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Zecken: Borreliose seit August 2011 meldepflichtig

Die Meldepflicht für Borreliose ist Ende August im Saarland in Kraft getreten. Laut Gesundheitsministerium sind zahlreiche Ärzte dieser Pflicht nachgekommen. Vor Einführung der Borreliose-Meldepflicht seien die Zecken-Erkrankungen überhaupt nicht erfasst worden, wie das Ministerium weiter einräumte. Seit Einführung der Meldepflicht wurden 403 Borreliose-Fälle gemeldet. Bei den meisten Betroffenen – 350 Fälle – stellten die Mediziner Wanderröte fest (Siehe Infokasten). Weniger häufig gemeldete Krankheitsbilder waren akute Gelenkentzündungen (29 Fälle), akute Nervenwurzelentzündung (sechs Fälle) und Gehirnhautentzündung (fünf Fälle). Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) betonte, dass zur Vorbeugung weitere Erkenntnisse über das Infektionsrisiko im Saarland notwendig seien. Von der Meldepflicht erwarte sie eine bessere Datenlage zu den Ursachen, Folgen und der Verbreitung der Krankheit in der Region. Zudem sollten mögliche Risikogebiete in Zukunft genauer bestimmt werden, um so gezielter entsprechende Vorbeuge- und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

Die Ärztekammer des Saarlandes hält die Einführung der Meldepflicht für sinnvoll. Ärztekammer- Präsident Dr. Josef Mischo erwartet sich Erkenntnisse darüber, wie häufig die Infektionskrankheit in der Region auftritt und wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, nach einem Zeckenbiss an Borreliose zu erkranken. Zudem könne man die Bevölkerung viel besser sensibilisieren und aufklären. Mischo verwies jedoch auch auf eine vermutlich hohe Dunkelziffer. „Man darf sich nicht der Illusion hingeben, durch die Meldepflicht alle Borreliose-Fälle erfassen zu können.“

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland begrüßte die Meldepflicht ebenfalls. Dadurch könne man unterscheiden, ob eine akute (Wanderröte) oder eine bereits länger andauernde Erkrankung vorliege, sagte der Vorstandsvorsitzende Gunter Hauptmann. Für Ärzte sei es schwierig, Borreliose überhaupt festzustellen, da es abgesehen von der Wanderröte kein klassisches Symptom für die Infektionskrankheit gebe.

Die Leiterin der seit 2008 bestehenden Borreliose-Selbsthilfegruppe St. Wendel, Ursula Kraft, wies darauf hin, dass sich eine mögliche Borreliose durch zahlreiche unspezifische Symptome bemerkbar machen könne. Dazu gehörten etwa Nachtschweiß, Nackensteife, Erschöpfungszustände und Depressionen. Viele Betroffene, so Kraft, würden Jahre, mitunter Jahrzehnte unter den Spätfolgen der Borreliose leiden.

AUF EINEN BLICK

Zecken entfernt man mit einer glatten Pinzette oder einer Zeckenzange, indem man das Tier so nah wie möglich am Beißapparat herauszieht. Auf keinen Fall sollte man Öl oder Klebstoff auf die Zecke träufeln. Wanderröte ist eine Rötung, die mehrere Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich um die Einstichstelle entstehen kann. Die Stelle sollte man sieben bis zehn Tage im Auge behalten, ob sich um diese rings herum die Haut rötet. bera

© WhatsBroadcast
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