Saarländisches Staatstheater: Anders! In welcher Welt?

Endlich öffnet das Saarländische Staatstheater wieder seine Pforten zur neuen Spielzeit. Der Herbst steht dabei ganz im Zeichen von Premieren, Klassikern und modernen Stücken, Musik und Ballett. Den Auftakt macht die französische Tragödie „Berenike“ am 17. September.

Unter dem Motto „Anders! In dieser Welt?“ wird die kommende Spielzeit 2022/2023 in Saarbrücken ihre Gäste wieder verzaubern, überraschen und zum Nachdenken anregen. Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes, freut sich auf die Theatersaison und sieht in dieser Kunstform auch einen Bildungsauftrag: „Theater hält uns den Spiegel vor. Es zeigt uns nicht nur die Welt, wie sie ist – sondern auch die Welt, wie sie sein könnte. Theater lädt uns zur Reflektion ein, erweitert unseren Horizont, berührt und inspiriert uns gleichermaßen. Das ist gerade jetzt wichtig.“

Aber was genau hat es mit dem Motto auf sich? Generalintendant Bodo Busse erklärt es: „Viele Fragen haben wir an die Gesellschaft. Gemeinschaftliches Erleben und Reflektieren im sozialen Echoraum des Theaters gibt noch keine Antworten, aber eröffnet vielleicht Perspektiven auf Mögliches. Aber nicht alles Machbare ist richtig. Wir erleben in diesen Zeiten mehrere globale Krisen gleichzeitig und uns wird bewusst, wie viel wir selber davon existenziell betroffen und ursächlich darin verwickelt sind. Es ist eine Zeit des großen Erwachens. Kultur ist Wachheit und Kritik und der Inbegriff von Freiheit. Und schafft daher Gestaltungsmöglichkeiten.“ Und Prof. Dr. Matthias Almstedt, der Kaufmännische Direktor, fügt hinzu: „Noch nie war Theater so wertvoll wie heute: Ist es doch Kraftquelle für die Seele und zugleich freier Raum für Bildung und Austausch!“

Theaterfest zur Einstimmung auf die Spielzeit

Um den Auftakt der neuen Spielzeit zu feiern, findet am Sonntag, 11. September, erneut das Theaterfest statt. Ab 15 Uhr sorgen das Jazz-Quartett des Staatstheaters und die Bergkapelle St. Ingbert auf dem Tbilisser Platz für gute Stimmung, abends um 20 Uhr gibt es ein Promenadenkonzert. Wer sich für Ballett interessiert, kann im Großen Haus den Profis beim Training zuschauen. Bei einer Auktion werden Theaterkostüme versteigert und in der sparte4 kann man sich nach vorheriger Anmeldung live auf der Bühne die Haare schneiden lassen. Das komplette Programm können Sie sich auf der Homepage des Staatstheaters anschauen.

Dreiecksgeschichte und Ring des Nibelungen

Das erste Spielwochenende hält für die Zuschauerinnen und Zuschauer dann gleich zwei Premieren bereit: Am Samstag, 17. September, wird „Berenike“ in der Alten Feuerwache gespielt. Die französische Tragödie von Jean Racine wird selten aufgeführt und passt doch perfekt in die heutige Zeit. Die Figuren, die in einer unheilvollen Dreiecksbeziehung gefangen sind, verbinden Politik und Privates, zeigen Selbstbestimmtheit und bringen Themen wie Teilhabe und Emanzipation.

Und am Sonntag, 18. September, lädt das Große Haus zur Premiere der Oper „Das Rheingold“. Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ gilt seit jeher als ein anspruchsvolles und komplexes Werk, monumental und voller Mythen. Die Regisseurinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka verweben dabei den Wagner-Kosmos mit unserer heutigen Zeit, bringen Götterglaube und moderne Gesellschaft in Einklang.

