Arbeitgeber und Experten fordern: Rente erst mit 70

Arbeitgeber:innen und Expert:innen fordern eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Demnach dürfe sich die Politik nicht weiter vor der Realität verschließen und müsse einsehen, dass man ein Eintrittsalter von 67 Jahren nicht halten könne.
Wird das Renteneintrittsalter in Deutschland erneut erhöht? Symbolfoto: picture alliance / dpa | Ralf Hirschberger
Wird das Renteneintrittsalter in Deutschland erneut erhöht? Symbolfoto: picture alliance / dpa | Ralf Hirschberger

Debatte: Erhöhung des Renteneintrittsalters notwendig?

In Deutschland ist erneut eine Diskussion darüber entbrannt, ob das Renteneintrittsalter angehoben werden muss. Bereits vor einigen Wochen hatten Expert:innen dem Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen eines Gutachtens vorgeschlagen, das Eintrittsalter auf 68 Jahre zu erhöhen.

Gesamtmetall-Präsident Wolf: Rente erst mit 70

Was bei den deutschen Steuerzahler:innen verständlicherweise Unmut auslöst, ist für Stefan Wolf, den Präsidenten des „Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall“, allerdings noch lange nicht genug. Wolf, der die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie vertritt, warnte vor einem großen Finanzierungsproblem der Rentenkassen. „Wir müssen zu den Menschen ehrlich sein: Wir werden das Renteneintrittsalter nicht bei 67 Jahren halten können“, sagte Wolf den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.

Der Gesamtmetall-Präsident bringt sogar ein noch höheres Renteneintrittsalter ins Spiel als die Expert:innen, die das Wirtschaftsministerium beraten. So kündigte Wolf an: „Wir werden in den nächsten Jahren über ein Renteneintrittsalter von 69 bis 70 Jahren reden müssen“.

Ökonom Pimpertz: „Uns bleibt gar nichts anderes übrig“

Auch der Ökonom Jochen Pimpertz vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt in die gleiche Kerbe. „Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als über ein Renteneintrittsalter mit 70 zu diskutieren“, sagte Pimpertz gegenüber der „Bild“.

Laut Einschätzung des Ökonoms werde die Zahl der Rentner:innen in Deutschland bis Ende der 2030er-Jahre um gut 4 Millionen steigen. Gleichzeitig soll die Zahl der Beitragszahler:innen um rund 2,5 Millionen sinken. Dies werde laut Pimpertz ein riesiges Loch in die Rentenkassen reißen. „Die Politik darf die Realität nicht länger ignorieren„, warnte der Ökonom. Wenn man so weiter wie bisher mache, dann stünden auf Dauer zu viele Empfänger:innen zu wenigen Beitragszahler:innen gegenüber.

Verwendete Quellen:
– Berichte der Zeitungen der „Funke Mediengruppe“
– Deutsche Presse-Agentur
– Bericht der „Bild“