhin kostete dort der Liter E5-Benzin am Mittwoch mit 1,47 Euro ganze 25 Cent weniger als in Deutschland.
Der Grund für den Preisunterschied ist simpel, wie Frank Finkler vom ADAC Saar erklärt: „Es liegt eindeutig an der geringeren Benzin-Besteuerung in Luxemburg.“ Denn: Einerseits ist die Mineralölsteuer für den Liter Benzin in Luxemburg um etwa 18 Cent niedriger als in Deutschland, zum anderen fallen dort 4 Prozentpunkte weniger Mehrwertsteuer an. Zudem wird in Luxemburg der Höchstpreis für Benzin staatlich festgesetzt. „Der Witz ist: Vor Steuerabzug ist das Benzin in Luxemburg sogar teurer als bei uns“, so Finkler.

Doch lohnt es sich auch, ausschließlich des Tankens wegen einen Abstecher nach Luxemburg einzuplanen? „Man sollte zunächst sehr genau schauen, wie der Spritpreis im eigenen Ort gerade steht“, so Finkler. Der wechsle nämlich mittlerweile so kurzfristig, dass es einem Verwirrspiel gleiche. Je nachdem wie weit die Wegstrecke nach Luxemburg ist, lohne sich eine Fahrt unter Umständen nur, wenn man dort ohnehin noch aus anderen Gründen hinfahren oder noch andere Produkte kaufen wolle. Tatsächlich macht eine grob überschlagene Rechnung deutlich, dass es für einen Saarbrücker Tanktouristen quasi kaum eine Ersparnis gibt, während ein Merziger Autofahrer etwa zehn Euro pro Tankfüllung sparen kann. Allerdings hat jeder Tank-Gast in Luxemburg die Möglichkeit, zusätzlich maximal 20 Liter in einem Kanister über die Grenze zu führen.

Sparfüchse können jedoch nicht nur in Luxemburg, sondern auch im zum Teil sehr viel näheren Frankreich fündig werden. Am Mittwoch kostete der Liter Super E5 zum Beispiel beim Supermarkt Simply im nur wenige Kilometer von der Saarbrücker Innenstadt entfernten Stiring-Wendel 1,67 Euro – immerhin 5 Cent weniger als an den Saarbrücker Markentankstellen. Da es in Frankreich jedoch anders als in Luxemburg keine Einheitspreise gibt, ist es für Grenzgänger ratsam, vor dem Tankausflug einen Blick auf die staatliche Internetseite www.prix-carburants.economie.gouv.fr zu werfen.

Hier finden sich die aktuellen Spritpreise einzelner Tankstellen in ganz Frankreich. Auffallend dabei: Immer wieder kommt es vor, dass Tankstellen französischer Supermärkte das Benzin plötzlich und für kurze Zeit sehr günstig anbieten. Woran das liegt? ADAC-Fachmann Finkler: „Es gibt in Frankreich kein flächendeckendes Netz an Markentankstellen wie in Deutschland. Die Supermarkt-Tankstellen sind dort vergleichbar mit den freien Tankstellen in Deutschland, sie drücken also die Preise.“ Dennoch gibt Finkler zu Bedenken: „Frankreich ist kein klassisches Ausweichland zum Tanken.“ Seine Prognose: Die Preisunterschiede zu Deutschland sind und bleiben wohl marginal.“

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