A8 Karlsruhe Richtung Neunkirchen zwischen Einöd und Limbach Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (07:55)

A8

Priorität: Dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Zoff um Tariflöhne in Hela-Baumärkten

In Hela-Märkten (Symbolfoto) gibt es ab Januar 2011 keine Tarifbindung mehr. Dagegen protestierten die Mitarbeiter am Mittwoch (17.11.2010) um 14 Uhr in Saarbrücken.

In Hela-Märkten (Symbolfoto) gibt es ab Januar 2011 keine Tarifbindung mehr. Dagegen protestierten die Mitarbeiter am Mittwoch (17.11.2010) um 14 Uhr in Saarbrücken.

Völklingen. „Wir fordern, dass Hela zum Ordnungsrahmen eines Tarifvertrags zurückkehrt!“ Das sage Verdi-Landesgruppenchef Alfred Staudt gestern anlässlich der Betriebsrätekonferenz der Hela-Fachmärkte in Völklingen. Zumindest einen Anerkennungstarifvertrag will die Gewerkschaft für Hela durchsetzen. „Wir können niemand zwingen, zur Tarifbindung zurückzukehren“, sagt Rainer Reichenstetter von der Bundesfachgruppe Einzelhandel bei Verdi. „Aber wir wollen zumindest, dass die Tarifbedingungen übernommen werden.

Vor knapp einem Jahr ist die Globus-Tochter Hela aus der Tarifbindung ausgestiegen. Während für die früheren Mitarbeiter der Tarifvertrag weiter gilt, kann Hela nun für neue Mitarbeiter auch niedrigere Gehälter vereinbaren. Verdi spricht von Absenkungen zwischen drei- und neuntausend Euro im Jahr gegenüber tariflichen Arbeitsbedingungen. „Das ist eine langsame Aushölung des Tarifs und führt zu sozialen Spannungen in den Betrieben“, sagt Verdi-Handelsexperte Jürgen Reinke-Oster

Erich Huwer, Geschäftsführer der Globus Fachmärkte, zu denen die Hela Profi-Märkte gehören, verwehrt sich gegen die Vorwürfe. Hela würde kein Lohndumping betreiben, sondern sogar besser zahlen, als der Tarif es vorschreibt. „Wir haben beispielsweise die tariflich vorgesehenen Gehaltserhöhungen schon früher ausgezahlt“, sagt er. Außerdem habe das Unternehmen für die Globus-Baumärkte und die Hela-Proficenter einen Mindestlohn von 9,51 Euro vereinbart.  Er beklagt die mangelnde Flexibilität beim aktuellen Tarifvertrag. „Der Leistungsaspekt ist zu wenig vertreten“, sagt er. So müsse es möglich sein, bei angeschlagenen Märkten auch entsprechend zu reagieren. Ohne Tarifverträge habe sein Unternehmen in der Krise weder Märkte schließen noch Mitarbeiter entlassen müssen.



Verdi bezeichnet diese Argumentation als Feigenblatt und als einen Teil der Strategie, die Tarifbindung zu meiden. Staudt, der sich vor allem darüber beklagt, dass die Geschäftsführung der Baumärkte nicht einmal zu Verhandlungen bereit ist, setzt deshalb auf öffentlichen Druck. Man werde ab dem Frühjahr mit verschiedenen Aktionen auf die Missstände aufmerksam machen. „Die Hela-Mutter Globus wird in der Öffentlichkeit als soziales Unternehmen wahrgenommen. Wir werden deutlich machen, dass ein Unternehmen, das nicht bereit ist, mit Gewerkschaften über Tarife zu verhandeln, nicht sozial ist“, sagt Jürgen Rinke-Oster, Handelsexperte bei Verdi. Zuerst seien nur Nadelstiche geplant, letztlich sei es aber auch denkbar, per Urabstimmung über einen Streik zu beschließen.

Huwer kritisiert an dem bestehenden Tarifvertrag, dass er nicht mehr zeitgemäß sei. Vor allem hätten sich die Berufsbilder im Handel seit den 70er Jahren erheblich geändert hätten. Auch sei die Konkurrenzsituation eine andere. Wenn diese Entwicklungen in einem neuen Tarifvertrag berücksichtigt würden, „würden wir auch wieder zurückkehren“, sagt Huwer. Entsprechende Verhandlungen von Arbeitgebern und Gewerkschaft in der „Fachgemeinschaft Innovative Tarifpolitik“ (FIT) sind seit 2004 ohne Ergebnis geblieben. jwo

© WhatsBroadcast
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein