Polizistenmord bei Kusel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Person

Der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern zufolge sind die Ermittlungen im Fall der tödlichen Schüsse auf zwei Polizeikräfte nahe Kusel fast abgeschlossen. Das bedeutet: Die Anklage steht wohl kurz bevor. Derweil wurde bekannt, dass auch gegen eine dritte Person ein Ermittlungsverfahren läuft.
In Sulzbach (hier im Bild) waren S. und sein Komplize festgenommen worden. Foto: BeckerBredel
In Sulzbach (hier im Bild) waren S. und sein Komplize festgenommen worden. Foto: BeckerBredel

Polizistenmord bei Kusel: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Person

Im Falle der mutmaßlichen Morde an zwei Polizeikräften nahe Kusel läuft ein Ermittlungsverfahren gegen eine weitere Person. Das habe einem Bericht des „SR“ zufolge Udo Gehring, der Leiter der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, bestätigt. Das Ermittlungsverfahren betreffe eine Person, „auf deren Waffenbesitzkarte die beiden Tatwaffen eingetragen waren“. Im Raum stehe der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Auch gehe es um Verstöße gegen das Waffenrecht. Offenbar sollen die beiden Tatwaffen nicht vorschriftsmäßig gesichert und gelagert worden sein.

Unklar sei allerdings noch die Identität dieser Person. Laut einem „Spiegel“-Bericht „waren zwei Waffen von Typ und Kaliber der Tatwaffen“ auf die Ehefrau des Tatverdächtigen Andreas S. registriert. Auch sie soll Jägerin gewesen sein. Dass das Ermittlungsverfahren die Frau betrifft, wollte Gehring laut „SR“ zunächst nicht bestätigen.

Anklage könnte bald erhoben werden

Derweil steht fest, dass Andreas S. (38) und seinem Komplizen (32) bald der Prozess gemacht wird. Dem 38 Jahre alten Saarländer werden beide Morde vorgeworfen. Er soll demnach alleine fünf Schüsse auf die Polizistin Yasmin B. (24) und den Polizisten Alexander K. (29) abgefeuert haben. Die Ermittler:innen gehen weiterhin davon aus, dass vorherige Jagdwilderei vertuscht werden sollte.

Der „SZ“ zufolge werde dem 32-Jährigen Strafvereitelung vorgeworfen; ihm soll auch eine Anklage wegen gewerbsmäßiger Jagdwilderei drohen. Der Saarländer soll in der Tatnacht gemeinsam mit S. gewildert haben. Den Mordvorwurf gegen den 32-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern bereits fallen lassen.

Laut „SR“ könnte der Prozess gegen S. und seinen Komplizen am 21. Juni vor dem Landgericht in Kaiserslautern starten. Dieser und weitere Termine seien bereits informell abgestimmt worden. Mit einer „abschließenden Verfügung“ sei in der nächsten oder übernächsten Woche zu rechnen.

Verwendete Quellen:
– eigene Berichte
– Deutsche Presse-Agentur
– Saarländischer Rundfunk
– Saarbrücker Zeitung
– Spiegel