Polizist in Saarbrücken von Betrunkenen niedergeschlagen

In Saarbrücken ist ein Polizist bei einem Einsatz niedergeschlagen und dabei schwer verletzt worden. Das Innenministerium nennt die Tat "nicht tolerierbar" und fordert Aufarbeitung.
Innenminister Bouillon fordert härtere Strafen bei Gewalt gegen Einsatzkräfte. Foto: Carsten Rehder/dpa-Bildfunk
Gewalt gegen Einsatzkräfte sei nicht tolerierbar, so der Innenminister. Foto: Carsten Rehder/dpa-Bildfunk
Innenminister Bouillon fordert härtere Strafen bei Gewalt gegen Einsatzkräfte. Foto: Carsten Rehder/dpa-Bildfunk
Gewalt gegen Einsatzkräfte sei nicht tolerierbar, so der Innenminister. Foto: Carsten Rehder/dpa-Bildfunk

Betrunkene schlagen Polizisten nieder und verletzen ihn schwer

Ein Polizist ist in Saarbrücken bei dem Versuch, eine Schlägerei aufzulösen, attackiert worden. Das berichtet das Innenministerium in einer Pressemitteilung. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag (29. Dezember 2022) um 00:40 Uhr.

Der 25-jährige Polizeibeamte, der privat in Saarbrücken unterwegs war, bemerkte in einer Gaststätte in der Richard-Wagner-Straße eine Schlägerei zwischen drei Männern. Der 25-Jährige wollte eingreifen, gab sich als Polizist zu erkennen und versuchte die Parteien zu trennen. Dabei griff ihm jedoch ein bislang unbekannter Mann an und verletzt den Beamten schwer im Gesicht. Der Polizeikommissar erlitt mehrere Gesichtsfrakturen, die in einem Krankenhaus operiert werden mussten.

Als ein Streifenkommando der Polizei am Tatort eintraf, war der Angreifer bereits geflüchtet. Zwei weitere Männer (18 und 19 Jahre alt), die in die Schlägerei verwickelt waren, die der 25-jährige Polizeibeamte schlichten wollte, konnten jedoch noch am Tatort festgestellt werden.

Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an. Personen, die Hinweise zur Tat machen können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Sulzbach unter der Telefonnummer 06897/9330 in Verbindung zu setzen.

Polizeipräsident: „Verrohung nicht hinnehmbar“

Landespolizeipräsident Rupp setzt sich seit Jahren vehement gegen die stetig zunehmende Gewalt gegenüber Einsatzkräften der Polizei und anderer Blaulichtorganisationen ein. „Bodycam, Taser und weitere Einsatzmittel, mit denen unsere Polizeibeamtinnen und -beamten ausgestattet sind, helfen zwar, können aber derartige Gewaltexzesse nur selten verhindern. Wir dürfen die in der Gesellschaft umgreifende Verrohung nicht hinnehmen. Die Strafen, die das Strafgesetzbuch für solche Taten vorsieht, müssen von justizieller Seite voll ausgeschöpft werden! Außerdem würde ich es begrüßen, wenn man in diesen Fällen das Mindeststrafmaß erhöhen sowie als Nebenstrafe einen Führerscheinentzug bzw. ein Fahrverbot miteinbeziehen würde.“

Innenminister Jost fordert Aufarbeitung durch Strafverfolgung

Innenminister Reinhold Jost verlangt nun eine konsequente Aufarbeitung des Vorfalls durch die Strafverfolgungsbehörden. Er verurteile den Angriff aufs Schärfste. „Gewalt gegen Einsatzkräfte ist auf keinen Fall tolerierbar, auch dann nicht, wenn die Täter alkoholisiert sind! Politik und Gesellschaft müssen hier gemeinsam ein Zeichen setzen, dass diejenigen, die uns im Ernstfall schützen, auch durch die Gesellschaft unterstützt werden“, so Jost. Dem verletzten Polizisten wünsche er gute Besserung.

Bereits fast 300 Anzeigen wegen Gewalt im Dienst 2022

In diesem Jahr wurden bereits 291 Anzeigen von Polizisten erstattet, die durch Gewalt im Dienst verletzt wurden. In 18 Fällen waren die Betroffenen vorübergehend dienstunfähig. Seit Jahren ist die Zahl der Gewalttaten gegen Einsatzkräfte im Saarland auf einem hohen Niveau.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung des Innenministeriums
– Eigener Artikel