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Prozess in Landau um Drogen-Shop: Angeklagter muss Millionen zahlen

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal des Landgerichts. Foto: Uli Deck/Archiv

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal des Landgerichts. Foto: Uli Deck/Archiv

1,5 Millionen Euro an den Staat
Ein 33-Jähriger, der einen der größten Online-Shops für illegale Drogen in Deutschland aufgebaut hat, muss nun neben seiner Gefängnisstrafe auch rund 1,5 Millionen Euro an den Staat bezahlen. Der Betrag errechne sich aus Zahlungen für über 5300 Drogengeschäfte, sagte Richter Markus Sturm am Montag bei der Urteilsverkündung vor dem Landauer Landgericht. Die Kammer ordnete zudem an, den Angeklagten nach fünfeinhalb Jahren Haft in einer Erziehungsanstalt unterzubringen. Dort soll der drogenabhängige Mann eine Therapie beginnen.

Im großen Stil mit Drogen gehandelt
Über die Höhe der Haftstrafe wurde hingegen nicht mehr verhandelt. Der Deutsche war im Jahr 2017 wegen Drogenhandels zu fast 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zwischen Mai 2015 und April 2016 hatte er im so genannten Darknet, einem abgeschotteten Bereich des Internets, im großen Stil unter dem Namen „Chemical Love“ mit Drogen gehandelt.

Kokain, Haschisch, LSD-Trips und Ecstasy-Pillen
Der rheinland-pfälzischen Landeszentralstelle Cybercrime (LZC) der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz zufolge konnten dort unter anderem Kokain, Haschisch, LSD-Trips und Ecstasy-Pillen per Mausklick bestellt werden. Die Drogen wurden demnach in den Niederlanden gekauft, in einem Keller im pfälzischen Rülzheim gebunkert und per Post versandt.

Zuerst Strafzahlung von zehn Millionen gefordert
In dem Berufungsprozess ging es im Kern um die Frage, wie hoch die Gewinne des Angeklagten waren. Im ersten Urteil hatten die Richter noch eine Strafzahlung von zehn Millionen Euro gefordert - den mutmaßlichen Verkaufserlös der Drogen in der Internetwährung Bitcoin plus Wertsteigerung. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil 2018 jedoch kassiert.

Urteil rechtskräftig
Der Staatsanwaltschaft zufolge lag dies daran, dass in dem ersten Verfahren der Wert der Bitcoins zu hoch angesetzt worden war. Die Wechselkurse seien zwischen den Taten und dem Prozess aber stark angestiegen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigten an, keine Rechtsmittel einlegen zu wollen. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

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