L269 zwischen Riegelsberg und Püttlingen Vollsperrung, Fahrbahnerneuerung, von 17.08.2018 17:00 Uhr bis 19.08.2018 20:00 Uhr (12:25)

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Westspange: Sanierung ohne Chaos

Die Westspange, hier vor der Sanierung.

Die Westspange, hier vor der Sanierung.

Saarbrücken. Der Stau ist ausgeblieben, das befürchtete Chaos fand nicht statt. Und das, obwohl die Westspangenbrücke am Tag des Ferienendes halbseitig in Richtung Alt-Saarbrücken und im Bereich der Zufahrt am Cinestar gesperrt wurde. 30 000 Autos rollen pro Tag auf dieser Strecke über die Saar, was die Westspange zur mit Abstand meistbefahrenen Brücke der Landeshauptstadt macht, sagt Saarbrückens oberster Verkehrsplaner Christof Kreis. Die Baustelle an der Westspange war unvermeidbar, denn nach 27 Jahren steht die Sanierung an. Der Fahrbahnbelag hat tiefe Spurrillen. „Für die Autofahrer ist das noch hinnehmbar, doch unter den Spurrillen verschiebt sich die Dichtung der Brücke“, erklärt Bauleiter Marcus Rauch vom städtischen Tiefbauamt. Werde die Brücke undicht, komme Wasser an und in den Beton, das Bauwerk werde dann schwer geschädigt. An der Westspange gebe es auch mehrere Fugen, da die Brücke aus mehreren Teilen bestehe.

Diese Fugen seien verrostet und müssten ebenfalls erneuert werden. Zwei Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus, um die Brücke, die ganz allein der Stadt gehört, langfristig zu erhalten. Die Planer wissen aber auch, dass die Brücke ganz enorme Bedeutung für den Verkehr hat. „An einem Verkehrsmodell am Computer wurden die Verkehrsströme simuliert. Ingenieure haben die Auswirkungen der Baustelle genau berechnet und 30 Ampelanlagen überprüft. An sechs Ampelanlagen wurden die Ampelphasen für die Zeit der Bauarbeiten neu eingestellt“, sagt Robert Mertes von der Pressestelle der Stadt. So hätte die Stadt dafür gesorgt, dass der Verkehr trotz der Baustelle abfließen könne. Gestern Morgen habe es daher auch nur kurze Rückstaus am Ludwigskreisel gegeben, die aber unproblematisch gewesen seien. Gelohnt habe sich auch, dass man Firmen im Vorfeld schriftlich auf die Baustelle hingewiesen und die Öffentlichkeit über die Medien vorab informiert habe. So hätten viele Autofahrer den Bereich umfahren und auch damit einen Beitrag zur Staufreiheit geleistet.

Die Arbeiten begannen gestern. Der Tag war nicht zufällig gewählt. „Normal beginnen wir Baustellen in den Ferien, doch der Einzelhandel hatte darum gebeten, das Ostergeschäft unbeeinträchtigt abwickeln zu können“, erklärte Rauch, dessen Arbeiter die Fahrbahndecke bis auf den Beton der Brücke abfrästen. Später kommt eine neue Abdichtung auf den Beton, darüber eine Fahrbahndecke, die etwas dünner ist, als die alte. Das verhindere die Entwicklung neuer Spurrillen. Das Brückengeländer wird nach neuer Norm um zehn Zentimeter erhöht werden und der sehr breite Gehweg wird zur Fahrbahn hin mit einer Leitplanke abgetrennt. „Das sieht nicht so schön aus, wie der breite Gehweg heute“, sagt Kreis, sei jedoch nach geltendem Verkehrsrecht zwingend gefordert. Auch entfallen dann zahlreiche Parkmöglichkeiten, denn der breite Gehweg wurde insbesondere bei Fußballspielen im Ludwigspark gerne als Parkzone genutzt.

„Das Parken war dort nie erlaubt, wurde aber toleriert. Trotzdem können wir das nicht so lassen“, sagt Mertes. Ein Rechtsgutachten habe eindeutig ergeben, dass eine Leitplanke auf der Brücke zwingend sei, um Radfahrer und Fußgänger insbesondere bei Unfällen vor den Autos zu schützen und diese davor zu bewahren, in die Saar zu stürzen. Hier zähle einzig die Verkehrssicherheit. Glaubt man den Verantwortlichen, so hätten sie den alten Zustand gern beibehalten, wenn es rechtlich vertretbar gewesen wäre. Die Investitionssumme von zwei Millionen Euro beinhaltet auch die neue Leitplanke. Frühestens 2014 wird die andere Seite der Brücke, die Fahrtrichtung Ludwigsberg, saniert. Die Stadt hat aufgrund der hohen Kosten die Baustelle in zwei Bauabschnitte geteilt.
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