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Wingertschule feiert 125-jähriges Bestehen

Nachrichten aus der Region St. Wendel.

Nachrichten aus der Region St. Wendel.

Die staatliche Förderschule soziale Entwicklung – so die heutige offizielle Bezeichnung – blickt auf bewegende Jahre zurück.

1887 als Erziehungsstätte für junge Bewohner des St. Wendeler Hospitals und verwahrloste Kinder eingerichtet, wird sie 1924 zur staatlichen Fürsorgeschule. 1953 erhält sie den Status einer Hilfsschule, seit 1965 ist sie vollständig in staatlicher Hand, zuvor bezahlte das Land die Sachmittel, das Hospital das Personal. Zusehends öffnete sich die Schule auch für Schüler, die nicht im Hospital wohnten. Jedoch entstanden dadurch Platzprobleme. „Bis zum Umzug 2006 in das Gebäude der ehemaligen Annenschule wurden Räume dazu gemietet. Dies war aber kein befriedigender Zustand, insbesondere nicht für die Schüler“, erinnert sich Wendel, die seit 16 Jahren an der Wingertschule unterrichtet und seit fünf Jahren Schulleiterin ist. Für ein weiteres Problem fand man auch eine halbwegs akzeptable Lösung: Da das Land zu wenig Geld für die Schule übrig habe, gründete sich 1983 ein Förderverein. Dazu erklärt Wendel: „Der Verein will Geld für Dinge organisieren, die nicht staatlich gefördert werden.“ Die Verschönerung des Schulhofes oder Fahrten für die Schüler seien Schwerpunkte des Fördervereins, der momentan 95 Mitglieder zählt.

Aktuell besuchen 104 Kinder von neun bis 17 Jahren die Schule, betreut werden sie von 20 Lehrern. Zwischen fünf und acht Kindern sitzen somit in jeder Klasse. Die Lehrer könnten sich daher den verhaltensauffällig gewordenen Schülern, die die Wingertschule für kurze Zeit oder bis zum Hauptschulabschluss besuchen, intensiv widmen.

Viele Schüler entwickeln eine emotionale Bindung an die Wingertschule. Dies sei auch gewollt, denn dadurch werden zum Teil Aggressionen und Fehlverhalten abgebaut. Aber auch Schulleiterin Wendel ist regelmäßig emotional berührt: „Wenn unsere Schüler den Hauptschulabschluss überreicht bekommen, geht mir das immer nahe. Es ist wie bei einer Geburt, ein langer Weg mit Schmerzen, doch am Ende überwiegt die Freude.“

Nach dem Festakt im Alsfasser Kulturzentrum um zehn Uhr, kommen die Schüler und ihre Angehörigen an die Schule zum Mittagessen. Eingeladen sind auch die Anwohner der Schule, die sich in der Vergangenheit hin und wieder über die Schüler beschwert haben: „Zum Essen gibt es Suppe, daher hoffe ich, dass die Nachbarn zu dieser Versöhnungssuppe zahlreich erscheinen,“ erklärt Wendel. lk

© WhatsBroadcast
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