Das perfekte Hochzeitsfoto: Das verraten diese fünf Profi-Fotografen

Bei einer Hochzeit kommen sie dem Paar ganz nahe: Hochzeitsfotografinnen und - fotografen. Wir haben mit fünf von ihnen gesprochen. Sie nehmen uns mit hinter die Kulissen ihrer Arbeit. Wie schaffen sie es, dass sich das Paar wohlfühlt vor ihrer Linse? Wie wichtig ist die Location? Und wer hat sie besonders beeindruckt? Wir haben ihnen diese Fragen gestellt:
Das Bild zeigt fünf Hochzeitsfotografen
Was macht ein gutes Hochzeitsbild aus? Fünf Hochzeitsfotografinnen und -fotografen haben uns diese uns weitere Fragen beantwortet.
Das Bild zeigt fünf Hochzeitsfotografen
Was macht ein gutes Hochzeitsbild aus? Fünf Hochzeitsfotografinnen und -fotografen haben uns diese uns weitere Fragen beantwortet.

Was macht für dich ein sehr gutes Hochzeitsfoto aus?

Hochzeitsfotografinnen und -fotografen gibt es viele. Wir haben uns für fünf entschieden – aus dem Saarland sowie aus Wittlich und Bitburg. Warum gerade diese fünf? Weil uns Stil gefallen haben – obwohl sie sehr unterschiedlich sind. Und selbstverständlich ist das Geschmacksache. In den Galerien findet ihr zu jedem der fünf Beispielfotos ihrer Hochzeitsshootings.

Christine Funk, Fotografin aus Saarbrücken, mag keine Inszenierung bei ihren Shootings: Lieber ist ihr „ein spontanes Lächeln, ein unerwarteter Kuss oder ein außergewöhnlicher Blickwinkel“. Für sie erfassen schöne Fotos „die Menschen und die Atmosphäre so, wie sie wirklich waren, ohne Pose oder künstliche Inszenierung“.

„Definitiv Natürlichkeit und Emotionen!“, stimmt Fotografen-Kollegin Sara Emosivwe aus Nalbach zu: „Ich versuche mich auf Hochzeiten immer weitestgehend im Hintergrund zu halten, bestenfalls keine Anweisungen zu geben und einfach Momente einzufangen.“

Christine Funk

„Gute Hochzeitsfotos sollten die Emotionen und die besonderen Momente des Tages einfangen und dabei das Brautpaar, die Gäste und die Hochzeitslocation auf natürliche Weise zur Geltung bringen.

Ein herausragendes Hochzeitsfoto sollte etwas Einzigartiges und Besonderes einfangen, sei es ein spontanes Lächeln, einen unerwarteten Kuss oder einen außergewöhnlichen Blickwinkel. Schöne Fotos erfassen die Menschen und die Atmosphäre so, wie sie wirklich waren, ohne Pose oder künstliche Inszenierung. Eine angemessene Bearbeitung kann dazu beitragen, die Qualität eines Hochzeitsfotos zu verbessern.“

Sara Emosivwe

„Definitiv Natürlichkeit und Emotionen! Ich versuche mich auf Hochzeiten immer weitestgehend im Hintergrund zu halten, bestenfalls keine Anweisungen zu geben und einfach Momente einzufangen. So entstehen die schönsten und authentischsten Fotos, die einem auch später immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

Wie schaffst du es, dass sich Paare vor deiner Kamera wohlfühlen?

Aufregung kurz vor der Trauung, Tränen der Rührung. Zwar trennt sie Kamera und Objektiv: Doch niemand hat einen intimeren Blick auf das Hochzeitspaar. Damit es zu unvergesslichen Bildern kommt, muss die Chemie zwischen Fotograf und Paar stimmen: Mike-D.Winter, Fotograf aus Wittlich, nennt das die „Vertrauensbasis, die für den eigentlichen Hochzeitstag wirklich unbezahlbar ist“. Gerne trifft er sich mit den Paaren schon vorab – zum Warmwerden.

Vor dem eigentlichen Tag lädt er am liebsten zu einem „Engagement-Shooting“, wie er das nennt. „Hier können wir ganz entspannt und locker an die Sache rangehen, ohne Druck und – je nach Location – auch ohne Zuschauer.“ Vertrauen und Vorbereitung ist Mike so wichtig, dass er für Paare sogar einen Hochzeits-Guide geschrieben hat. Tipps zur Hochzeitsplanung haben wir auch hier zusammengestellt.

