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Zu viele Waffen in Zweibrücker Haushalten

Zweibrücken. Der Zweite Weltkrieg ist lange vorüber. Aber einige Relikte aus dieser dunklen Zeit finden sich immer noch in Zweibrücken. Und zwar dort, wo sie wohl die wenigsten vermuten würden – nämlich in den heimischen vier Wänden. Das macht Alexander Schaubeck, für Waffenrecht zuständiger Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt, deutlich. „Wir gehen davon aus, dass einige Maschinenpistolen aus dem Zweiten Weltkrieg in Zweibrücker Haushalten gebunkert werden.“

Die Erklärung: So manch ein Großvater, der aus dem Krieg heimkehrte, habe die Waffe behalten wollen und sie zuhause an einem geheimen Ort versteckt oder vergraben. Bei Wohnungsauflösungen beispielsweise würden immer wieder alte Maschinenpistolen entdeckt. Wie viele dieser Waffen es in Zweibrücken illegal gibt, weiß Schaubeck natürlich nicht. Eben, weil es sich um illegale Waffen handelt. Genaue Zahlen hat Schaubeck nur über die Waffen in legalem Besitz.

„Rund 3600 registrierte Waffen gibt es in Zweibrücken“, erklärt er. Diese Zahl sei seit einigen Jahren konstant. Und zwar deshalb, weil der infrage kommende Personenkreis wenig Veränderungen aufweise. „Die 3600 Waffen werden überwiegend von Jägern und Sportschützen gehalten. Aktuell haben wir in Zweibrücken rund 150 Jäger und 170 Sportschützen.“ Da es bei diesen beiden Hauptgruppen seit geraumer Zeit Nachwuchssorgen gebe, ändere sich folglich auch die Zahl der Waffenbesitzer kaum.

In Zweibrücken gibt es ferner eine handvoll Sammler von Waffen. Einer habe fast 100 Stück zuhause. „Aber das ist unproblematisch, es handelt sich um eine Person, die alle Waffen ganz akkurat lagert“, hat Schaubeck sich vor Ort überzeugt.

Nicht erst seit den Amokläufen an deutschen Schulen will das Ordnungsamt ganz genau wissen, wie die Waffen in den Haushalten deponiert sind. Aber die Gangart wurde verschärft. „Früher wurden die Waffenbesitzer angeschrieben, dass sie den Nachweis der ordentlichen Aufbewahrung erbringen müssen. Seit einiger Zeit erscheinen wir unangemeldet vor Ort.“ Es gebe ganz selten Probleme bei den Kontrollen, die vielen Jäger und Sportschützen seien professionell genug, gesetzesgemäß zu verfahren.

Apropos Probleme: Die gibt es in Zweibrücken sehr wohl. Allerdings weniger bei den Schusswaffen als vielmehr bei sogenannten Einhandmessern. Dabei handele es sich um Messer, deren Klinge mit einer Hand geöffnet werden kann. „Der Kauf ist legal. Aber es ist – von Ausnahmen abgesehen – verboten, diese Messer mit sich zu führen.“ Die Verkäufer würden daher die Ware eingepackt übergeben. Erst zu Hause dürfe das Messer ausgepackt werden. Dass das geöffnete Messer nichts während eines Spazierganges oder Kneipenaufenthalts in der Hosentasche zu suchen hat, ficht aber immer mehr Besitzer nicht an.

„In diesem Jahr hat sich die Zahl von Personen, die bei Polizeikontrollen mit diesen Messern erwischt wurden, verdoppelt“, sagt Schaubeck. „Zumeist sind es Jüngere, die auffallen. Letztes Jahr flogen 15 Personen auf, dieses Jahr zirka 30.“ Das Ordnungsamt verhängt in solchen Fällen ein Bußgeld von zirka 100 Euro. Schaubeck ist beruhigt darüber, dass die Ertappten offenbar aus der Strafe lernen. „Bislang hat es noch nicht den Fall gegeben, dass eine Person zweimal hintereinander mit solch einem Messer kontrolliert wurde.“

AUF EINEN BLICK

Wer eine Waffe besitzen will, muss mehrere Anforderungen erfüllen. Alle Betroffenen müssen ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Auszug aus dem staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister vorlegen. Ferner wird die örtliche Polizei um eine Stellungnahme gebeten. Für Sportschützen gilt: Ab 18 Jahren dürfen die Betroffenen kleinkalibrige Waffen kaufen. Ab 21 Jahren ist der Erwerb größerer Waffen zulässig – aber nur, wenn ein fachärztliches Gutachten eine Unbedenklichkeitsäußerung abgibt. eck

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