„L’amour toujours“ auch im Saarland für rassistische Sprüche missbraucht – mehrere Polizeieinsätze

Auch im Saarland soll das Lied "L’amour toujours" für rassistische Sprüche missbraucht worden sein. Am Wochenende kam es in diesem Zusammenhang zu mehreren Polizeieinsätzen.
Die Polizei leitete Strafverfahren ein. Foto: Marijan Murat/dpa-Bildfunk
Die Polizei leitete Strafverfahren ein. Foto: Marijan Murat/dpa-Bildfunk

Polizei: „Rechte Parolen auf zwei Feiern in Saarbrücken“

Am Samstag (15. Juni 2024) soll es in Saarbrücken zu Fällen von Volksverhetzung gekommen sein: Wie die Polizeiinspektion Saarbrücken-Stadt mitteilte, soll bei zwei privaten Feiern das Lied „L’amour toujours“ mit veränderten Strophen in Form von rechten Parolen gegrölt worden sein.

Im ersten Fall rückten Beamt:innen der Inspektion Saarbrücken-Stadt nach eigenen Angaben gegen 15.30 Uhr aus, nachdem sich ein Anwohner über eine solche Party auf dem Kieselhumes beschwert hatte. „In der Nachbarschaft des Mitteilers konnten dann circa 25 junge Gäste einer Gartenfeier angetroffen werden“, hieß es. Noch müsse ermittelt werden, „ob und durch wen ein solches strafbares Verhalten gezeigt wurde“.

Klarer hingegen scheine der Fall einer weiteren Feier – gegen 17.00 Uhr auf dem Saarbrücker Eschberg. Nach Angaben der Inspektion Saarbrücken-Stadt konnten Einsatzkräfte hier vor Ort selbst feststellen, wie das „Lied mit entsprechenden Parolen aus der geöffneten Balkontür der Wohnung eines 18-Jährigen“ ertönte. Die Gäste der Feier hätten angegeben, das Lied im Original lautstark abgespielt zu haben. „Wer von den Gästen im Heranwachsenden-Alter tatsächlich verbotene Strophen dazu gesungen hat, ist noch ungeklärt“, so die Polizei. Der Staatsschutz werde die Ermittlungen aufnehmen.

Auch Vorfall in St. Wendel

Einen Tag zuvor, am Freitagabend, waren Einsatzkräfte von einem Gaststättenbetreiber in St. Wendel alarmiert worden. Demnach grölte im Umfeld des Lokals eine größere Gruppe volksverhetzende Parolen. Auch der Hitlergruß soll gezeigt worden sein. Eigenen Angaben zufolge leitete die Polizei Strafverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen ein.

Parolen in Schiffweiler gegrölt

In der Nacht zum Samstag wurden laut einem Polizeisprecher in einer Kneipe in Schiffweiler von mehreren Menschen rechtsextreme Parolen zur Melodie von „L’amour toujours“ gegrölt. Als Einsatzkräfte in der Gaststätte eintrafen, waren die Personen bereits verschwunden. Ersten Ermittlungen zufolge hätten vier Personen rassistische Parolen zu dem Song gegrölt und teilweise auch den Hitlergruß gezeigt. Später sei die Gruppe zur Kneipe zurückgekehrt. In Anwesenheit der Polizei habe eine Person unter anderem „Sieg Heil“ gerufen. Auch in diesem Fall folgten Strafverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung der Polizeiinspektion Saarbrücken-Stadt, 16.06.2024
– eigener Bericht