Brautkleid: Stile, Trends und Traditionen

Boho, Prinzessin oder Vintage? Brautkleider gibt es in vielen verschiedenen Formen, Schnitten und Stilen. Auch beim Kauf gibt es einiges zu beachten. Wir geben euch einen Überblick über Trends, Traditionen und mehr rund um das Brautkleid.
Frau im Brautkleid
Das richtige Kleid zu finden, ist gar nicht so einfach. Wir geben Tipps. Foto: Unsplash/Benigno Hoyuela
Frau im Brautkleid
Das richtige Kleid zu finden, ist gar nicht so einfach. Wir geben Tipps. Foto: Unsplash/Benigno Hoyuela

Am Tag der Hochzeit muss alles perfekt sein. Das gilt natürlich auch für das Outfit der Braut. Immerhin will man sich am großen Tag von seiner Schokoladenseite zeigen. Der Auftritt der Braut steht und fällt mit dem perfekten Brautkleid. Das richtige Kleid zu finden, ist aber gar nicht so einfach.

Welche Arten von Brautkleidern gibt es? Warum trägt man überhaupt ein Brautkleid? Was passiert nach der Hochzeit mit dem Traum in Weiß? Wir beantworten euch alle Fragen zum Brautkleid.

Brautkleid: Formen und Schnitte im Überblick

Um das perfekte Brautkleid zu finden, muss man erst einmal wissen, welche verschiedenen Formen und Schnitte es gibt. Von schlicht bis pompös, hier sind die wichtigsten Brautkleidformen im Überblick:

Brautkleid A-Linie: Ein Brautkleid mit A-Linie hat ein enges Oberteil und geht ab der Taille in einen weit auslaufenden Rock über – daher auch der Vergleich mit der A-Form. Oberteil und Rock sind meist über eine Naht voneinander abgesetzt.
Brautkleid I-Linie: I-Linie-Brautkleider zeichnen sich durch ein dezentes, romantisches Design aus und eignen sich wunderbar für kleine, zierliche Frauen. Ausschlaggebend für die Namensgebung ist die schmale, gerade Silhouette, die eng am Körper anliegt.
Empire-Brautkleid: Der Empire-Stil fällt in die Kategorie der Vintage-Brautkleider. Die Taillennaht bei dieser Brautkleidform ist meist direkt unter der Brust angesetzt und geht von dort aus direkt in einen schlichten, locker fallenden Rock über. Der Fokus liegt auf dem Dekolleté.
Brautkleid Prinzessin/Duchesse: Im Brautkleid wie eine Prinzessin auszusehen, ist der Traum vieler Frauen, wenn sie vor den Altar treten. Charakteristisch für ein Prinzessinnen- oder Duchesse-Brautkleid ist ein enges, häufig korsagenartiges Oberteil, das in einen voluminösen, mehrlagigen Rock übergeht.
Fishtail- oder Meerjungfrau-Brautkleid: Eng anliegend bis zu den Knien und dann ein extravaganter Rock, so sieht das typische Meerjungfrau-Brautkleid aus. Die Form ist auch als Fishtail-Brautkleid bekannt und betont weibliche Kurven besonders gut.
Brautkleid in Trompetenform: Dem Brautkleid im Meerjungfrauen-Stil sehr ähnlich ist die Trompetenform. Der Hauptunterschied liegt darin, dass das Kleid beim Trompetenstil nur bis zu den Oberschenkeln eng am Körper verläuft, was für mehr Bewegungsfreiheit als bei einem Fishtail-Kleid sorgt. Auch hier werden Kurven optimal in Szene gesetzt.
Fit-and-Flare-Brautkleid: Der Schnitt “Fit and Flare” ähnelt dem Trompeten- beziehungsweise Meerjungfrauenschnitt. Auch hier ist das Oberteil eng anliegend und figurbetont, während der Rock ausgestellt ist. Bei Fit-and-Flare-Kleidern setzt der Rock jedoch bereits knapp unterhalb des Pos an.
Etui-Brautkleid: Wie die I-Linie ist auch die Etui-Form durch einen schmalen, geraden Schnitt gekennzeichnet. Allerdings sind Etui-Brautkleider in der Regel um einiges kürzer.

