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Was wird aus Gondwana? Investor will 3,3 Millionen Euro vom Land

 Was wird aus den Dinos in Gondwana? Darüber wurde in der Aktuellen Stunde des saarländischen Landtags heftig diskutiert.

Was wird aus den Dinos in Gondwana? Darüber wurde in der Aktuellen Stunde des saarländischen Landtags heftig diskutiert.

Die ersten Kindergeburtstage wurden schon abgesagt. Matthias Michael Kuhl kennt das. Als sein „Prähistorium“ vor vier Jahren durch einen Rechnungshofbericht in die Schlagzeilen geriet, reagierte die Kundschaft ähnlich: Sie mied den Gondwana-Park. Denn damals begleiteten Spekulationen über die Schließung der Redener Urzeit-Ausstellung die Debatte. Fakt ist: Bis dato lockte Gondwana nie die kalkulierten 245 000 Besucher jährlich, sondern muss mit der Hälfte auskommen. Deshalb ist es nun wieder so weit: Gondwana und das Nutzungskonzept für den ehemaligen Gruben-Standort Reden beschäftigt die Landespolitik (die SZ berichtete). Was freilich neu ist: Gondwana könnte womöglich bald auch vor Gericht landen. Denn Investor Kuhl behauptet, er habe Geldforderungen an das Land, höhere als bislang bekannt: 3,3 Millionen Euro statt 1,5 Millionen Euro.

Das steht in einer Pressemitteilung, die als „Klarstellung“ übertitelt ist, die sich zugleich aber wie eine Kampfansage an das Wirtschaftsministerium liest. Denn dort vertritt man die Auffassung – und bekräftigte sie gestern noch einmal gegenüber der SZ –, dass alle Verpflichtungen des Landes gegenüber dem Generalunternehmer Kuhl bereits erfüllt seien. Bekanntlich hat Kuhl den Bau der Gondwana-II-Erweiterungshalle als Generalunternehmer für das Land übernommen, das Eigentümer der Halle ist. 9,2 Millionen Euro bekam er dafür. Doch die Handwerkerrechnungen beliefen sich auf elf Millionen Euro. Das sagt Kuhls Anwalt Guido Britz.

Er baut folgende Verhandlungsposition auf: Weil die landeseigene Industriekultur Saar (IKS) den Baufortschritt verfolgt habe und die Deckelung der Kosten – ursprünglich 7,7 Millionen Euro – im Prozess aufgehoben worden sei, habe man generell einer Verteuerung zugestimmt. Zusätzlich stellt Kuhl laut Britz dem Land jetzt aber auch die ihm vertraglich zustehende Generalunternehmer-Vergütung in Rechnung – etwa 1,3 Millionen Euro. Auch wolle der Investor das zur Überbrückung der Finanzlücke investierte private Geld – 550 000 Euro – dann doch zurück. So errechneten sich die 3,3 Millionen Euro. Eine Verschärfung? Kuhl gehe in die Offensive, sagt der Anwalt.

Als Reaktion auf die politische Debatte? Alle Landtagsfraktionen hatten sich kategorisch dagegen ausgesprochen, Kuhl noch einmal entgegen zu kommen. Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) hatte sich zuvor ebenfalls als Hardliner positioniert: Kuhl trage als Generalunternehmer die Verantwortung für die Kostensteigerung, seine Forderungen seien null und nichtig. Man hört demnach Säbelrasseln auf beiden Seiten des Verhandlungstisches. Doch im Prinzip wollen Kuhl und das Land dasselbe: eine neue Trägerstruktur und mehr Attraktivität für den Standort. Wie mehrfach berichtet, drückt Kuhl die unternehmerische Verantwortung für Gondwana.

Er strebt ein anderes, ein Stiftungs-Modell für den Gesamtstandort an, könnte sein Eigentum – Gondwana I und das Zechenhaus – einbringen. Flieht Kuhl aus Reden? Genau diesem Eindruck tritt er in seiner Pressemitteilung entgegen: Gondwana werde „in unverändertem Umfang“ fortgeführt, heißt es darin. „Aktuelle“ Ausstiegspläne gebe es nicht. Wobei die Betonung auf dem Wort „aktuell“ liegt. Britz sagt: Kuhl wolle, könne und werde sich erst zurückziehen, wenn eine neue Trägerlösung stehe. Das kann freilich dauern.

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