Christine Funk trifft sich, wenn immer es geht, schon vor der Hochzeit mit dem Paar: „Dies bietet die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und eine persönliche Verbindung herzustellen.“ Ganz wichtig sei es, die Aufregung zu nehmen. „Ich spreche mit meinen Paaren, als wären Sie Freunde“, sagt Paul Daniel Ruffing, Fotograf aus Saarbrücken. „Wenn sich alle wohlfühlen und entspannt sind, entstehen die schönsten Bilder.“

Das Foto-Shooting soll auf keinen Fall ein Programmpunkt sein, der am Hochzeitstag auch noch abgehakt werden muss. Für Julia Berns, Fotografin aus Bitburg, ist das die falsche Herangehensweise: „Ein Foto-Shooting sollte ein tolles Erlebnis sein, an das man sich gerne erinnert. Für mich fühlt es sich oft so an, als würde ich Freunde fotografieren.“

Christine Funk

„Das Schaffen einer entspannten und vertrauten Atmosphäre vor meiner Kamera ist entscheidend, um authentische und emotionale Hochzeitsfotos zu erhalten. Ich finde es schön, sich vor der Hochzeit persönlich mit dem Brautpaar zu treffen. Dies bietet die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen und eine persönliche Verbindung herzustellen.

Anstatt starre Posen zu verlangen, gebe ich dem Paar Anleitungen, die sie dazu ermutigen, miteinander zu interagieren. Die Persönlichkeit des Fotografen spielt eine sehr große Rolle bei der Hochzeitsfotografie.“

Mike D. Winter

„Wenn ich Paare an ihrer Hochzeit den ganzen Tag mit der Kamera begleite, habe ich sie in der Regel vorab schon sehr gut kennengelernt. In einem persönlichen Vorgespräch schauen wir erstmal, ob wir zueinander passen.

Neben den Trauzeugen gibt es kaum jemanden, der dem Hochzeitspaar an ihrem großen Tag so nahe ist wie ein Hochzeitsfotograf, da muss die Chemie einfach stimmen. Meist mache ich mit den Brautpaaren, die bei mir eine Fotoreportage buchen, ein sogenanntes Engagement-Shooting. Hier können wir ganz entspannt und locker an die Sache rangehen, ohne Druck und – je nach Location – auch ohne Zuschauer.

So lernen wir uns gegenseitig schon viel besser kennen und schaffen eine Vertrauensbasis, die für den eigentlichen Hochzeitstag wirklich unbezahlbar ist. Viele Brautpaare sehen sich meine Fotos an und sagen mir „Mike, das kriegen WIR doch nie so hin!“ Doch! Das bekommt ihr hin! Beim Engagement-Shooting zeige ich euch, worauf es ankommt. Wir sprechen über die richtige Körperhaltung, den optimalen Foto-Kuss (ja – auch der will gelernt sein!), und ihr werdet sehr schnell eure Hemmungen ablegen und einfach Spaß haben.“

Paul Daniel Ruffing

„Ich durfte schon einige Hochzeitspaare begleiten. Jede Person war immer sehr angenehm. Klar ist, dass jeder an seinem großen Tag aufgeregt ist. Ich spreche mit meinen Paaren, als wären Sie Freunde. Ich schaffe Ihnen ein Umfeld, bei dem die beiden sich wohlfühlen können – und es hat ihnen in der Vergangenheit auch immer ein gutes Gefühl bereitet. Wenn sich alle wohlfühlen und entspannt sind, entstehen die schönsten Bilder.

Meist vor dem Paarshooting versetze ich meine Paare gedanklich wieder in die Situation vor dem Altar. Sie sollen sich erinnern, was sie gerade vorher spürten und dachten. Mit diesen Gedanken gehen wir gemeinsam in alle Shootings und es entsteht der Glanz in den Augen und ein berührender Moment. Diesen halte ich in jedem Bild fest.“

Das sagt Julia Berns

„Ein wichtiges Fundament für die Harmonie zwischen Fotograf und Kunde wird bereits vor dem Fotoshooting gelegt. Ich versuche mich auf Instagram und auf meiner Homepage ungestellt zu zeigen und ziehe damit automatisch die Kunden an, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin.

Mir ist es wichtig, dass ein Fotoshooting locker ist und Spaß macht. Ein Fotoshooting sollte ein tolles Erlebnis sein, an dieses man sich gerne erinnert. Für mich fühlt es sich oft so an, als würde ich Freunde fotografieren. Darin liegt für mich der Schlüssel zu entspannten Kunden.“

Gab es ein Paar, das einen besonderen Eindruck auf dich hinterlassen hat?