Bei der Wahl des passenden Brautkleidschnitts spielt die Figur der Braut eine wichtige Rolle. Der Schnitt des Kleides sollte so gewählt werden, dass er zur Körperfigur passt und diese gut in Szene setzt.

Aktuelle Brautkleid-Trends: Boho-Brautkleid und Vintage immer noch beliebt

Was bei Brautkleidern im Trend liegt, ändert sich von Jahr zu Jahr. Es gibt jedoch zwei Brautkleidstile, die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen: das Boho-Brautkleid und das Vintage-Brautkleid.

Brautkleider im Boho-Look sind eher unkonventionell, denn sie kombinieren Lässigkeit und Naturverbundenheit. Der Stil erinnert an die Mode der mittleren bis späten 1960er Jahre und ist von Hippie-Einflüssen geprägt. Boho-Brautkleider lassen sich als luftig, lässig, frech und bequem beschreiben.

Brautkleider im Boho-Stil werden nicht selten im selben Atemzug mit Vintage-Brautkleidern genannt. Beide weichen von aktuellen Brautmode-Trends ab und erlauben es der Braut, ihrem Outfit eine ganz eigene Note zu geben.

Der Unterschied zwischen Vintage- und Boho-Stil liegt darin, dass es bei Vintage-Kleidern darum geht, alte Elemente und Trends aus den 20er- bis 70er-Jahren wieder aufleben zu lassen. Dabei wird meist auf eine schlichte Silhouette gesetzt und an Nostalgie fehlt es auch nicht, was diesen Kleidern meist eine ganz besonders romantische Note verleiht.

Was kostet ein Brautkleid und wer zahlt das Brautkleid?

Eine Frage, die viele Frauen in Sachen Brautkleid beschäftigt, ist der Preis. Bei den Hochzeitskosten ist das Brautkleid definitiv als wichtiger Kostenpunkt vertreten. Aber wie viel Geld muss man für ein ordentliches Kleid einplanen?

Grundsätzlich gilt: Preislich sind bei Brautkleidern nach oben keine Grenzen gesetzt. Wer die finanziellen Mittel hat, kann locker mehrere tausend Euro für das Kleid ausgeben. Und tatsächlich scheinen vierstellige Beträge bei Brautkleidern in Deutschland die Norm zu sein.

In der großen Hochzeitsstudie der Kartenmacherei gaben 58 Prozent der befragten Paare an, zwischen 1.000 Euro und 4.000 Euro für das Brautkleid ausgegeben zu haben (Zahlen für 2023). Im Jahr 2022, lag dieser Anteil sogar bei 62 Prozent.

Und wer zahlt das Brautkleid? Traditionell ist es in erster Linie die Familie der Braut, die die Kosten für die Hochzeit und damit auch für das Brautkleid trägt. Die Tradition, dass die Eltern der Braut das Brautkleid bezahlen, hält sich vielerorts noch bis heute.

Spartipp: Wer sein Brautkleid Secondhand kauft, kann einiges an Geld sparen und sich mit etwas Glück das Kleid seiner Träume zu einem günstigen Preis leisten.

Jetzt wird es ernst: Wann das Brautkleid kaufen?

Das perfekte Brautkleid zu finden, braucht Zeit. Viele Frauen fragen sich deshalb bei der Hochzeitsplanung, wann sie mit der Suche nach dem Kleid beginnen sollen. Grundsätzlich gilt hier: je früher, desto besser.

Die meisten Geschäfte für Brautmode empfehlen, zwischen sechs und neun Monate vor dem großen Tag mit der Brautkleidsuche anzufangen. In manchen Läden hört man sogar, dass zwölf Monate vor der Hochzeit der geeignete Zeitpunkt sei.

