Saar-Inzidenz deutlich über Bundesschnitt

Im Saarland liegt die Inzidenz derzeit knapp 50 Punkte über dem Bundesschnitt. Die aktuellen Corona-Zahlen im Überblick:
Die aktuellen Corona-Zahlen für das Saarland gibt es auf SOL.DE. Foto: Sebastian Gollnow/dpa-Bildfunk
Die aktuellen Corona-Zahlen für das Saarland gibt es auf SOL.DE. Foto: Sebastian Gollnow/dpa-Bildfunk

Inzidenz und Neuninfektionen

Im Saarland ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche erneut gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert am heutigen Mittwoch (4. Januar 2023) mit 233,1 an (Vortag: 257,3; Mittwoch der Vorwoche: 205,1). Im Bundesschnitt liegt der Wert bei 189,0. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 502 weitere Fälle (Vorwoche: 738).

Vorsicht bei der Interpretation

Wegen der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels sind die Daten noch mit Vorsicht zu interpretieren. Das RKI schreibt dazu: „Die Lage kann nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel epidemiologisch nicht in gleicher Weise wie im restlichen Jahr bewertet werden. Schulen und Kitas sind bundesweit geschlossen, Kontaktmuster und Mobilitätsverhalten sind anders. Da in dieser Zeit weniger Personen eine Arztpraxis aufsuchen, werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dadurch werden auch weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. In dieser Zeit werden auch nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI Daten übermitteln.“

Hohe Dunkelziffer

Expert:innen gehen davon aus, dass es eine hohe Zahl an Corona-Fällen gibt, die nicht vom RKI erfasst sind. Der Grund dafür: Viele Infizierte lassen ihr positives Schnelltest-Ergebnis nicht mit einem PCR-Test bestätigen. Nur diese gehen jedoch in die offizielle Statistik ein.

Keine neuen Todesfälle registriert

Insgesamt gab es damit bisher 480.397 Infektionen im Bundesland. Darunter sind auch Reinfektionen. Die Zahl der Toten im Bundesland blieb bei 2.021. Aktiv infiziert sind circa 5.900 Menschen (Vortag: 5.900; Vorwoche: 5.800).

Corona-Lage in den Saar-Landkreisen

Situation auf den Intensivstationen und Hospitalisierungsinzidenz

Die Hospitalisierungsrate im Saarland beträgt laut RKI jetzt 6,31. Auf den Intensivstationen befinden sich im Moment 17 mit Corona infizierte Personen (Vortag: 18; Vorwoche: 16). Von ihnen werden laut Divi-Register 8 invasiv beatmet (Vortag: 6; Vorwoche: 3).

Hinweis

Die Daten des RKI können sich wegen Meldeverzug von den eigenen Daten der Saar-Kreise unterscheiden. Über die Zahl der Testungen werden keine Angaben gemacht.

Begriffserklärung

Zahl der Fälle: Sie gibt die Gesamtzahl der mit einem PCR-Test nachgewiesenen Fälle im Saarland seit dem ersten Auftreten des Coronavirus an. Sie zeigt damit nicht an, wie viele Menschen zum aktuellen Zeitpunkt mit dem Virus infiziert sind. Genesene und Tote werden aus dieser Zahl nicht herausgerechnet. In den Wert fließen auch Reinfektionen ein.

Inzidenz: Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen sich gerechnet auf 100.000 Einwohner:innen innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben.

Hospitalisierungsinzidenz: Der Wert zeigt an, wie viele Corona-Patient:innen pro 100.000 Einwohner:innen in einem Sieben-Tage-Zeitraum im Krankenhaus aufgenommen wurden - auf allen Stationen. Wegen Meldeverzugs kann er die tatsächliche Hospitalisierungsrate deutlich unterschätzen.

Zahl der Toten: Sie zeigt die Gesamtzahl der Menschen an, die an oder mit einer Corona-Infektion gestorben sind. Rechtsmediziner:innen schätzen, dass der überwiegende Teil der Corona-Toten wegen der Infektion verstarb.

Zahl der aktiven Infektionen: Sie gibt an, wie viele Menschen im Moment mit dem Coronavirus infiziert sind. Diese Zahl ist ein Schätzwert des RKI.

Zahl der Genesenen: Der Schätzwert des RKI gibt an, wie viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert waren und ihre Infektion mittlerweile wieder überstanden haben. Die Zahl zeigt nicht an, wie viele Menschen an möglichen Spätfolgen (Long-Covid) leiden.

Verwendete Quellen:
- Robert-Koch-Institut
- Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
- eigene Recherche
- eigene Artikel
- Deutsche Presse-Agentur