Unwetter in Asweiler war kein Tornado – Experte erklärt Phänomen

Experten vom Wetterdienst sind sich sicher: In Asweiler gab es keinen Tornado. Die Verwüstung habe eine Gewitterfallböe verursacht - auch bekannt als Downburst.
Experten sind sich sicher, dass sich in Asweiler kein Tornado gebildet hat. Foto: picture alliance/dpa/Foto Hosser
Experten sind sich sicher, dass sich in Asweiler kein Tornado gebildet hat. Foto: picture alliance/dpa/Foto Hosser

Kein Tornado in Asweiler

Nach dem Unwetter im Ort Asweiler in der Gemeinde Freisen schließt der Deutsche Wetterdienst (DWD) einen Tornado aus. Eine Untersuchung durch einen Experten des Vereins Skywarn vor Ort habe ergeben, dass es sich um eine Gewitterfallböe – auch bekannt als Downburst – gehandelt habe, sagte Andreas Friedrich, Sprecher und Meteorologe des DWD, am heutigen Freitag, 14.07.2023.

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Downburst sorgt für zahlreiche Schäden

„Hier deutet wirklich alles auf einen Downburst hin“, erklärte Andreas Kollmohr, Unwetter-Beobachter von Skywarn am Freitag. Dafür sprechen etwa die Länge und Breite der vom Sturm geschlagenen Schneise, hieß es.

Das Unwetter am Dienstag hatte rund 50 Häuser beschädigt, einige darunter schwer. Die Dächer mehrerer Gebäude wurden abgedeckt, in zwei Fällen waren ganze Dächer inklusive Dachstuhl weggeflogen.

Das ist ein Downburst

Als Downburst wird laut DWD ein extrem starker Fallwind aus einer Gewitterzelle bezeichnet. „Dieser Fallwind prallt aus der Höhe auf den Boden auf und wird dann nach verschiedenen Seiten abgelenkt. Dies geht oft gleichzeitig mit sehr heftigem Niederschlag und/oder Hagel einher“, so der DWD.

Die auftretenden Böen in einem solchen Downburst erreichten dabei Orkanstärke, oft im Bereich von 120 bis 140 Kilometer pro Stunde. Im Extremfall könnten sogar Geschwindigkeiten von 180 bis 200 Kilometer pro Stunde erreicht werden.

So kam es zur Verwirrung

Der Leiter des örtlichen Katastrophenschutzamtes hatte nach dem Unwetter gesagt, dass das Schadensbild sowie Zeugenaussagen für einen Tornado sprächen. Auch verschiedene Medien nannten einen Tornado als Ursache für die Schäden. „Aufgrund der Zerstörung sagt man schnell: Das kann nur ein Tornado gewesen sein“, sagte Unwetter-Beobachter Kollmohr dazu. Dabei seien Schäden durch Gewitterfallböen das deutlich häufigere Phänomen.

Deutsche Presse-Agentur