Je nachdem, wie kurzfristig die Hochzeit geplant wird, verkürzt sich natürlich die Zeit, die ihr für die Suche nach eurem Traumkleid habt. Bei spontanen Hochzeiten solltet ihr deshalb unverzüglich mit der Suche beginnen.

Habt ihr ein Kleid gefunden, das euch gefällt, solltet ihr es reservieren und auch möglichst rasch kaufen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn einem ein tolles Kleid durch die Lappen geht, weil man sich nicht schnell genug entscheiden kann.

Welches Brautkleid fürs Standesamt?

Neben der Wahl eines geeigneten Ortes für die standesamtliche Trauung braucht es natürlich auch das passende Kleid für den Termin auf dem Standesamt. Das weiße Hochzeitskleid ist traditionell für die kirchliche Trauung vorgesehen, aber welches Outfit soll es für den standesamtlichen Teil sein?

Wie das Brautkleid fürs Standesamt im Endeffekt aussieht, hängt unter anderem davon ab, ob es nur eine standesamtliche oder auch eine kirchliche Hochzeit gibt. Wer nur standesamtlich heiraten geht und trotzdem gern den Glamour einer großen Hochzeit in Weiß möchte, der kann natürlich auch bei der standesamtlichen Trauung ein glamouröses Kleid tragen.

Ansonsten geht bei den Brautkleidern fürs Standesamt der Trend eher in Richtung schlicht, dezent und elegant. Viele Bräute entscheiden sich fürs Standesamt auch für ein Brautkleid, das kurz ist. Denn anders als in der Kirche darf man hier durchaus ein bisschen Bein, Rücken, Schultern und Dekolleté zeigen. Farbtechnisch liegen die Outfits fürs Standesamt häufig bei Pastell-, Creme- oder Weißtönen.

Brautkleid: Tradition in Weiß oder Schwarz?

Bereits kleine Kinder wissen, dass man bei der kirchlichen Hochzeit ein weißes (und in der Regel bodenlanges) Kleid trägt. Aber woher kommt die Tradition des weißen Brautkleides eigentlich?

Weiß steht traditionell für Reinheit, Unbeflecktheit und Jungfräulichkeit und ist deshalb symbolisch gesehen die perfekte Farbe für die Hochzeit. Bis in die 20er-Jahre hinein konnten sich die meisten Menschen allerdings kein extravagantes weißes Brautkleid leisten.

Zu dieser Zeit war es gang und gäbe, einfach das schwarze Sonntagskleid zur Trauung zu tragen. Das heißt allerdings nicht, dass es davor keine weißen Brautkleider gab. Sie waren einfach nur den Adligen und Reichen vorbehalten.

Nach der Hochzeit: Brautkleid verkaufen oder spenden?

Ein Punkt auf der Checkliste für nach der Hochzeit ist zu entscheiden, was mit dem Brautkleid passieren soll. Grundsätzlich gibt es da zwei Möglichkeiten. Entweder ihr verkauft euren Traum in Weiß oder ihr spendet das Kleid für einen guten Zweck.

Wer sein Brautkleid verkaufen möchte, der hat gleich mehrere Optionen. Neben Secondhandshops, die auch Brautmode führen, gibt es zahlreiche Online-Portale, die für den Verkauf des Brautkleides infrage kommen. Dazu gehören zum Beispiel Kleinanzeigen und Vinted, aber auch spezielle Verkaufsplattformen für Brautmode wie Wunsch-Brautkleid.de.

Wem es am Herzen liegt, sein Hochzeitskleid für einen guten Zweck herzugeben, der stellt sich häufig die Frage „Wo kann ich mein Brautkleid spenden?“ Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder ihr gebt das Kleid kostenlos an eine andere Braut weiter via Online-Plattformen wie Kleinanzeigen oder Mädchenflohmarkt, oder ihr spendet einfach den Stoff. Eine dritte Möglichkeit ist, das Brautkleid an Sternenkinder zu spenden.

Verwendete Quellen:
– eigene Recherche