Komödien, Oper, Schauspiel, Konzerte: Starke Aufführungen gleich zu Jahresbeginn im Staatstheater

Die bunte Welt des Broadway, ein tragischer Wunsch nach Rache, wunderbare Hornmusik und komödiantisches Chaos im Science-Fiction-Gewand sind nur einige der Highlights, auf die sich das Publikum in den kommenden Wochen im Saarländischen Staatstheater freuen darf.
Egal, ob Sänger, Glasharfenvirtuosin (Gaby Pochert, rechts) oder Bauchredner: Agent Danny Rose (Raimund Widra, links) hat ein Herz für alle Künstler. Foto: SST/©Honkphoto
Egal, ob Sänger, Glasharfenvirtuosin (Gaby Pochert, rechts) oder Bauchredner: Agent Danny Rose (Raimund Widra, links) hat ein Herz für alle Künstler. Foto: SST/©Honkphoto

Eine Verwechslungskomödie am Broadway

Ein Highlight im Januar nimmt das Publikum mit in die bunte Glitzerwelt des Broadway: Die Komödie „Broadway Danny Rose“ mit viel Musik nach dem gleichnamigen Film von Woody Allen bringt den Big Apple nach Saarbrücken: Danny Rose, Künstleragent am Broadway, kümmert sich nicht nur beruflich, sondern auch privat aufopferungsvoll um seine Klienten. Trotzdem will sich einfach nicht der erhoffte Erfolg einstellen. Vielleicht sollte Danny sich auch einfach nur auf das Wesentliche konzentrieren? Denn als er einem seiner Schützlinge bei einem privaten Problem unter die Arme greifen will, gerät er unversehens auf eine Mafia-Party, die in einer wilden Verfolgungsjagd endet …

Choreografin Selly Meier verspricht ein musikalisches Fest: „Von dramatischen italienischen Balladen, Jazz und Swing-Pop-Songs mit kleinen Shownummern im Broadway-Jazz/Elvis-Stil bis zu schwungvollen Slapstick-Uptempo-Nummern ist alles dabei.“ Die Verwechslungskomödie von Woody Allen aus dem Jahr 1984 erhielt zwei Oscar-Nominierungen. „Broadway Danny Rose“ wird gezeigt z.B. am Freitag, 20. und 27. Januar, jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus. Weitere Vorstellungstermine stehen bis Juni fest. Mehr Infos unter www.staatstheater.saarland.

 

Die Macht des Schicksals

Die junge Leonora de Vargas will mit ihrem Geliebten Don Alvaro fliehen, damit sie gemeinsam glücklich werden können. Doch das Schicksal hat Böses mit ihnen im Sinn: Ihre Flucht ist für den Tod ihres Vaters verantwortlich, und ihr Bruder sinnt auf bittere Rache. Die Liebenden scheinen nirgends sicher vor dem Hass des Trauernden zu sein.

Die schroffen Kontraste, die sich in Musik und Handlung finden, spiegeln erschreckend zeitgemäß die inneren und äußeren Kriegszustände der Welt und machen Giuseppe Verdis Oper „La Forza del destino“ so aktuell wie selten. Premiere ist am Samstag, 4. Februar, um 19.30 Uhr im Großen Haus. Weitere Vorstellungen sind bis Juni terminiert.

Wer sich bereits vorab Einblicke zur großen Verdi-Oper erhofft, dem sei die Soiree am Mittwoch, 25. Januar, um 18 Uhr empfohlen – inklusive ersten Informationen zu Inszenierung und Oper, ersten musikalischen Kostproben und einem Probenbesuch. Treffpunkt ist im Mittelfoyer des Großen Hauses; um Anmeldung unter Telefon (06 81) 3092-486 wird gebeten.

