A8 Luxemburg Richtung Saarlouis Dreieck Saarlouis Vollsperrung in Richtung A8 Dillingen-Süd, Bauarbeiten, Dauer: 18.05.2018 18:00 Uhr bis 22.05.2018 05:00 Uhr (18.05.2018, 06:54)

A8

Priorität: Dringend

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Zwei Saarbrücker reisen im Auto 3500 km durch den finnischen Winter

Es führt ein Weg nach Nirgendwo. Die Ente von Karsten Schreiber im verschneiten Finnland.

Es führt ein Weg nach Nirgendwo. Die Ente von Karsten Schreiber im verschneiten Finnland.

Die Idee für die Tour hatte ein Freund – ebenfalls Ente-Fahrer – aus Österreich. Man kennt sich. Mag es das geteilte Leid der chronischen Untermotorisierung oder der liebevoll-mitleidige Blick sein, der ihnen so oft begegnet, Entefahrer sind ein eingeschworener Haufen.

„Vielleicht liegt es daran, dass man ähnlich an die Sachen herangeht. Enten sind nicht gerade für Angeber geeignet“, sagt Schreiber, Geschäftsführer eines Marktforschungsunternehmens in Saarbrücken. Irgendwann kam dann die Idee mit Finnland. „Der Freund hat das vorgeschlagen. Am Anfang habe ich etwas gezweifelt, ob das Auto auch anspringt bei solchen Temperaturen. Aber er hat gesagt, dass das klappt.“ Und so folgten Jutta und Karsten Schreiber mit 23 anderen winterfesten Enthusiasten aus zehn Ländern dem Aufruf von Jukka Isomäki aus Vaasa zur „Raid Porotokka“ (finnisch für „Rally Rentierherde“). Einmal Polarkreis und zurück. Im Januar begannen die Vorbereitungen am Auto. „Eigentlich mussten nur Kleinigkeiten geändert werden“, sagt Schreiber. Der Teufel steckt aber im Detail. So haben Enten keinen eigenen Ventilator in der Heizung.

Je langsamer das Auto fährt, desto kälter wird es. Also baute Schreiber einfach einen Elektroventilator ein. „Wir hatten es teilweise 45 Grad wärmer im Auto als draußen.“ Mitte Februar ging es dann von Saarbrücken aus über Helsinki nach Vaasa und von dort aus immer nach Norden. „Es war einfach beeindruckend. Irgendwann, als wir die Baumgrenze hinter uns ließen, war das eine ganz unwirkliche Landschaft. Überall nur unberührter Schnee.“ Nur dann und wann von einer Rentierherde gestört. Irgendwann waren dann auch die Reifen mit den Spikes aufgezogen und die Ente lag sicher in der Spur. „Da konnten wir dann auch mal 100 fahren.“ Nahe an der Spitzengeschwindigkeit eines 2CV. Als es dann sogar auf die vereiste Ostsee ging, machte auch seine Frau Ansprüche auf das Lenkrad geltend. Sie kennt die Eigenheiten des 2 CV. Ihr Vater hatte früher sogar eine der ersten Enten, die in Deutschland verkauft wurden.

Es war ganz sicher nicht die letzte Tour der Schreibers mit ihrer Ente. „Es gibt Autos, die bequemer sind im Alltag. Aber sobald man in der Ente sitzt, entschleunigt man einfach. 90 km/h reichen eben auch.“

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