B268 Saarbrücken Richtung Losheim in Höhe Stausee Losheim Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (18.10.2018, 18:03)

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Tödliche Stiche auf Folsterhöhe: Angeklagter muss ins Gefängnis

20 Stiche töteten das Opfer. Archivfoto: BeckerBredel.

20 Stiche töteten das Opfer. Archivfoto: BeckerBredel.

"Brutal und in einem Gewaltexzess" hat nach Einschätzung des Landgerichts Saarbrücken ein 46-Jähriger einen russischen Bekannten aus dem Drogenmilieu mit 20 Messerstichen getötet. Wegen Totschlags verurteilten die Richter den in Kasachstan geborenen Deutschen am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren. Zudem ordnete die Kammer für den Heroinabhängigen nach zwei Jahren und neun Monaten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Ein nichtiger Anlass - ein Streit um eine Uhr als Pfand in einem Drogengeschäft - habe den Angeklagten zu einer Tat "in überschießender Gewalt mit brutaler Vorgehensweise" bewogen, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Weber. Der 46-Jährige hatte das 41 Jahre alte Opfer, das nach einem Unfall halbseitig gelähmt war, nach einem Faustschlag zunächst mit Messerstichen in den Kopf, danach mit weiteren Stichen in den Rücken getötet.

Eine Notwehrsituation sah die Kammer anders als die Verteidigung nicht. Ebenso wenig sahen die Richter die Verwirklichung eines Mordmerkmals, im Gegensatz zur Nebenklage-Vertreterin. Wegen der langjährigen Heroinsucht sei eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit nicht auszuschließen, betonte das Gericht.

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die die Höchststrafe von zwölf Jahren und ebenfalls einen Maßregelvollzug gefordert hatte. Oberstaatsanwalt Raimund Weyand hatte lediglich die "halbwegs geständige Einlassung" des Angeklagten positiv bewertet. Auf der anderen Seite stünden eine "sehr brutale, sehr blutige Tatentwicklungsweise" und elf Vorstrafen, hauptsächlich wegen Drogendelikten.

Auch die Vertreterin der Nebenklage hatte die "besonders brutale Vorgehensweise" hervorgehoben. Dass der Täter in Notwehr gehandelt habe, sei eine reine Schutzbehauptung. Der Verteidiger hatte eine Freiheitsstrafe von höchstens sechs Jahren beantragt. Seiner Ansicht nach handelt es sich um einen minderschweren Fall, weil sein Mandant im Zustand höchster Erregung gehandelt habe und vermindert schuldfähig gewesen sei.

Der Angeklagte selbst nutzte das Schlusswort, um sich bei den Eltern des Opfers und seiner eigenen Familie zu entschuldigen. "Wenn das überhaupt möglich ist", sagte er. "Es tut mir sehr leid, aber er hat mich einfach provoziert." Bis heute könne er nicht begreifen, wie das geschehen konnte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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