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Was ist dran an neuen Vorwürfen? Suspendierter Polizist soll Autofahrer misshandelt und Ex-Freundin bedroht haben

Symbolfoto.

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Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat nach Informationen unserer Zeitung ihre Ermittlungen gegen einen 29-jährigen Polizeibeamten aus Saarlouis ausgeweitet. Der Beamte, der bis April in der Saarbrücker Inspektion St. Johann eingesetzt war, ist suspendiert und hat Hausverbot in der Dienststelle. Im April war bekannt geworden, dass der Kommissar während eines Einsatzes am Sonntag, 9. Februar 2014, offenbar ohne konkreten Anlass einen polizeibekannten Rumänen gefesselt und auf den Boden geworfen haben soll. Zudem sei ihm gezielt eine Dose Pfefferspray ins Gesicht gesprüht worden. Wie es weiter hieß, habe der Beamte dem am Boden liegenden Opfer in den Rücken getreten und seine Dienstwaffe gezogen. In diesem Zusammenhang war auch von „Scheinhinrichtung“ und „Scheinerschießung“ die Rede. Angeblich wurde die nicht geladene Waffe sogar abgedrückt. Der Vorfall ereignete sich im Bereich Talweg in Brebach-Fechingen. Ein 24 Jahre alter Kommissar, der mit dem Beamten als Streifenkommando unterwegs war, hat, so heißt es, diese Schilderungen weitgehend bestätigt.

Jetzt wurde bekannt, dass es unmittelbar vor diesem Vorfall an jenem Sonntag, 9. Februar, in der Stadtmitte Saarbrücken auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes bereits zu einem Zwischenfall gekommen war, bei dem ein Autofahrer offenbar von dem Kommissar verletzt wurde. Nach SZ-Informationen war das Kommando gegen sieben Uhr unterwegs, um Spätheimkehrer aus Gaststätten zu kontrollieren. Zwei Freunde aus Idar-Oberstein wurden überprüft. Die Situation auf dem Parkplatz eskalierte angeblich schnell. Warum genau, ist unklar. Jedenfalls wird berichtet, der Fahrer sei von dem Kommissar plötzlich zu Boden geworfen und gefesselt worden. Ihm wurde angeblich mit dem Fuß ins Gesicht getreten. Die Männer wurden zur Wache gebracht. Ein Alkoholtest blieb ergebnislos.

Die Besucher fuhren zurück nach Idar-Oberstein. Dort schalteten sie einen Anwalt ein und ließen auf dessen Rat hin ihre Verletzungen fotografieren und ärztlich begutachten. Der Kommissar zeigte derweil beide wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte an. Erst daraufhin erstatteten die Männer gegen ihn Strafanzeige wegen Körperverletzung im Amt.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde offenbar zudem bekannt, dass der Kommissar bereits im März 2013 seine damalige Freundin in seiner Wohnung bedroht, festgehalten und bedrängt hat. Die Frau rief über Notruf die Polizei , zog aber die Anzeige zurück. Mittlerweile soll sie erneut ausgesagt haben. Aktenkundig ist ein weiterer Fall, da ein Mann aus der Drogenszene dem Beamten Körperverletzung vorwirft.
© WhatsBroadcast
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