 

Wunderbare Hornmusik und ein zauberhaftes Liedkonzert

„Hab Acht!“ lautet das Motto des 5. Kammerkonzerts, das am Sonntag, 29. Januar, um 11 Uhr im Großen Haus gespielt wird. Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen des Horns: Mitglieder des Saarländischen Staatsorchesters, der Deutschen Radio Philharmonie, der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und der Badischen Staatskapelle präsentieren dem Publikum exklusiv für Hörner arrangierte Quartette und Oktette beliebter Musikliteratur. Bereits seit 2020 spielten Hornist*innen verschiedener Orchester gemeinsam vor Seniorenresidenzen auf, um ihren Mitmenschen eine Freude zu bereiten. So wird das tolle Projekt nun auch im Saarländischen Staatstheater dem Theaterpublikum präsentiert.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaftes Liedkonzert erwartet das Publikum am Montag, 6. Februar, um 19.30 Uhr im Rathaussaal. Das erste Liedkonzert der Spielzeit konzentriert sich auf eine Reihe faszinierend-enigmatischer Kompositionen nicht nur über die Liebe, sondern auch über Zauberwesen und -tiere. Unter anderem finden sich Werke von Robert Schumann, Franz Schubert, Hugo Wolf, aber auch Lieder der englischen Komponistin Rebecca Clarke, Alban Berg und Paul Dessau im Programm. Sopranistin Bettina Maria Bauer und Stella Marie Lorenz am Klavier werden den Kosmos des Kunstliedes mit einem vielschichten und außergewöhnlichen Konzert bereichern.

Das Konzert „Ophelias Schatten“ wird vor allem die jüngeren Gäste begeistern. Sie begleiten die Souffleuse Ophelia bei ihrer Arbeit am Rand der Bühne. Doch das Theater soll geschlossen werden. Als Ophelia nach der letzten Aufführung einen Schatten auf der Bühne entdeckt, nimmt sie ihn bei sich auf und gründet mit ihm ein Schattentheater. Das Konzert nach einer Geschichte von Michael Ende feiert seine Premiere am Donnerstag, 2. Februar, um 10 Uhr in der Alten Feuerwache. Weitere Vorstellungen finden am Freitag, 3. Februar, um 10 sowie um 17 Uhr statt.

 

Beziehungskomödie mit Sci-Fi-Update

Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: Der Komponist Jerome wurde von Frau und Kind verlassen. Sein einziger Gesprächspartner ist der weibliche Roboter „Gou 300 F“, der ursprünglich als Kindermädchen konstruiert wurde. Um beim Besuch eines Sozialarbeiters den verantwortungsvollen Vater zu mimen, engagiert Jerome eine Schauspielerin als fürsorgliche Partnerin. Der Auftakt zu einer Aneinanderreihung von Missverständnissen und purem Chaos …

 

Gut gelaunt und bestens aufgelegt in der Beziehungskomödie „Ab jetzt“: Martina Struppek, Fabian Gröver, Simone Müller und Lucas Janson. Foto: SST/©Martin Kaufhold

 

Die Beziehungskomödie „Ab jetzt“ von Alan Ayckbourn aus dem Jahr 1987 wurde von Regisseur und Schauspieler Niko Eleftheriadis zu einer fantastischen Science-Fiction-Komödie 2.0 umgewandelt und modernisiert. Fragen nach Identität und Geschlechterrollen stehen im Fokus des heiteren Stücks. Die nächste Aufführung steht am Freitag, 20. Januar, um 19.30 Uhr auf dem Plan der Alten Feuerwache, weitere Vorstellungen sind bereits bis April terminiert.

 

Solidarität mit Frauen und Mutterschaft

Das Rechercheprojekt „Oh, Mama!“ von Rebekka David und Ensemble entstand in Zusammenarbeit mit dem Bürger*innenensemble ensemble4 unter der Leitung von Luca Pauer. Die Mischung aus dokumentarischer Recherche mit der Fiktionalität ihrer Figuren beschäftigt sich mit der Mutterschaft aus jedem nur erdenklichen Blickwinkel. Rollenerwartungen, weibliche Lust, Reproduktion – oft sind all diese Begriffe verbunden mit Übergriffigkeit und Zuschreibungen von außen, die Druck auf Frauen ausüben und sie überfordern. Denn nahezu täglich müssen sich Frauen für Entscheidungen, die mit dem Frausein, der Mutterschaft oder Nicht-Mutterschaft verbunden sind, rechtfertigen.

