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"Wir haben gelernt, wie viele Freunde wir haben"

Das soll aber nicht bedeuten, dass er völlig cool gewesen sei. Das ist er heute noch nicht. Natürlich geht ihm die Sache mit dem Großbrand seines Unternehmens sehr nah. Aber er wollte seine Firma retten, und da erschien es ihm logisch, die Feuerwehr löschen zu lassen und selbst zu überlegen, wie man die 30 Mitarbeiter am nächsten Werktag so sinnvoll einsetzen kann, dass es weitergeht. „Wir hatten donnerstags den Brand und freitags eine Verzögerung von maximal eineinhalb Stunden. Die Arbeiter kamen morgens zur Arbeit und waren betroffen. Vielen standen Tränen in den Augen, sie machten sich Sorgen um den Job. Aber ich habe ihnen gesagt, dass wir nicht aufgeben, und wir haben die Werkzeuge, die wir noch hatten, aufgeteilt, und alle sind zu ihren Baustellen gefahren. Kein Kunde musste mehr als 90 Minuten warten“, sagt Bernardi rückblickend. Drei Wochen nach dem Feuer hat er sogar positive Erinnerungen.

Die Firma Bernardi arbeitet „normal“ weiter, soweit man es „normal“ nennen kann, wenn die zentrale Werkshalle in Schutt und Asche liegt, ständig Gutachter kommen, Unterlagen rausgesucht und Ersatz beschafft werden muss. Aber alle Baustellen werden bedient, versichert der Chef. Kein Projekt habe unter dem Brand gelitten. Bis man den Brand mit Abriss der alten und Neubau einer neuen Halle zu den Akten legen kann, wird es ein Jahr dauern. Inzwischen ist die Kripo mit ihrer Arbeit fertig, sie schließt Brandstiftung aus. Nun wird der Abriss geplant.

Dazu wurden chemische Proben genommen, denn der Brandschutt muss entsorgt werden. Erst dann kann neu gebaut werden. „Mit den Versicherungen läuft es bislang vorbildlich“, sagt Bernardi. Aber einen Millionenschaden wickelt man nicht in vier Wochen ab, das wisse er. „Wir haben uns auch nicht warm saniert. Wir werden selbst investieren müssen“, fügt er hinzu. Er hat aber keine Zweifel, dass das funktionieren wird. Vorläufig werde ein Zelt aufgebaut, um Gerät und Maschinen unterstellen zu können. Nächsten Sommer will er dann mit seinem Bruder die neue Halle einweihen. Fest steht für ihn aber schon jetzt: „Die Firma ist gerettet, den wirtschaftlichen Schaden bekommen wir in den Griff. Aber wir wurden auch menschlich aufgefangen, und das hat uns allen sehr viel gegeben.“

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