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Wenn das Grab zu teuer ist

Urnenbestattungen gelten als preisgünstiger als Beerdigungen im Sarg. Daher finanzierten die Landkreise vor allem Sozialbestattungen in dieser Form.  Foto: dpa/Frank May

Urnenbestattungen gelten als preisgünstiger als Beerdigungen im Sarg. Daher finanzierten die Landkreise vor allem Sozialbestattungen in dieser Form. Foto: dpa/Frank May

Durch eine zunehmende Zahl von Sozialbestattungen im Saarland sieht die Linkspartei eine wachsende Kostenlawine auf die finanziell ohnehin gebeutelten Kommunen zukommen. Während im Jahr 2011 die saarländischen Kommunen für 390 Sozialbestattungen insgesamt 414 683 Euro ausgaben, stieg ihre Zahl 2014 auf bereits 479 Fälle und Gesamtkosten von über einer Million Euro (1 076 173 Euro). Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Heike Kugler hervor.

Ersten Zahlen vom vergangenen Jahr zufolge setze sich dieser Trend fort, sagte Kugler. Die örtlichen Sozialhilfeträger (also die Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken ) sowie zum Teil auch das Landesamt für Soziales finanzierten dabei überwiegend Urnenbestattungen, die als preisgünstigste Variante gelten.

„Es ist absehbar, dass auf die Kommunen gravierende Kostensteigerungen durch die Sozialbestattungen zukommen“, sagte Kugler der Saarbrücker Zeitung. Denn während der Anteil der Verstorbenen an der Gesamtbevölkerung aufgrund der demografischen Entwicklung im Saarland kontinuierlich steigt (nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2010: 12 296 Tote; im Jahr 2013: 12 825 Tote), nehme gleichzeitig die Zahl der von Altersarmut betroffenen Menschen zu.

Angesichts der Kostenentwicklung sei schon jetzt fraglich, „ob die Ämter tatsächlich immer Rücksicht auf die Wahl der Bestattungsart nehmen und nicht lieber auf eine kostengünstigere Urnenbeisetzung drängen“, so Kugler. Um der wachsenden Zahl von Sozialbestattungen entgegenzuwirken, sieht die Landtagsabgeordnete keine Alternative „zu wachsenden Einkommen und höheren Renten, damit sich alle Bürger eine Sterbeversicherung überhaupt leisten können“, erklärt die Politikerin.

Bei einem Todesfall sind die Angehörigen des Verstorbenen per Gesetz dazu verpflichtet, die Kosten der Bestattung zu tragen. Können die Angehörigen die Kosten nicht übernehmen, kann eine Sozialbestattung beantragt werden. In diesem Fall übernimmt das Sozialamt die Kosten der Bestattung. Zu den Leistungen, die die Behörde trägt, gehören die Wahl zwischen Feuer- und Erbbestattung sowie die Überführungskosten.
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