Das Stück „Oh, Mama! Manchmal sitze ich zu Hause und google meine Kinder“ möchte Bewusstsein und Solidarität schaffen. Es feiert seine Premiere am Samstag, 21. Januar, um 20 Uhr in der sparte4. Weitere Vorstellungen finden am 27. und 28. Januar sowie am 10. und 11. Februar statt.

 

Theatertreff der besonderen Art

Ein Theaterbesuch ist immer ein aufregendes Erlebnis. Wie wäre es, den Menschen, die man gerade noch auf der Bühne in Aktion erlebt hat, anschließend gemütlich bei Kaffee und Kuchen noch einmal zu begegnen und sich austauschen zu können? Die „Initiative Theatertreff“ in Zusammenarbeit mit der Theatergastronomie „finetime“, den Saarland Versicherungen und der AssVerm Assekuranz-Vermittlungs-AG machen’s möglich und laden das Publikum des Saarländischen Staatstheaters in jeder Saison zu drei geselligen Treffen mit den Künstler*innen ein. Den Scheck für die Initiative wurde von den Vertretern der Partner, Jan Willem Fluit, René Seelbach und Thomas Brunz, persönlich an Generalintendant Bodo Busse und den Kaufmännischen Direktor Prof. Dr. Matthias Almstedt überreicht.

Übrigens: Der nächste Theatertreff findet am Sonntag, 18. Juni, nach der Nachmittagsvorstellung „Orfeo ed Euridice“ statt – am besten schon mal notieren!

 

Dank der Unterstützung durch die Theatergastronomie »finetime«, die Saarland Versicherungen und die AssVerm Assekuranz-Vermittlungs-AG kann das Saarländische Staatstheater die „Initiative Theatertreff“ anbieten: Jan Willem Fluit, René Seelbach und Thomas Brunz bei der Scheckübergabe an Generalintendant Bodo Busse und den Kaufmännischen Direktor Prof. Dr. Matthias Almstedt. Foto: SST/©Honkphoto

 

Einfach exzellent: Das Saarländische Staatsorchester

Biomedizinische Daten, die ein Musikstück kreieren, quasi Künstliche Intelligenz als Komponist – diese außergewöhnliche Idee bildete die Grundlage zu dem Sonderkonzert „The (Un)answered Question“. Partner des Projekts waren das Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, das Institut für Softwaretechnologie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln und die Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund. Für „The (Un)Answered Question“ wurde das Saarländische Staatsorchester nun mit dem „Preis Innovation 2022“ der Deutschen Orchesterstiftung ausgezeichnet. Für die Jury stand fest, das Projekt sei „beispielhaft, da es einmal mehr die große Innovationsfreude und -bereitschaft von Klangkörpern in Deutschland aufzeigt“. Herzlichen Glückwunsch!

Sowohl dieses Projekt als auch „The Privacy of Things“ überzeugten die Auswahlkommission des Programms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ des Bundes, so dass das Saarländische Staatsorchester eines von sechzehn Orchestern und Ensembles wurde, die 2022/23 eine Förderung erhalten. Das Programm unterstützt dabei, innovative Arbeitsweisen und Programme sowie Projekte der kulturellen Bildung und der Diversität zu realisieren.

Generalmusikdirektor Sébastien Rouland und das Orchester sind auch in diesem Jahr wieder außerhalb des Saarlands unterwegs: Diesmal geht es mit „Les chemins de l‘amour“ am 15. Februar in den Salle Gaveau nach Paris, mit „Das Rheingold“ am 29. Mai in die Opéra Royal du Château de Versailles und mit „Gabriel Faurés „Requiem op. 48“ sowie Camille Saint-Saëns „Orgelsymphonie“ am 15. Juli in die Cathedrale Notre-Dame de Verdun.

 

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Saarländisches Staatstheater
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66111 Saarbrücken
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr.

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