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Zwölfjähriger aus Lebach rettet 75-jähriger Frau das Leben

Rettungsassistent Hannes Zelkowicz erklärt dem jungen Lebensretter Noah Walczuch die Abläufe in der Rettungswache Saarlouis.  Foto: Becker&Bredel

Rettungsassistent Hannes Zelkowicz erklärt dem jungen Lebensretter Noah Walczuch die Abläufe in der Rettungswache Saarlouis. Foto: Becker&Bredel

Mitten in Saarlouis , auf der Gustav-Heinemann-Brücke, fällt am 13. Februar eine 75 Jahre alte Frau plötzlich von ihrem Fahrrad. Herzinfarkt (die SZ berichtete). Wie die Frau zusammensackt und stürzt, beobachtet der zwölfjährige Noah Walczuch aus Lebach, der gerade in einem Auto unterwegs ist. Er bittet den Fahrer anzuhalten. „Ich sagte ihm, er soll den Verkehr stoppen und den Notruf wählen. Dann ging ich zu der Frau und erinnerte mich an den Kurs des Schulsanitätsdienstes. Der lag gerade erst zwei Wochen zurück. Ich hab die Atmung überprüft, sie atmete ganz flach. Und deswegen hab ich auf Druckmassage verzichtet und die Frau erst einmal in stabile Seitenlage gelegt“, berichtet der junge Retter wie aus dem Lehrbuch. Rettungsassistent Hannes Zelkowicz hört ihm gespannt zu und nickt anerkennend. Zelkowicz ist Profi-Retter beim Roten Kreuz, war an dem Einsatz beteiligt. An den Einsatz des Jungen erinnert er sich nicht, aber dafür gibt es eine Erklärung. „Nach dem Jungen kamen zwei Polizeibeamte. Die haben übernommen und eine mustergültige Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt“, sagt Zelkowicz.
 

Ohne Ersthelfer wäre sie tot

Der schnelle Notruf, die stabile Seitenlage, die Druckmassage – die sogenannte Rettungskette habe perfekt funktioniert, sagt der Rot-Kreuz-Mitarbeiter, der mit seinen Kollegen und dem Notarzt die Patientin übernahm. Sie hat den Einsatz überlebt, wird aber derzeit noch intensivmedizinisch behandelt. „Ohne die Ersthelfer wäre sie tot“, sagt Zelkowicz. Bei der Polizei habe man sich telefonisch lobend bedankt, den Jungen hat man zur Rettungswache nach Saarlouis eingeladen.

Noah ist nicht nur ein Lebensretter, er ist auch ein Musical-Star. Er spielt eine Hauptrolle in der „Addams-Family“-Produktion im Merziger Zeltpalast, ist seit einem Jahr im Internat der Regensburger Domspatzen und seit wenigen Tagen in der Konzert-Chor der Domspatzen berufen. Vielleicht, so hofft er, könne er über Ostern mit zur Konzertreise nach Oman. Vorher gastiert die Addams-Family in Zürich, Noah singt bei sechs Gastspielen. Papa Damian, ein selbstständiger Programmierer, steht stolz daneben. „Mein Sohn wollte unbedingt auf dieses Internat, ich fördere ihn und unterstütze es“, sagt er. „Aber nur ein kleiner Teil der Domspatzen wird später Musiker, die meisten machen etwas anderes“, fügt er hinzu und handelt sich die obligatorische Nachfrage ein: „Notarzt vielleicht?“.

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