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Angeblicher Journalistenmord war Geheimaktion der Ukraine

Höchst lebendig: Der angeblich in Kiew ermordete russische Journalist Arkadi Babtschenko bei einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Foto: Efrem Lukatsky/AP

Höchst lebendig: Der angeblich in Kiew ermordete russische Journalist Arkadi Babtschenko bei einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Foto: Efrem Lukatsky/AP

Kiew (dpa) - Die Ukraine hat den angeblichen Mord an dem kremlkritischen Journalisten Arkadi Babtschenko nur vorgetäuscht und verschärft damit ihren Konflikt mit Russland.

Der 41-Jährige russische Journalist erschien am Mittwoch lebendig und unversehrt bei einer Pressekonferenz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU in Kiew. Der fingierte Anschlag auf Babtschenko sei ein Spezialeinsatz gewesen, um Aktivitäten russischer Geheimdienste aufzudecken, teilte der SBU überraschend mit. Russland kritisierte den Fall als Propagandaaktion und Provokation.

Der russische Journalist Babtschenko ist als scharfer Kritiker der Regierung in Moskau bekannt. 2017 war er aus Russland geflohen. Sein vermeintlicher Tod hatte weltweit Trauer und Empörung ausgelöst.

Der angebliche Mord sei

Babtschenko sagte, er sei vor etwa einem Monat in die Pläne eingeweiht worden. «In diesem Monat habe ich gesehen, wie die Jungs arbeiten, wie eifrig sie sind. Den ganzen Monat über waren wir im Kontakt, haben wir nachgedacht, gearbeitet, gehandelt. Und das Ergebnis war dieser Spezialeinsatz.» Er entschuldigte sich bei seiner Frau «für die ganze Hölle, die sie durchmachen musste».

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko lobte den SBU für die «glänzende Operation». Er wies die Sicherheitskräfte an, Babtschenko und seiner Familie rund um die Uhr Personenschutz zu geben.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kommentierte bei Facebook, es sei offensichtlich, dass die Aktion einen Propagandaeffekt habe. «Dass Babtschenko lebt, ist die beste Nachricht», schrieb sie. Die Ukraine spiele mit Leben und Tod sowie mit dem Vertrauen der internationalen Gemeinschaft und verbreite antirussische Hysterie, teilte das Ministerium mit. «Wir sind überzeugt, dass die ausländischen Partner und die internationalen Institutionen aus dieser Situation ihre Schlüsse ziehen.» Der Kreml lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine ist seit 2014 zerrüttet. Wegen der russischen Annexion der Halbinsel Krim sowie Moskaus Unterstützung für prorussische Separatisten im Kriegsgebiet Donbass sieht sich die Ukraine im direkten Konflikt mit Russland.

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