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ZF will Produktion im Saarland weiter steigern

Stuttgart/Saarbrücken. Der Friedrichshafener Autozulieferer ZF wächst weiter in rasantem Tempo, und dazu trägt das Saarbrücker Werk mit seiner Außenstelle in Neunkirchen-Wellesweiler erheblich bei. Der scheidende Chef des Friedrichshafener Unternehmens, Hans-Georg Härter (66), legte gestern auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart Rekordzahlen für das vergangene Jahr vor: Der Umsatz kletterte sprunghaft um 20 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro und soll in diesem Jahr bei mindestens 17 Milliarden Euro liegen. Das sei sogar die Untergrenze, sagte sein Nachfolger Stefan Sommer (49), der ab dem 1. Mai an der Spitze des Unternehmens stehen wird.  Auch der Gewinn nach Steuern stieg 2011 deutlich: um 22 Prozent auf 540 Millionen Euro.

Im Saarland will ZF aufgrund der hohen Nachfrage vor allem der Premium-Hersteller BMW, Audi und Co. die Produktion der Acht-Gang-Automatikgetriebe massiv ausbauen und dafür entsprechend viele neue Mitarbeiter einstellen. Im Jahr 2013 dürfte die Marke von 8000 Beschäftigten im Saarland geknackt werden, schätzt Sommer. Ende 2012 sollen es etwa 7800 sein. Läuft alles nach Plan, hat ZF dann innerhalb von gut zwei Jahren im Saarland mehr als 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und die allermeisten Stellen sind unbefristet: Denn „wir rechnen mit langfristiger Auslastung“, sagte Sommer.

„Wir haben im letzten Jahr in Saarbrücken circa 1,4 Millionen Getriebe gebaut und wollen diese Zahl in diesem Jahr um 36 Prozent auf 1,9 Millionen Getriebe steigern“, kündigte der künftige Chef an. Für 2013 „streben wir eine Gesamtstückzahl von 2,2 Millionen Getrieben an“, sagte er. Und dies sei das Minimum der Nachfrage in Europa. Um solche Produktionszahlen zu erreichen, „bauen wir unsere Kapazitäten auf die maximal verfügbaren Flächen aus“ – in Saarbrücken an der Goldenen Bremm und in Neunkirchen im übernommenen früheren Whirlpool/Bauknecht-Werk. Allein in diesem Jahr werde ZF 300 Millionen Euro in die Ausweitung der Produktion investieren – nach 254 Millionen im vergangenen Jahr. Damit verknüpft ist die Erwartung stark steigender Umsätze mit Automatikgetrieben aus dem Saarland: Betrugen die Erlöse im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro, „werden wir drei bis 3,5 Milliarden erreichen“, wenn 2013 wie prognostiziert 2,2 Millionen Getriebe ausgeliefert werden, sagt Sommer.

Nach seiner Schätzung wird ZF bis 2014 die Produktion von Automatikgetrieben im Vergleich zu 2010 auf drei Millionen verdreifacht haben, wenn man die Standorte Saarland und USA zusammen betrachtet. Im kommenden Jahr soll das im Bau befindliche US-Werk in Greenville (South Carolina), das auf zusammen 800.000 Acht- und Neun-Gang-Getriebe ausgelegt ist, die Fertigung aufnehmen. Dass ZF zu schnell wächst und die Nachfrage womöglich einbricht, fürchtet Sommer nicht. Auch wenn weltweit weniger Autos gebaut würden, erwartet er eine gute Auslastung der Werke. Denn der Anteil der Fahrzeuge mit ZF-Getriebe werde zunehmen, weil die Acht- und Neungang-Getriebe helfen, den Kraftstoffverbrauch zu senken.


Meinung
Glücksfall fürs Saarland
Von SZ-Redakteur Volker Meyer zu Tittingdorf


Mit dem Acht-Gang-Getriebe hat ZF in der Autobranche einen Treffer gelandet. Es geht weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Für das Saarland ist ZF ein Glücksfall. Mit bald wohl mehr als 8000 Beschäftigten ist das Unternehmen hierzulande der mit Abstand größte Industriearbeitgeber. Von noch weiterem Wachstum spricht der Vorstand zwar nicht. Doch wer will vorhersagen, wo die Grenze der Nachfrage nach den Premium-Getrieben liegt? ZF ist aber zuzutrauen, weiter positiv zu überraschen. Nicht auszuschließen, dass der Autozulieferer mittelfristig hier seine Kapazitäten noch weiter ausbaut.

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