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Wildschweine im Pool einer Wadgasserin sorgen für ein juristisches Nachspiel

Zwei Wildschweine wurden erschossen, eins ertrank. Vier der Wildschweine, die im Pool waren, wurden an Land gezogen. Die Beine wurden für den Transport mit Kabelbinder fixiert. Fotos: Maria Jacob

Zwei Wildschweine wurden erschossen, eins ertrank. Vier der Wildschweine, die im Pool waren, wurden an Land gezogen. Die Beine wurden für den Transport mit Kabelbinder fixiert. Fotos: Maria Jacob

Was sich am 24. September vergangenen Jahres im Garten von Maria Jacob ereignet hat, wird sie so schnell nicht vergessen. Sieben Wildschweine – ein Keiler, eine Bache, und fünf jüngere, sogenannte Überläufer – waren in ihrem Pool gelandet und versuchten vergeblich, wieder an Land zu kommen. „Es war ein schrecklicher Anblick. Die Tiere schwammen in Todesangst umher, bissen um sich und immer wieder in den Rand des Pools, erbrachen dabei und ließen Kot ins Wasser“, erzählt Maria Jacob.

Noch nie habe sie Wildschweine in ihrem Garten gehabt, sagt sie, nie im Leben hätte mit so etwas gerechnet.

Es war gegen 7.30 Uhr, als ihre damalige Mieterin sie anrief, mit der Bitte, zur Haustür zu kommen, wo ein Jäger stehen würde. „Ich wusste im ersten Moment gar nicht, was los war“, erzählt die 59-Jährige, die beim Landkreis Saarlouis angestellt ist. Von ihrem Balkon habe sie dann die Tiere im Pool gesehen, dem Jäger daraufhin die Tür geöffnet und sei mit ihm in den Garten gegangen. „Ich stand richtig unter Schock“, sagt sie. Der Jäger habe ihr dann mitgeteilt, dass er die beiden großen Schweine erschießen müsse, um sie aus dem Pool zu bekommen, auch wenn er im Wohngebiet eigentlich nicht schießen dürfe.

Das bestätigt auch besagter Jäger, Manfred Göttert, seines Zeichens Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Wadgassen II. „Ich musste die beiden großen erschießen. Zum einem drohten sie zu ertrinken, zum anderen sind diese Tiere auch extrem gefährlich. Das bot mir die Möglichkeit, die anderen Tiere zu retten“, erklärt Göttert. Eine Jagderlaubnis für befriedete Bezirke, wie sie nur die oberste Jagdbehörde beim Umweltministerium erteilen kann, hätte er nicht gehabt. Dennoch seien die Schüsse gerechtfertigt gewesen. „Die Tiere zu erschießen, war besser als sie ertrinken zu lassen. Ich habe im Sinne des Tierschutzes gehandelt“, sagt Göttert.

Dem stimmt der Kreisjägermeister von Saarlouis, Jürgen Schmitt, zu. „Unser oberstes Gebot ist der Tierschutz. Wir sind dazu verpflichtet, kein Tier unnötig leiden zu lassen und ihm Qualen zu ersparen“, sagt Schmitt. Zwar seien die Jäger dazu angehalten, die Polizei hinzuzurufen, aber hier sei eine schnelle Entscheidung unabdingbar gewesen. „Nichts zu tun, wäre das Falscheste gewesen. Ich hätte auch so gehandelt wie Herr Göttert“, sagt Schmitt.

Dass er nicht die Polizei gerufen hat, sei ein Fehler gewesen, räumt Göttert ein. „Bis die da gewesen wäre, wären die Tiere zwar vermutlich ersoffen gewesen, aber es hätte mir viel Ärger erspart.“ Ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen Paragraf 22, Absatz 4, des Bundesjagdgesetzes („. . . Bis zum Selbstständigwerden der Jungtiere . . . dürfen Elterntiere . . . nicht bejagt werden. . .“) wurde zwar von Hubert Colling, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, der auch Vorstandsmitglied der Vereinigung der Jäger des Saarlandes ist, eingestellt, aber nun droht neuer juristischer Ärger.

Denn Maria Jacob fordert Schadensersatz in Höhe von rund 3000 Euro, für den Schaden, der an ihrem Pool entstanden ist. Sie geht nämlich davon aus, dass die Tiere nur deshalb in ihrem Pool gelandet sind, weil Göttert sie bei dem Versuch, aus einem Nachbargrundstück zu vertreiben, in Todesangst versetzt und dort hinein getrieben hat. „Die Tiere sind durch ein Loch im Zaun eines weiteren Nachbarn hindurch und dann durch eine dichte Bambushecke direkt in den Pool gerannt“, sagt Jacob.

Dem widerspricht Göttert: „Ich wurde von einem Anwohner angerufen, weil er Wildschweine in seinem Garten hatte. Als ich dort ankam, waren die Schweine bereits weg. Ich habe sie aber gehört und dadurch das Grundstück von Frau Jacob ausfindig gemacht.“ Besagter Anwohner (Name der Redaktion bekannt) kann zwar auch nicht für Klarheit sorgen, antwortet aber auf die Frage, ob die Schweine noch im Garten waren, als Göttert kam: „Ich denke schon.“

Vier der fünf kleineren Wildscheine wurden gerettet. Eines ertrank im Pool. Laut Manfred Göttert wurden die vier ihrer Rotte wieder zugeführt. Die Tierschutzorganisation Witas zweifelt das an. „Die jungen Tiere finden die Rotte nicht mehr. Sie waren hoffnungslos verloren“, heißt es dort.
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