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Wegen Kinderlärm: St. Wendeler Bürger wollen klagen - SPD will Klageverbot per Gesetz

Heftiges Echo auf den Zoff zwischen Anwohnern des Minifußballfeldes am Gymnasium Wendalinum und Landrat Udo Recktenwald (CDU): Sie streiten sich über den von Anrainern kritisierten Lärm auf dem Bolzplatz. Nachbarn zogen wegen ihrer Meinung nach nicht eingehaltener Nutzungsbestimmungen vor Gericht.

Von SZ-Redakteur Matthias Zimmermann

St.Wendel. Im Streit um den Geräuschpegel, den Kinder auf dem St. Wendeler Mini8sportfeld verursachen, hat sich am Freitag die SPD-Landtagsfraktion eingeschaltet. Auslöser: Nachbarn sprechen von Lärm und klagen. Der Kasteler Landtagsabgeordnete Magnus Jung kündigt an: „Wir werden nach geeigneten Mitteln suchen, das geltende Recht so zu ändern, dass solche Klagen gar nicht mehr möglich sind.“ Seine Fraktion werde beantragen, dass sich der Landtag in seinen Ausschüssen mit dem Sachverhalt befasst.

Das Land Berlin änderte unterdessen sein Immissionsschutzgesetz, das Lärmpegel-Grenzwerte festlegt. Demnach erlaubt ein eingefügter Passus von Kindern verursachte Geräusche. Sogar als störend empfundene seien zu dulden, die der kindlichen Entwicklung dienen. Doch unter welchen Voraussetzungen ist überhaupt das vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit 25.000.Euro unterstützte Minifußballfeld am Gymnasium Wendalinum genehmigt worden? Nochmals: Anwohner stört der dortige Lärm. Deshalb mahnen sie die festgelegten Öffnungszeiten an, die eine Bedingung für die Genehmigung gewesen seien. Diese könnten die Störungen minimieren, würden aber nicht eingehalten. Deshalb wurde Landrat Udo Recktenwald.(CDU), zuständig für das Spielfeld auf dem vom Landkreis verwalteten Schulgelände, von den sich gestört fühlenden Nachbarn verklagt (wir berichteten).

Deren St..Wendeler Anwalt Adelbert Halm verweist auf Auflagen, die das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) aus Saarbrücken dem Landkreis bei der Baugenehmigung gemacht habe. Experten hätten das Gelände vor Baubeginn untersucht und Richtlinien festgelegt. So dürfe werktags von acht bis 20.Uhr gespielt werden. Halm kontert: „Das Kleinspielfeld wird aber außerhalb dieser Zeit von unbefugten Dritten benutzt, die weder Schüler der Schule noch Mitglieder von Sportvereinen sind.“ Denn außerdem habe das LUA festgeschrieben, dass nur Schüler und Sportvereine auf den Platz dürfen. Eine Schallschutzwand zu den Wohnhäusern hin sei ebenso gefordert und errichtet worden. Der Landrat habe aber im Vorfeld während einer Bürgerversammlung zugesagt, alle Auflagen einzuhalten.

Dies sei aber ohnehin nicht möglich gewesen, widerspricht Jürgen Althoff, einer der klagenden Anwohner. Denn der DFB als Hauptsponsor habe gefordert, dass der Bolzplatz jedem offen stehe. Das ist der Internetseite des Fußballbundes zu entnehmen: „So wie früher muss der Fußball auch außerhalb des Vereins nah an die Menschen kommen“, wird da DFB-Präsident Theo Zwanziger zitiert.

Rechtsanwalt Halm verteidigt im Weiteren die Klage: „Es geht meinen Mandanten ganz sicherlich nicht um lachende Jungs oder Mädchen, deshalb zieht kein vernünftiger Mensch vor Gericht.“

© WhatsBroadcast
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