Entscheiden sich zwei Menschen, ihr künftiges Leben miteinander zu teilen, lässt das kaum jemanden kalt. Manchmal fließen Tränen. Sogar beim Profi: „Da wir als Hochzeitsfotografen sehr emotionale Momente festhalten, fällt es mir manchmal schwer, mich selbst zurückzuhalten“, bekennt Paul Daniel Ruffing. So kam es schon vor, dass ihm Tränen beim Arbeiten die Wangen herunterliefen – weil ihm das Paar emotional nahestand.

Auf Christine Funk haben bisher alle Hochzeitspaare „auf ihre eigene einzigartige Weise einen starken Eindruck“ hinterlassen. Besonders beeindruckt hat sie aber „die einzige gleichgeschlechtliche Hochzeit, die ich bisher fotografieren durfte“. Die war für sie sehr besonders: „Dieses Zeichen des Fortschritts und der Gleichberechtigung in der Gesellschaft hat mich sehr berührt.“

Christine Funk

„Alle Hochzeitspaare, haben auf ihre eigene, einzigartige Weise einen starken Eindruck auf mich hinterlassen. Jedes Paar bringt seine eigenen Geschichten, Emotionen und Persönlichkeiten mit – und das macht jede Erfahrung für mich als Fotografin besonders und unvergesslich.

Die einzige gleichgeschlechtliche Hochzeit, die ich bisher fotografieren durfte, war jedoch für mich sehr besonders. Dieses Zeichen des Fortschritts und der Gleichberechtigung in der Gesellschaft hat mich sehr berührt.“

Paul Daniel Ruffing

„Ja, sogar 2. Da wir als Hochzeitsfotografen sehr emotionale Momente festhalten, fällt es mir manchmal schwer, mich selbst zurückzuhalten. Und gerade bei einem der beiden Paare stand ich emotional etwas näher und konnte nicht an mir halten und die Tränen liefen beim Arbeiten die Wangen herunter.

Das zweite Paar hatte – im ersten Aufeinandertreffen in Anzug und Brautkleid – sich alleine das Eheversprechen gegeben. Dies war auf dem Steilhang in Dahn. Hier hatte ich die Ehre, als einziger die ersten Momente als Mann und Frau festzuhalten. Es war mir eine sehr große Ehre.“

Entwickelst du ein Gespür dafür – die passen gut zusammen, die eher weniger?

Eine Frage, bei der unsere Profis uneins sind. Mike-D.Winter sagt als langjähriger Hochzeitsfotograf: „Auf jeden Fall.“ Der Wittlicher erlebt den Hochzeitstag seiner Paare immer wieder „als Achterbahn der Gefühle“, an dem er „ein sehr umfassendes Bild von Braut und Bräutigam“ bekomme. Nach vielen Blicken durch die Linse sagt er: „Da traue ich mir am Ende durchaus ein Urteil zu.“ Spannend sei zudem der Einblick in die weitere Familie: „Da gibt es auch durchaus spannende Beobachtungen, wer mit wem gut kann und wer ein eher distanziertes Verhältnis zueinander hat.“

Julia Berns, Kollegin aus Bitburg, ist sich nicht so sicher: „Ein Foto-Shooting ist eine viel zu kurze Zeit, um beurteilen zu können, ob ein Paar gut zusammen passt oder eher weniger miteinander harmoniert.“ Dennoch hat sie ein gutes Gefühl für die Stimmung zwischen den Pärchen: „Ich merke sofort, ob das Paar sich schon lange kennt oder frisch verliebt ist.“

Julia Berns

„Ein Fotoshooting ist eine viel zu kurze Zeit, um beurteilen zu können, ob ein Paar gut zusammen passt oder eher weniger miteinander harmoniert. Dennoch würde ich sagen, dass man ein Gefühl für die Stimmung zwischen dem Pärchen erhält. Ich merke sofort, ob das Paar sich schon lange kennt oder frisch verliebt ist.“

Mike D. Winter

„Auf jeden Fall. Der Hochzeitstag ist für beide eine Achterbahn der Gefühle und im Laufe des Tages bekomme ich ein sehr umfassendes Bild von Braut und Bräutigam. Da traue ich mir am Ende durchaus ein Urteil zu.

Spannend finde ich auch immer den Einblick in die weitere Familie. Da gibt es auch durchaus spannende Beobachtungen, wer mit wem gut kann und wer ein eher distanziertes Verhältnis zueinander hat.“

Was ist für dich die perfekte Location für Hochzeitsfotos?

Perfekt gibt es für mich nicht“, sagt Sara Emosivwe ohne zu zögern. Am wichtigsten sei, dass die Location zum Brautpaar passe. Sara weiter: „Die einen bevorzugen es größer zu feiern, die anderen lieber im engen Kreis im eigenen Garten. Egal wie groß oder klein die Location ist, schön ist das, was man daraus macht.

