100 Jahre Saarland: „Wir können stolz sein“

Am gestrigen Freitag (10. Januar 2020) wurde das Saarland 100 Jahre alt. Nach den Worten des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) kann es seine Geschichte "voller Stolz" feiern.
Bei der Feier zum "Saarhundert" sprachen unter anderem Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Foto: BeckerBredel
Bei der Feier zum "Saarhundert" sprachen unter anderem Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Foto: BeckerBredel
Bei der Feier zum "Saarhundert" sprachen unter anderem Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Foto: BeckerBredel
Bei der Feier zum "Saarhundert" sprachen unter anderem Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD). Foto: BeckerBredel

„Wir können stolz sein auf die Saarländerinnen und Saarländer, auf das Land, auf seine Menschen“, sagte der Regierungschef am Freitagabend bei einer Feierstunde. Vor exakt 100 Jahren – am 10. Januar 1920 – trat der Versailler Vertrag in Kraft und legte erstmals die Grenzen des Saargebiets als eigenständiges Territorium fest.

Hans: Saarländer sind überzeugte Europäer

Das heutige Saarland sei ein „Kind Europas“, sagte Hans unter Hinweis auf die europäische Einigung, mit der der deutsch-französische Streit um das Saarland beendet wurde. „Und was anders können Kinder Europas sein als gute überzeugte Europäer?“ Die Saarländer seien „gute Deutsche“, aber sie fühlten sich den Nachbarn in Luxemburg und Frankreich „ganz eng verbunden“.

Besonderer Zusammenhalt der Menschen im Saarland

„Die Saargeschichte ist mithin auch eine Erzählung von Europa.“ Das Land habe sich oft umorientieren und „so häufige und so heftige Brüche durchleben müssen“ wie kein anderes. Deswegen gebe es auch einen besonderen Zusammenhalt der Menschen und einen besonderen Pragmatismus.

Heiko Maas warnt vor Protetionismus

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte, das Saarland sei in den ersten Jahren seiner Existenz unter der Aufsicht des Völkerbundes „ein Experimentierfeld für die multilaterale Ordnung“ gewesen. Er warnte vor neuem Protektionismus. Die Zukunft des Saarlandes sei „eng verknüpft mit dem europäischen Schicksal“.

Zukunft für das Saarland nur in Europa

Das Saarland sei ein exportabhängiger Industriestandort. Der Strukturwandel an der Saar könne nur gelingen „in einem offenen und sozialen Europa„. Europa nehme den Saarländern nichts: „Europa schenkt uns viel. Eine europäische Identität, die uns mit unseren Nachbarn jenseits der Saar und der Mosel verbindet.“ Maas sagte, er sei fest davon überzeugt, „dass wir in Europa nur dann eine Perspektive haben, wenn wir die Zukunft europäisch gestalten„.

Hans will um jeden Arbeitsplatz kämpfen

Hans verwies auf die Bedeutung von Kohle und Stahl für das Saarland. „Diese Wurzeln sollten wir nie vergessen und werden wir nie vergessen. Wir werden sie stets in Ehren halten“, sagte der Regierungschef. Angesichts der Probleme von Stahl- und Autoindustrie versicherte er, man werde „um jeden Arbeitsplatz kämpfen“. Das Land verfüge durchaus über „Voraussetzungen, um aus dem nun anstehenden Strukturwandel als Gewinner hervorzugehen“.

Weitere Veranstaltungen zum „Saarhundert“

Der Festakt in Saarbrücken war der Auftakt zu einer Reihe von Angeboten und Veranstaltungen im Jahr 2020. Denn ein Jahrhundert an der Saar – zur Feier des Jahres als „Saarhundert“ bezeichnet – wird dort groß gefeiert: Mit einer Wanderausstellung, Bürgerfahrten und mehreren Feier-Veranstaltungen. Heute sind im kleinsten Flächenland Deutschlands knapp eine Million Saarländer zuhause.

Mobile Saar-Ausstellung kommt zu den Bürgern

Die Wanderausstellung mit rund 30 Aufstelltafeln wurde am Freitagabend erstmals gezeigt. Sie soll die Saar-Geschichte lebendig machen – und steht in vierfacher Ausführung zur Ausleihe für Kommunen und Schulen im Land bereit. „Wir wollten keine Ausstellung an einem fixen Ort machen, sondern eine mobile Ausstellung, die zu den Bürgern kommt„, sagte Jochen Wagner von der Staatskanzlei des Saarlandes.

Verwendete Quellen:
• Deutsche Presseagentur