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Wie Burbachs Karnevalisten mit der Absage des Rosenmontagsumzuges fertig werden

Wie schön der Burbacher Rosenmontagsumzug ist, wenn das Wetter mitspielt, zeigt diese Impression aus dem Jahr 2014. Vorn: eine Fußgruppe der Grünen Nelke aus Dudweiler. Archivfoto: Becker&Bredel

Wie schön der Burbacher Rosenmontagsumzug ist, wenn das Wetter mitspielt, zeigt diese Impression aus dem Jahr 2014. Vorn: eine Fußgruppe der Grünen Nelke aus Dudweiler. Archivfoto: Becker&Bredel

Die Absage des 47. Burbacher Rosenmontagsumzuges schmerzt über den höchsten Feiertag der Karnevalisten hinaus. Aber Josef Weiß, Präsident der den Umzug veranstaltenden Karnevalsgesellschaft „Mir sin do“ (MSD), sah keine Alternative. „Wir mussten einfach sagen: Die Sicherheit geht vor, wenn was passiert wäre, wäre ich ja meines Lebens nicht mehr froh geworden“, sagte der MSD-Präsident. Der von den Meteorologen vorhergesagte Sturm legte am frühen Nachmittag zwar eine Pause ein. Doch dann meldete er sich mit Böen und Sturzbächen machtvoll zurück. Ausgerechnet zwischen 15 und 17 Uhr, also genau dann, als der stets um 13.11 Uhr am Bürgerhaus Rockershausen startende Umzug auf die Schlussetappe gegangen wäre. Wegen solch tückischer Wetterkapriolen waren Krisensitzungen am Sonntag um 18 Uhr und gestern Morgen gegen 7. Da gaben die Vorhersagen allen Grund, sich Sorgen um die Sicherheit zu machen.
 

Riesiges Gefahrenpotenzial

Das Gefahrenpotenzial bei einer solchen Veranstaltung ist schließlich riesig. Neben den normalen von Stürmen ausgehenden Gefahren, seien es abbrechende Äste oder vom Dach gewehte Ziegel, kommen ja noch die Risiken, die der Zug mit sich bringt. Wagen mit riesigen Angriffsflächen für den Wind und Kulissenteile, die vom Wagen fliegen könnten. Die Summe dieser Risiken war einfach zu groß für die ehrenamtlichen Umzugsmacher.

Dass der Umzug irgendwann nachgeholt wird, bezweifelt er: „Es ist ja immerhin jedes Mal eine Riesensache, alles zu organisieren.“ Ausschließen wollte er die Möglichkeit aber nicht. Nicht mal die Hoffnung auf mit der Absage des Umzugs wegfallende Kosten vermochte ihn zu erheitern: „Da wird nicht viel zu sparen sein. Das Deutsche Rote Kreuz kostet deutlich weniger. Was die Kosten für Musikkapellen angeht, müssen wir mal in die Verträge schauen.“ Vieles sei ja vorab bezahlt worden: „Wie die vielen Gutzjer, die wir eigentlich unter das närrische Volk werfen wollten.“

Ja, was wird eigentlich aus diesen Gutzjer? „Wir hoffen, dass das mit der Haltbarkeit hinkommt und wir sie im nächsten Jahr verwenden können. Dann hätten wir wenigstens dafür die Anschaffungskosten gespart“, sagt er. Seine Hoffnung bestätigten die Zuständigen im Verein wenig später, denn die süßen Dinger halten noch bis August 2017. Anders sehe es mit den Kokoskegeln aus. Doch die findigen Karnevalisten sind ja nie um eine gute Idee verlegen: „Dann freuen sich eben die Kinder im Theresienheim und in den Burbacher Kindergärten demnächst über Süßigkeiten“, kündigt Karnevalist Weiß an.
 

Kitas bekommen die Bonbons

Und dann findet er auch seinen Humor wieder. Die Fahrt im schicken Cabrio, das vorneweg rollen sollte, fiel zwar mit dem Zug aus. Aber eine Spritztour mit der Leihgabe lässt sich ja, anders als der Rosenmontagszug, einfacher nachholen. „Vielleicht erwischen wir vor dem Abgabetermin noch ein paar Sonnenstrahlen.“ Für leidenschaftliche Fastnachter ist der Burbacher Rosenmontagsumzug eindeutig der Höhepunkt der Saarbrücker Straßenfastnacht. Entsprechend groß ist die Trauer, wenn das närrische Treiben abgeblasen wird.

„Ich bin todtraurig, dass ausgerechnet heute so ein Wetter ist“, sagt Karnevalist Armin Dissieux voll geschminkt im farbenfrohen Clownskostüm. Der Rosenmontag ist ihm heilig, und gerade deshalb hält er die Absage für richtig: „Die Sicherheit geht einfach vor.“

Der höchste Feiertag der Karnevalisten dürfe einfach nicht mit etwas Schlechtem wie einem Unglück in einen Zusammenhang geraten. Deshalb bezieht er seine Trauer auch auf das Wetter und nicht auf die Umzugsabsage. Schlechte Erinnerungen haben auch in den Köpfen von Dieter Link und Heinz Jager keinen Platz – allenfalls abenteuerliche Begebenheiten mit dem Umzug.
 

Schiffsche trotzte einem Sturm

Der Elferratspräsident und der Schatzmeister der Burbacher Karnevalsgesellschaft „Mir sin do“ können sich nicht erinnern, dass der Rosenmontagsumzug in Burbach ausfallen musste, weil das Wetter zu schlecht war.

„Einmal hatten wir eine Unwetterwarnung, aber es ging alles gut bis ans Rolands Eck“, erzählt Jager: „Dann hat es uns erwischt auf unserem Schiffsche.“ „Ein Blizzard“, ergänzt Link. Die Uniformen waren binnen Sekunden nass, kaputt und unbrauchbar. Link erinnert sich: „Es ging damals ziemlich ins Geld, die Sachen neu zu beschaffen.“

Und die bibbernde Besatzung musste noch einige Minuten auf dem historischen Gefährt ausharren. „Runter kommt man ja nur mit der Leiter“, sagt Jager. Und die stand noch gut hundert Meter weiter am geplanten Ausstieg in der oberen Hochstraße.

Zweimal wurde der Umzug aber tatsächlich abgesagt, wie die MSD-Ehrenpräsidenten Hans-Dieter Viehoff und Peter Lang ergänzen. An die Absage wegen des Golfkrieges Anfang der 1990er-Jahre erinnern sie sich alle. Aber dass ein Sturm mal den Umzug verhindert hat? „Das muss vor meiner Zeit gewesen sein“, sagt der amtierende Präsident Josef Weiß.

Peter Lang sorgt für Klarheit: „Ende der 1980er-Jahre war das der Fall.“ > Seiten C 2 und C 3: weitere Berichte



 

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