Ein deutscher Klassiker und die Entstehung von Verschwörungsmythen

Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“ aus dem Jahr 1911 erfährt durch Regisseurin Julia Prechsl eine Neuinterpretation. Die Tragikomödie, in der die sozialen Gefälle einer unverrückbaren Gesellschaft in aller Deutlichkeit dargestellt werden, gleichzeitig Oben und Unten aufeinanderprallen und in der die Figuren, jede auf ihre eigene Weise, ihr Glück suchen, gehört zu den großen Werken des deutschen Theaters. Die Premiere ist am Samstag, 24. September, um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Auf die Uraufführung von „Ich, Akira“ dürfen sich die Besucherinnen und Besucher am Freitag, 23. September, ab 20 Uhr in der sparte4 freuen. Akira, der Hund des veganen Kochbuchautors und Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann, ist der Mittelpunkt des Monologstücks. Liebe, Vater-Kind-Beziehungen, Steaks und Verschwörungsmythen, das sind die Eckpfeiler des ungewöhnlichen Stücks, das von Lorenz Nolting, basierend auf dem Stück von Noëlle Haeseling und Leo Meier, inszeniert wird.

Das erste Sinfoniekonzert der neuen Saison und die Musik Westafrikas

Ein weiteres Mal steht Richard Wagners Werk in der neuen Spielzeit auf dem Programm, diesmal im Rahmen des 1. Sinfoniekonzerts dieser Saison. Wagners Tannhäuser ist ein von Emotionen und Gefühlen zerrissener Mensch, beständig gefangen zwischen Glauben und Liebe, zwischen Keuschheit und Erotik. Neben Ouvertüre und Bacchanal aus „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ und den sogenannten „Wesendonck-Liedern“ steht die Sinfonie „Mathis der Maler“ von Paul Hindesmith im Mittelpunkt des Konzerts.

Am Sonntag, 30. Oktober, ab 20 Uhr erklingt die Musik Westafrikas, verwoben mit Spiritual Jazz und Dub-Sounds, in der sparte4. Das Wau Wau Collectif, bestehend aus über 20 schwedischen und senegalesischen Musiker*innen, überschreitet mit seinem Werk immer wieder kreative Grenzen. Inhaltlich greifen sie Themen wie Erziehung und Immigration auf, arbeiten mit modernen Kommunikationsmitteln, tauschen sich mit anderen Künstlern über das Internet aus und stehen sinnbildlich für transglobale Kommunikation.

Christiane Motter und Jan Hutter (Astolphe) im Stück „Gabriel“ von George Sand. Foto: SST/Astrid Karger

Wiederaufnahmen: Gender-Diversität, ein Klassiker und ein Monolog

Italien im 17. Jahrhundert: Der junge Gabriel, erzogen zum perfekten Edelmann, erfährt von seinem Großvater, dass er biologisch gesehen eine Frau ist. Der Grund für diese Heimlichkeit ist der Machterhalt der Familie. Starre soziale Gefüge, Geschlechterbilder und Diversität sind die vorherrschenden Themen in „Gabriel“, eingebettet in Tragik und Humor gleichermaßen. Am Donnerstag, 29. September, um 19.30 Uhr findet die Wiederaufnahme in der Alten Feuerwache einen würdigen Rahmen.

Mit dem Klassiker „Die Leiden des jungen Werther“ ab 1. Oktober in der Alten Feuerwache sowie dem sensiblen Monolog „Paul oder Im Frühling ging die Erde unter“ von Sibylle Berg ab 6. Oktober im Historischen Museum Saar dürfen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf zwei weitere sehenswerte Wiederaufnahmen in der neuen Spielzeit freuen.

Theaterzeitung und Spielzeitheft online entdecken

Die aktuelle Ausgabe der Theaterzeitung finden Sie hier. Das vollständige Programm der neuen Spielzeit, viele interessante Hintergrundinformationen, Interviews, Termine sowie alles Wichtige zu Abonnements und den Menschen auf und hinter der Bühne können Sie auch im aktuellen Spielzeitheft des Saarländischen Staatstheaters  nachlesen.

 

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