Urteil im zweiten Yeboah-Prozess: Angeklagter freigesprochen

Im Beihilfe-Prozess um den tödlichen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim 1991 in Saarlouis ist ein Urteil gefallen. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Das ist der Grund:
Ein 55 Jahre alter Deutscher stand im zweiten Prozess um einen tödlichen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im Jahr 1991 in Saarlouis wegen Beihilfe zum Mord und Beihilfe zum Mordversuch in 20 Fällen vor Gericht. Foto: Thomas Frey/dpa-Bildfunk
Ein 55 Jahre alter Deutscher stand im zweiten Prozess um einen tödlichen Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im Jahr 1991 in Saarlouis wegen Beihilfe zum Mord und Beihilfe zum Mordversuch in 20 Fällen vor Gericht. Foto: Thomas Frey/dpa-Bildfunk

Bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im Saarland starb vor fast 33 Jahren der damals 27-jährige Samuel Yeboah. In den vergangenen Monaten stand ein 55-Jähriger unter anderem wegen Beihilfe zu der Tat vor Gericht. Er habe laut Bundesstaatsanwaltschaft den Täter zu dem Anschlag angestiftet.

Der Vorsitzende Richter Konrad Leitges sprach den Angeklagten am heutigen Dienstag (9. Juli 2024) jedoch von dem Vorwurf frei. Eine psychische Beihilfe habe sich in der Beweisaufnahme nicht bestätigt, so Leitges bei der Verkündung. Die Verteidigung des Deutschen hatte zuvor den Freispruch gefordert, die Bundesanwaltschaft dagegen eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

Der Täter, der den Brandanschlag 1991 verübt hatte, wurde im vergangenen Oktober unter anderem wegen Mordes verurteilt. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Der bereits Verurteilte hatte im Beihilfe-Prozess geschwiegen. Die Anklage stützte sich vor allem auf die Aussage eines Zeugen, in dessen Beisein, der 55-Jährige den Brandstifter zu der Tat ermutigt haben sollte.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– Eigene Artikel