Mike-D.Winter geht sogar noch weiter: „Die Location für Paarfotos wird von den Paaren meist überbewertet.“ Für ihn geht viel mehr „Licht vor Location“.  Er mag besonders das abendliche Licht – „je tiefer die Sonne steht, desto besser“.  Auch die sogenannte „blaue Stunde“ nach dem Sonnenuntergang zaubere wunderschöne Lichteffekte in die Bilder. Keine gute Idee sei es, das Shooting in der Mittagssonne anzugehen: Das Mittagslicht sei eher ungeeignet, „da es meist harte Kontraste und unschöne Schatten hervorruft“.

Sara Emosivwe

Perfekt gibt es für mich nicht ;-). Am wichtigsten ist, dass die Location zum Brautpaar passt. Die einen bevorzugen es größer zu feiern, die anderen lieber im engen Kreis im eigenen Garten. Egal wie groß oder klein die Location ist, schön ist das, was man daraus macht.“

Mike D. Winter

„Die Location für Paarfotos wird von den Paaren meist überbewertet. Ein guter Fotograf kann auch in schlechten Locations tolle Bilder zaubern. Hier gilt vielmehr Licht vor Location.

Wir Fotografen lieben beim Paar-Shooting vor allem das abendliche Licht – je tiefer die Sonne steht, desto besser. Auch die sogenannte blaue Stunde nach dem Sonnenuntergang zaubert wunderschöne Lichteffekte in die Bilder. Das Mittagslicht hingegen ist eher ungeeignet, da es meist harte Kontraste und unschöne Schatten hervorruft.“

Was ist das Schönste an deiner Arbeit als Hochzeitsfotograf:in, was motiviert dich?

Julia Berns ist selbst ein bisschen in das Thema Hochzeit verliebt – und das schon seit sie Kind war. „Ich selbst habe erst geheiratet und bin komplett in diesem Thema und der Planung aufgegangen.“ Wenn sie dann Brautpaare durch ihren einzigartigen Tag begleitet, freut sie sich, dass sie diesen „ein wenig mitfühlen darf“. Für Paul Daniel Ruffing sind es die herrlichen, unvergessliche Momente: „Schöne Situationen oder auch witzige Patzermomente festhalten – nichts im Leben ist perfekt.“ Er liebt es, Bilder aufzunehmen, „bei denen ich unerkannt bleibe, wenn Menschen lachen, weinen und einfach glücklich sind.“

Als „ein absolutes Privileg“ sieht es Sara Emosivwe, Menschen an diesem einzigartigen Tag begleiten zu dürfen. Als Fotografin sei das für sie „die größte Anerkennung“. Da sei man ganz automatisch „motiviert, alles zu geben“.

Paul Daniel Ruffing

„Herrliche, unvergessliche Momente des ganzen Festes zu dokumentieren. Schöne Situationen oder auch witzige Patzermomente festhalten – nichts im Leben ist perfekt…

Mich freut es, Menschen und Situationen ehrlich festzuhalten. Bilder aufzunehmen, bei denen ich unerkannt bleibe, wenn Menschen lachen, weinen und einfach glücklich sind. Ich möchte jeder Person auf einer Hochzeit eine Freude mit meinen Bildern bereiten. Das motiviert mich bei jeder einzelnen Hochzeit.“

Sara Emosivwe

„Das mag total banal klingen, aber — der Auftrag an sich. Als Fotografin so einen einzigartigen Tag begleiten zu dürfen, ist die größte Anerkennung und ein absolutes Privileg. Da ist man ganz automatisch motiviert, alles zu geben.“

Julia Berns

„Seitdem ich ein Kind bin, liebe ich das Thema Hochzeiten. Ich selbst habe erst geheiratet und bin komplett in diesem Thema und der Planung aufgegangen. Daher freue ich mich, dass ich immer wieder diesen einzigartigen Tag meiner Brautpaare ein wenig mitfühlen darf.“


Mehr zu den Fotografinnen und Fotografen

Christine Funk, Saarbrücken
christinefunkphotography.de
instagram.com/christinefunkphotography

Sara Emosivwe, Nalbach
www.saracaptures.de
www.instagram.com/saraemosivwe

Paul Daniel Ruffing, Saarbrücken
plight-saar.de
instagram.com/p.light.saar

Julia Berns, Bitburg
www.wildflower-fotografie.de
instagram.com/wildflower_fotografie

Mike-D.Winter, Wittlich
mike-winter.de
instagram.com/hochzeitsfotograf_mike_winter

Mike hat übrigens für Paare einen Hochzeits-Guide erstellt, den er auch für SOL.DE zur Verfügung gestellt hat.